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Brüggen
Brüggen öffnet Horizonte

Brüggen. Bei "Brüggen Klassik" trafen am Wochenende Musiker und Fans der unterschiedlichsten Stilrichtungen aufeinander. Dem Publikum gefiel's. Von Birgitta Ronge

Man weiß nicht, wie viele Metalheads bald durch Brüggen laufen. Nach dem Auftritt der Goth-Metal-Band "Aeverium" am Samstagabend allerdings ist gewiss: Viele Besucher werden zu Hause das Album einlegen, das in großer Zahl bei "Brüggen Klassik" über die Theke am Merchandising-Stand wanderte. Es war die Deluxe-Version: einmal normal, einmal unplugged. Manch einer wird daheim vielleicht den CD-Player erschrocken wieder ausschalten - eigentlich klingen die Songs von "Aeverium" nämlich nicht so brav, so ausgeruht, schon gar nicht so leise wie am Samstagabend. Andere werden angetan davon sein, wie allein durch die Stimmen von Aeva Maurelle und Marcel "Chubby" Römer, durch den Kontrast von hell und dunkel, eine reizvolle Spannung entsteht. Sie werden sich vielleicht auf die "normale" Version einlassen und entdecken, wie vielfältig diese Musik sein kann.

"Normalerweise machen wir böse, harte Metal-Musik", erklärte Frontmann Marcel "Chubby" Römer zum Auftakt dem Publikum, das zum großen Teil auf Stühlen vor der Bühne saß, doch versprach sofort: "Aber heute nicht." Und so gelang es der Band und den sie unterstützenden Musikern David Koebele, Cello, und Maya Yakovleva, Geige, das Publikum in Brüggen zu begeistern. Immer wieder stand Römer auf, forderte zum Schnipsen oder Klatschen auf und brachte die Besucher dazu, beim Song "What are you waiting for" einzustimmen. "Was, das ist Metal?", raunten sich Gäste am Ende zu und staunten.

Ein abwechslungsreiches Programm bot im Anschluss die Band "Kings for a day", die mit dem Sinfonieorchester der Kreismusikschule Viersen unter Leitung von Georg Klinkenberg auftrat. Hatte schon "Aeverium" Einblick in andere Welten gegeben, so taten es die Band "Kings for a day" und das Sinfonieorchester mit "Rock und Pop im sinfonischen Gewand" nicht minder.

Arrangeur Achim Buschmann hatte bekannte Stücke ausgewählt, die für die Umsetzung mit Orchester besonders geeignet sind, etwa Totos "Africa", Silbermonds "Symphonie", "Rather be" von Clean Bandit oder "Walking on broken glass" von Annie Lennox. Dass es wohl einige technische Schwierigkeiten gab und die Band mitunter den Gesamtklang deutlich dominierte, tat der Stimmung auf der Burgwiese keinen Abbruch. Gleichwohl kam das Orchester bei Instrumentalstücken am schönsten zur Geltung, so bei Lindsey Stirlings "Crystallize".

Eine Überraschung hatten die Musiker zum Schluss für die Besucher parat: Zu Xavier Naidoos Hit "Sie sieht mich nicht", gesungen von Björn Beeren, tauchten plötzlich der Brüggener Dudelsackspieler David Johnston und sein Sohn Kian vor der Burg auf und spielten mit. Ein herzlicher Applaus war ihnen sicher, bevor sich die Zuhörer laut applaudierend eine Zugabe erbaten. Die gab es mit John Miles "Music", einer Liebeserklärung an die Musik, mit der die Organisatoren in einem Video für "Brüggen Klassik" geworben hatten. Dass die Werbung funktionierte, war am Wochenende zu sehen: Unzählige Besucher bummelten bei herrlichem Wetter durch Brüggen, am Samstag zählten die Organisatoren rund 850 Zuhörer auf der Burgwiese. Damit ist zu erwarten, dass "Brüggen Klassik" nach dem dritten Jahr nun ein festes Element im Veranstaltungskalender der Burggemeinde wird.

Quelle: RP
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