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Niederkrüchten
Breitbandausbau soll noch 2016 starten

Niederkrüchten. In den Breitbandausbau in Niederkrüchten kommt Bewegung. Mit Unitymedia, der Deutschen Glasfaser und der Telekom werden drei Wettbewerber in der Gemeinde aktiv sein. Im Hauptausschuss stellte Unitymedia ihr Konzept vor. Von Jochen Smets

Neben der Deutschen Glasfaser, die in der Gemeinde Niederkrüchten Varbrook, Silverbeek und die südlichen Teile Alt-Niederkrüchtens mit superschnellen Internetleitungen versorgen will, ist nun der Kabelnetzbetreiber Unitymedia auf den Plan getreten. Das Kölner Unternehmen will noch in diesem Jahr mit dem Breitbandausbau in Elmpt und im Gewerbegebiet Dam beginnen, erklärte Unitymedia-Mitarbeiter Frank Friedrichs, der selbst in Elmpt wohnt. Im Breitband-mäßig dramatisch unterversorgten Gewerbegebiet Dam hat Unitymedia schon vor dem Start der Vermarktungs-Kampagne die ersten Kunden gewinnen können, sagte Friedrichs im Hauptausschuss.

Auf 3,5 Millionen Euro bezifferte Friedrichs die Ausbau-Kosten für Elmpt und das Gewerbegebiet Dam. Unitymedia will das ohne öffentliche Gelder und ohne Eigenanteil der Gemeinde stemmen. Refinanzieren soll sich die Investition durch den Verkauf von Internet-Anschlüssen an die Kunden. Daher benötigt das Unternehmen eine recht hohe Vorvermarktungsquote: Mindestens 50 Prozent der Haushalte im Ausbaugebiet müssen einen Vertrag mit Unitymedia unterschreiben, damit der Ausbau beginnen kann. Wenn das gelingt, kann es schnell gehen: "Wir wollen innerhalb maximal eines Jahres alle Kunden angeschlossen haben", betonte Jörg Nußbaumer, der für das Unternehmen den Breitbandausbau in den Kommunen verantwortet. In den nächsten Wochen sollen Infoveranstaltungen für die Bürger in Elmpt und die Gewerbetreibenden in Dam stattfinden. Danach würde Unitymedia seine Vertriebsmannschaft von Tür zu Tür schicken.

Bereits jetzt kann Unitymedia über das vorhandene Kabel-TV-Netz über 2900 Haushalte in der gesamten Gemeinde erreichen, erklärte Nußbaumer. Dieses Kabelnetz will das Unternehmen nun ausbauen. Dazu werden Koaxial-Kabel genutzt. Die Kabelnetzarchitektur sei ausgelegt auf Download-Geschwindigkeiten von 400 Mbit pro Sekunde. Dafür stellt Unitymedia ab Mitte 2016 einen Tarif zur Verfügung. Derzeit bietet das Unternehmen maximal 200 Mbit an. Aber auch schon das wäre für die Gemeinde ein Quantensprung in der Breitbandversorgung. Beim Ausbau werden zusätzlich Lehrrohre verlegt, um zu einem späteren Zeitpunkt gegebenenfalls noch schnellere Glasfaserkabel einziehen zu können, kündigte Nussbaumer an.

Kritisch merkten zum Beispiel Johannes Wahlenberg und Michael Tekolf (CDU) an, dass mit dem nun vorgestellten Vorschlag weiterhin Alt-Niederkrüchten und die kleineren Orte in den Randlagen unterversorgt bleiben. Jörg Lachmann (CWG) mahnte ein ganzheitliches Konzept an.

Nußbaumer betonte, dass der Ausbau in Elmpt und im Gewerbegebiet Dam nur der erste Schritt sei. Weitere würden folgen: "Wir machen es nacheinander." Das hielt auch Christoph Szallies (Grüne) für den besten Weg: "Wir müssen uns von der Idee der eierlegenden Wollmilchsau verabschieden. Schnelles Internet für alle und sofort geht nicht. Wir sollten lieber Schritt für Schritt vorgehen."

Bürgermeister Kalle Wassong hob hervor, dass die Gemeinde den Breitbandausbau bewusst nicht an einen einzelnen Anbieter vergeben wolle. Es sei strategisch durchaus hilfreich, wenn es eine Konkurrenzsituation zwischen den Betreibern gebe. In Niederkrüchten buhlen demnächst Unitymedia, die Deutsche Glasfaser und die Telekom um Kunden. Über die Ausbaupläne von Unitymedia entscheidet der Rat in seiner Sitzung am 16. Februar.

Quelle: RP
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