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Brüggen
Brüggen will ein eigenes Gründerzentrum

Brüggen. Die Gemeinde wirbt um junge Firmengründer. Sie könnten in dem leerstehenden Gebäude der ehemaligen Volksbank die ersten Schritte in die Selbstständigkeit wagen. Wirtschaftsförderer Guido Schmidt sieht darin eine Chance Von Birgit Sroka

Ein Gründerzentrum in Brüggen-Bracht, komplett ausgestattete Büroräume für junge Firmen - ein Traum? In der vergangenen Ratssitzung informierte Wirtschaftsförderer Guido Schmidt über die Chance, genau so ein Zentrum für Start-up-Unternehmen in Vorstandstrakt der ehemaligen Volksbank Brüggen-Nettetal einzurichten. Dieses Gebäude steht seit 31. Dezember 2015 leer und ist inzwischen verkauft.

"Zehn Büroräume à 25 bis 30 Quadratmeter gibt es in der ersten Etage, ein Seminar- und Vortragsraum befindet sich in der zweiten Etage", erläuterte Guido Schmitt. Der Investor sei an die Gemeinde herangetreten mit der Bitte, "dass wir uns dazu mal Gedanken machen": "Die Betreibergesellschaft könnte bei den Gemeindewerken angesiedelt werden."

Die Verwaltung sucht nach Wegen der Finanzierung. Denn im Rahmen einer einfachen Rechnung hat die Geschäftsleitung der Gemeindewerke festgestellt, dass sich - auch bei Nutzung aller Ressourcen der Muttergesellschaft durch die Tochter - der alleinige Betrieb eines Gründerzentrums insbesondere in der Startphase wirtschaftlich schwer darstellen lässt.

Die Verwaltung und der Rat taten sich etwas schwer bei der Diskussion zu diesem Thema. Denn es geht um Geld - und erst einmal um eine grundsätzliche Richtung. Eigentlich hätte das Thema nur im nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzung behandelt werden sollen. Es gab also Argumente, Fakten und Namen nicht so direkt aussprechen zu können. Auf Antrag der FDP wurde das Thema jedoch in den öffentlichen Teil der Sitzung geschoben.

Schmidt wies darauf hin, dass es hier um Wirtschaftsförderung ginge und dass das Vorhaben "jungen Selbständigen einen guten Start ermöglichen könnte". Thomas Schmidt (CDU) hält eine Testphase für sinnvoll. "Wir unterstützen es, die Idee weiter voranzutreiben", sagte Schmidt. Dahingegen verwies die FDP auf das Technologie- und Gründerzentrum Niederrhein (TZN) im benachbarten Kempen. Deren Mitarbeiter beraten die Kommunen im Kreis. "Wenn es doch hier einen Bedarf gibt, dann sollte man eine Zusammenarbeit mit dem TZN vorantreiben", sagte Bist. Die Verwaltung informierte, dass Gespräche mit dem TZN geführt wurden. Dort sei jedoch keine Bereitschaft gezeigt worden, in Brüggen eine Zweigstelle zu eröffnen.

Laut Guido Schmidt sind sowohl die Brüggener Verwaltung, als auch die Wirtschaftsförderung des Kreises Viersen der Meinung, mit dem Brüggener Projekt den richtigen Schritt zu machen. Die Burggemeinde wolle für Gewerbetreibende attraktiv bleiben und junge Firmen ansprechen. Tim Gottwald (UBW) forderte, Leerstände zu vermeiden und Impulse zu geben. Auch Rolf Gersemann (AWB) hält eine zeitlich begrenzte Phase für sinnvoll. "Wenn es sich nicht rechnet, kann man es ja später wieder zurückfahren", sagte Gersemann. Ob sich bei solchen Überlegungen junge Firmen auf eine Kooperation einlassen, muss sich erst zeigen. Doch es geht auch um viel Geld, um Mietpreise und um ein Darlehen eines Dritten. Daher hatte die SPD noch Bedenken, die im nicht-öffentlichen Teil besprochen werden sollten.

Die Verwaltung schlug vor, das Gründerzentrum über den Kernhaushalt der Gemeinde einzurichten und zunächst auch zu betreiben. Innerhalb eines fest definierten Zeitraumes - die Rede ist von einem halben Jahr - will sich sie sich unter Einbindung aller Beteiligten bemühen, eine "große Lösung" zu finden. Organisatorische, rechtliche sowie wirtschaftliche Gesichtspunkte und auch das Tourismusmarketing sollen einbezogen werden.

Quelle: RP
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