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Viersen
Breites Bündnis organisiert AfD-Gegenkundgebung

Viersen. Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) gehört am Samstag zu den Rednern auf dem Sparkassenvorplatz in Viersen

Ein Bündnis aus Parteien und Organisationen in Viersen ruft zu einer Gegenkundgebung gegen eine Veranstaltung der Partei Alternative für Deutschland auf. Zu den Unterstützern gehören die SPD, Bündnis90/Die Grünen und die Partei Die Linke, jeweils auf Stadt- und Kreisebene. Mit dabei ist auch das Bündnis für gelebte Demokratie im Kreis Viersen. Unter Ruth Walter, Geschäftsführerin des Katholischen Forums Krefeld-Viersen, finden sich dort Kirchengemeinden, Moscheevereine und Organisationen zusammen. Sie rufen unter dem Motto "Viersen stellt sich quer - Bürgertreff gegen rechts" zur Teilnahme auf.

Anlass für die Kundgebung ist der Besuch von Frauke Petry: Die AfD-Parteichefin hat sich für den heutigen Donnerstag zu einem Vortrag in Viersen angekündigt. Erst drei Stunden vor Beginn soll der Veranstaltungsort bekannt gegeben werden. Wer Petry hören will, musste sich vorab per E-Mail anmelden.

Der Viersener Oliver Wasseige hat die Gegenkundgebung für Samstag, 26. November, organisiert. Sie soll um 10 Uhr auf dem Sparkassenvorplatz in der Viersener Fußgängerzone beginnen. "Es soll ein friedlicher Protest und ein Infopool für interessierte Bürger sein", kündigte Wasseige an. Auf der Rednerliste eingeplant sind zurzeit Viersens Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) und Martina Maaßen, Viersener Grünen-Chefin und NRW-Landtagsabgeordnete. Weitere Ansprachen sind bis 16 Uhr vorgesehen; zudem werden Infostände aufgebaut.

Wasseige hätte sich eine zeitgleiche Kundgebung zur AfD-Veranstaltung gewünscht. "Diese Möglichkeit räumt uns die AfD nicht ein, da sie den Veranstaltungsort kurzfristig bekannt gibt." Ein legaler Gegenprotest müsse aber zwei Tage vorab angemeldet werden; dies sei von der AfD unmöglich gemacht worden.

Der Organisator rechnet mit "bis zu 350 Teilnehmern". Das SPD-Mitglied hat im vergangenen Jahr eine Anti-NPD-Demo in Viersen auf die Beine gestellt. Damals waren nach seinen Angaben rund 600 Menschen dabei. Bei dem von ihm geplanten Aktion Friedenslicht 2015 gingen 150 Menschen auf die Straße. Wasseige stellt klar: "Wir werden die Veranstaltung auf jeden Fall durchführen - selbst wenn Frauke Petry gar nicht auftreten sollte." Er will "der AfD und anderen rechten Strömungen keinen Fußbreit Land in Viersen lassen": "Ich will meine Stadt nicht den Rechten überlassen." Die gemeinsame Botschaft der teilnehmenden Parteien und Organisationen sei: "Wir verstecken uns nicht." Wasseige hofft auf viele Teilnehmer: "Die beteiligten Parteien und Organisationen wollen Rede und Antwort stehen und Anregungen von den Menschen sammeln."

(busch-)
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