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Niederkrüchten
Briten ziehen schon vor September ab

Niederkrüchten. Herbert Winzen hielt als Bürgermeister die letzte Rede auf dem vor sieben Jahren von ihm selbst ins Leben gerufenen Neujahrsempfang in Niederkrüchten. Im September hört er auf und schaut optimistisch in die Zukunft der Gemeinde. Von Jochen Smets

Herbert Winzens elfjährige Amtszeit als Bürgermeister wird mit einem Meilenstein enden: Wie jetzt bekannt wurde, ziehen die Briten schon bis September aus Elmpt ab. Damit werden Pläne zur Folgenutzung konkreter, erläuterte Winzen vor 350 Gästen in der Begegnungsstätte. Neben den Naturflächen, die unangetastet bleiben, sind 150 Hektar für Gewerbe, 40 Hektar für erneuerbare Energien und der Erhalt des Golfplatzes geplant. Dies ist bereits im Regionalplan verankert.

Derzeit finden Gespräche mit dem Kreis Viersen zur Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft statt. Sie soll das Gelände erwerben, die Baureife herstellen und anschließend an Investoren verkaufen. Dies sei für eine kleine Gemeinde wie Niederkrüchten "eine Herkulesaufgabe", der sich Winzen stellen will: "Kleinmut wäre fehl am Platze, und mit geeigneten, kompetenten Partnern sollte es gelingen, Gewerbe anzusiedeln und damit neue Arbeitsplätze zu schaffen, das Gewerbesteueraufkommen zu erhöhen und nicht zuletzt auch neue Bürger für unsere Gemeinde zu gewinnen."

Eine Erfolgsmeldung gab es zum Malerviertel: Das Wohngebiet in Elmpt ist gut elf Jahre nach dem Abriss der früheren Briten-Siedlung fast ausvermarktet: 131 von 134 Grundstücken sind verkauft. Damit kann die Gemeinde weitere Bauflächen ausweisen, zum Beispiel im "Heineland", östlich des Elmpter Feuerwehrgerätehauses. In Alt-Niederkrüchten entsteht am Oberkrüchtener Weg/An Felderhausen Bauland für 40 Wohneinheiten.

Um für die umkämpfte Zielgruppe "junge Familien" attraktiv zu bleiben, will Winzen die Realschule als einzige weiterführende Schule der Gemeinde unbedingt erhalten. Um sie zu stärken, soll das Betreuungs- und Unterrichtsangebot über den Vormittag hinaus erweitert werden. Entsprechende Gespräche mit den Schulgremien laufen in Kürze an.

Traditionell stehen beim Neujahrsempfang Menschen im Mittelpunkt, die im Ehrenamt einen "unbezahlbaren Beitrag zu einem funktionierenden Gemeinwesen" leisten, betonte Winzen. Er dankte dem Niederkrüchtener Deutschen Roten Kreuzes. Dessen Mitglieder sorgen zum Beispiel bei Sport- und Kulturveranstaltungen, Schützenfesten oder dem Tulpensonntagszug unauffällig und zuverlässig für Sicherheit und schnelle Hilfe. Eine Ehrung gab es für zehn Kameraden der Feuerwehr, die bei der Bewältigung der Elbeflut 2013 geholfen haben. Winzen verlieh ihnen im Auftrag des Landesinnenministers von Sachsen-Anhalt die Fluthelfernadel.

Das Ehrenzeichen der Gemeinde erhielt Bernd Nienhaus. Der Niederkrüchtener ist seit mehr als 30 Jahren eine der prägenden Figuren für den Naturschutz in der Gemeinde und darüber hinaus. Nienhaus ist Gründer des Vereins für Umwelt und Naturschutz, Mitentwickler und Wanderführer für die Premium-Wanderwege im Gemeindegebiet und nicht zuletzt Betreiber der zum heimatlichen Nachrichtenportal gewachsenen Website www.nienhaus-bernd.de. "Ich wünsche mir, dass Sie das Leben in Niederkrüchten durch ihr Tun und Wirken noch viele Jahre ein Stück heller, bunter und reicher machen", gab Winzen dem Geehrten mit auf den Weg.

Winzen selbst dankte in seiner letzten Neujahrsansprache Bürgern, Mitarbeitern und Weggefährten: "Es erfüllt mich mit Stolz, über elf Jahre hinweg Ihr Bürgermeister gewesen sein zu dürfen."

Quelle: RP
 
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