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Schwalmtal
Britenhäuser bieten Platz für Flüchtlinge

Schwalmtal. Am Zoppenberg in Waldniel hat die Gemeinde Schwalmtal Flüchtlinge untergebracht. Vier Reihenhäuser sind belegt, zwei gibt es als Reserve. Von Birgitta Ronge

Dass die Unterkunft am Vogelsrather Weg nicht zu denen gehört, die man langfristig Menschen zumuten möchte, darüber hatten die politischen Gremien in Schwalmtal immer wieder diskutiert. Klar war aber auch: Der Gemeinde fehlt das Geld, um Häuser zu bauen oder neue Mobilheime zu kaufen. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die sich nach dem Abzug der britischen Streitkräfte um eine Nachnutzung der Gebäude kümmert, bot der Gemeinde mehrere Wohnhäuser am Zoppenberg in Waldniel zum Kauf an. Doch bei der knappen Kassenlage war das nicht zu machen - die Gemeinde schlug aus.

Dass die Bima dann vorschlug, der Gemeinde einige Häuser zu überlassen, um dort Flüchtlinge unterzubringen - und das mietfrei für zunächst ein Jahr - nennt Marc Diede vom Sozialamt bei der Gemeindeverwaltung eine "glückliche Fügung". Die Gemeinde sagte zu. In vier Reihenhäuser am Zoppenberg sind nun Flüchtlinge eingezogen, zwei weitere Reihenhäuser hat die Gemeinde schon übernommen und ausgestattet - sicherheitshalber. "Wir wissen ja nicht, wie viele Menschen noch kommen", sagt Sozialamtsleiter Werner Bongartz.

145 Flüchtlinge sind derzeit in Schwalmtal untergebracht. 37 von ihnen leben jetzt am Zoppenberg. In zwei Häusern sind Familien untergebracht, im nächsten ein Ehepaar sowie alleinerziehende Mütter, in einem weiteren Haus wohnen Männer. Einige sind neu in Schwalmtal, andere kommen aus anderen Unterkünften der Gemeinde, zum Beispiel vom Vogelsrather Weg. "Wir haben gefragt, wer umziehen möchte", erzählt Marc Diede. Ebenso informierte die Verwaltung die Nachbarn am Zoppenberg. Sie stehe auch jetzt den Anwohnern jederzeit für Fragen zur Verfügung, sagt Diede: "Wir waren von Anfang an sehr offen, und das funktioniert."

In den Häusern gibt es jeweils unten ein WC und eine gemeinsame Küche. Oben gibt es ein Bad. Zehn Menschen teilen sich diese Räume. Je zwei Personen teilen sich ein Schlafzimmer. Die Ess- und Wohnzimmer der Häuser wurden zu Schlafzimmern umfunktioniert. Diede wählte die Möbel aus: einfach, stabil, pflegeleicht. In jedem Zimmer gibt es zwei Betten, einen Tisch, zwei Stühle, einen abschließbaren Schrank und die Erstausstattung: Bettwäsche, Geschirr, ein Topf-Set, Besteck. Mit Hausmeister Eric Nicolaus, der mitunter täglich die Flüchtlingsunterkünfte besucht, richtete er die Häuser ein.

Um die individuelle Ausstattung jedes Einzelnen kümmert sich der Asylkreis. Die Ehrenamtler sorgen dafür, dass die Flüchtlinge das bekommen, was sie brauchen, und dass Spenden an der richtigen Stelle landen. "Wir sind sehr froh, dass es die Ehrenamtlichen gibt", sagt Bongartz. "Was Ehrenamt leistet, kann Verwaltung nicht leisten."

Quelle: RP
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