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Brüggen
Brüggen prüft Wohnungen für Flüchtlinge am Westring

Brüggen. Der Rat hat den Beschluss für eine Spielplatz-Bebauung zurückgezogen. Die Gemeinde sucht Alternativen Von Birgitta Ronge

Der Brüggener Rat hat seinen Beschluss zur Umnutzung des Spielplatzes an der Ecke Lindenweg/Buchenweg in seiner jüngsten Sitzung einstimmig zurückgenommen. In einer nicht-öffentlichen Sitzung hatte der Rat Mitte Mai beschlossen, das Grundstück zu verkaufen. Dort hätten Wohnungen gebaut werden sollen, in denen die Gemeinde zunächst Flüchtlinge unterbringen wollte. Der Ratsbeschluss war in Brüggen massiv kritisiert worden, die Gemeindeverwaltung sah einer längeren rechtlichen Auseinandersetzung entgegen. Um das zu vermeiden, zog der Rat nun seinen Beschluss zurück.

In der Ratssitzung wies Bürgermeister Frank Gellen (CDU) darauf hin, dass man bei ähnlichen Vorhaben künftig "die Zeitfrage einpreisen" müsse, gleichwohl könne der Rat nicht ständig Beschlüsse zurückziehen. Darüber hinaus lud er die Anwohner zu einer Bürgerversammlung ein, um mit ihnen über den Erhalt des Spielplatzes und die künftige Gestaltung zu sprechen.

Dass der Ratsbeschluss zurückgezogen wurde, führt jetzt nicht dazu, dass nirgendwo in der Gemeinde Mehrfamilienhäuser errichtet werden, in denen zunächst Flüchtlinge untergebracht werden. Die Gemeindeverwaltung spricht von "erheblichem Handlungsdruck": In den kommenden Wochen sollen weitere Standorte im Gemeindegebiet und auch alternative Bebauungskonzepte geprüft und öffentlich vorgestellt werden.

In der Diskussion um mögliche alternative Standorte hat die CDU-Fraktion einen Vorschlag gemacht: Sie beantragte, dass die Verwaltung prüfen möge, ob sich der noch unbefestigte Parkplatz am Westring, gegenüber der Burggemeindehalle, nicht für eine Mehrfamilienhausbebauung eignet. Die Fläche soll auch für eine neue Skater-Anlage genutzt werden, wenn die alte Skater-Anlage hinter Rewe dem neuen Aldi-Markt weichen muss.

Thomas Schmidt (CDU) bat die Verwaltung, prüfen zu lassen, ob man nicht Skater-Anlage, Mehrfamilienhausbebauung und Stellplätze auf der Fläche unterbringen kann. Bisher wird auf dem Platz auch das Schützenzelt aufgestellt und das Martinsfeuer abgebrannt. Beides könnte zum Deichweg umziehen, schlug Schmidt vor - der Bolzplatz am Deichweg könne zur Festwiese werden, Glühwein könne man nach dem Martinszug im Feuerwehrgerätehaus trinken.

Einstimmig beschloss der Rat, dem Antrag der CDU-Fraktion zuzustimmen. Gottfried Optenplatz (SPD) bat darum, in die Prüfung auch die Befestigung der Stellplätze einzubeziehen, ebenso eine Querungshilfe über den Westring. Mit der Prüfung der städtebaulichen Situation und mit der Erstellung eines Konzepts wird ein Planungsbüro beauftragt, das kostet laut Verwaltung 2000 bis 3000 Euro. Bürgermeister Gellen machte deutlich, dass es sich zunächst nur um eine Prüfung handele, was gebaut werden könnte. Ein Beschluss zur Bebauung dort ist das noch nicht.

Quelle: RP
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