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Brüggen
Brüggen will bessere Anbindung an ÖPNV

Brüggen: Brüggen will bessere Anbindung an ÖPNV
Die Schienenstrecke Kaldenkirchen-Dülken bei Boisheim. Viele Bürger sprachen sich für eine Anbindung an den Boisheimer Bahnhof aus. FOTO: Siemes
Brüggen. Zwei Umfragen sollten den Bedarf der Bürger ermitteln. Vor allem den Arbeitnehmern in den Gewerbegebieten fehlt eine Bushaltestelle Von Birgit Sroka

Bis Ende 2017 soll der Bedarf für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) von Brüggen mittelt sein. Danach erfolgt die Fortschreibung des Nahverkehrsplans für den Kreis Viersen. Die erste Fortschreibung aus dem Jahr 1997 war 2004. Für die Bedarfsermittlung wurden zwei Umfragen vom 11. April bis 30. April durchgeführt. Mehrfach hatten sich Firmen der Gewerbegebiete Brüggen und Bracht an die Verwaltung gewandt, die Gewerbegebiete besser an das Verkehrsnetz des ÖPNV im Kreis anzubinden. Mangels eigener Haltestellen in den Gewerbegebieten müssen Arbeitnehmer, die mit dem ÖPNV zur Arbeit kommen, einen 20-minütigen Fußweg ins Brachter Gewerbegebiet in Kauf nehmen.

Für eine der Umfragen wurden 85 Unternehmen kontaktiert; 104 Fragebögen kamen ausgefüllt zurück. 94 Prozent der Befragten nutzen den ÖPNV nicht, um ihre Arbeitsstelle zu erreichen. 43 Prozent gaben an, dass der Weg von der Haltestelle aus zu weit sei. Weitere 31 Prozent sagten, dass keine Anbindung vorhanden sei. 44 Personen würden den ÖPNV nutzen, wenn eine Haltestelle fußläufig in weniger als zehn Minuten erreichbar wäre. 83 Prozent der Befragten möchten keinen Shuttle-Bus.

Bemängelt wurde bei der Umfrage, dass kein Bahnhof von Brüggen aus mit dem ÖPNV zu erreichen ist. Auch beschwerten sich die Befragten, dass es keine Verkaufsstellen mehr gebe, an denen Busfahrkarten erhältlich sind. Sowohl der Bürgerservice als auch die Tourist-Info können den mit dem Ticket-Verkauf verbundenen Beratungsaufwand nicht leisten. Durch eine Provision von nur zwei Prozent des Umsatzes, die die Deutsche Bahn und der VRR gewähren, könne keine Verkaufsstelle kostendeckend arbeiten, so das Ergebnis einer Studie.

In der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Stadtmarketing und Tourismus wurde diskutiert, welche Wünsche die Brüggener Vertreter der Viersener Kreisverkehrsgesellschaft mitteilen sollen. In dem Gremium werden die Stellungnahmen der Kommunen im Kreis Viersen gesammelt.

CDU-Ratsherr Jürgen Offermanns teilte mit, dass durch eine geringe Zeitanpassung im Fahrplan, der Kaldenkirchener Bahnhof von Brüggen aus in 23 Minuten und von Bracht aus in 15 Minuten Busfahrt zu erreichen sei. Der Ausschuss will den Kaldenkirchener Bahnhof nun in den Fokus zu rücken, obwohl sich 78 Prozent der befragten Bürger für eine Anbindung von Brüggen zum Boisheimer Bahnhof aussprachen. Der Grund: Ein Linienbus nach Boisheim hätte es schwer, die Raiffeisenstraße zum Bahnhof hinein und wieder hinaus zu fahren.

Die Verwaltung wurde einstimmig beauftragt, der Verkehrsgesellschaft des Kreises Viersen (VKV) für die Fortschreibung des Nahverkehrsplans folgende Anregungen mitzuteilen: Eine bessere Anbindung der Gewerbe- und Industriegebiete Holtweg/Stiegstraße/Christenfeld - gegebenenfalls mit der Einrichtung einer fußläufig erreichbaren Haltestelle; eine direkte Anbindung an den Zugverkehr und den Wunsch nach einer besseren grenzüberschreitenden Verzahnung des ÖPNV mit der Nachbarkommune Beesel sowie den Einkaufs- und Studentenstädten Roermond und Venlo.

Quelle: RP
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