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Brüggen
Brüggener Pfarrheim wird zur Irrenanstalt

Brüggen. Regisseur René Heimes freute sich über das gut gefüllte Brüggener Pfarrheim und ermunterte das Publikum: "Zögern Sie nicht zu klatschen!" Diese Aufforderung brauchte es nicht: Bei der Premiere des neuen Stückes der Spielschar Brüggen, "Neurosige Zeiten" von Autorin Winnie Abel, kamen die Pointen Schlag auf Schlag. Das Brüggener Pfarrheim verwandelte sich in die "Offene Wohngruppe Psychiatrie Brüggen". An der Klosterstraße 48 lebt die sexsüchtige Agnes (Sarah Hormes), seit sie nackt zu einem Geschäftstermin erschienen ist. Ihre Mitbewohner sind die Stalkerin Marianne (Denise de Witte), weil sie den Volksmusikstar Hardi Hammer (Ralf Prinz) aus Liebe verfolgt hat, das Putzteufelchen und der zwangsneurotische Finanzbeamte Hans (René Heimes), die berühmte, manisch-depressive und farbstarke Künstlerin Desirée (Gudrun Leder) sowie die ängstliche, menschenscheue und stotternde Waltraud (Edith Hintzen).

Psychiaterin Dr. Dr. Ilse Schanz (Monika Luxa-Westermann) sorgt mit Medikamenten und Beschäftigungstherapeut Rolf (Ralf Prinz) mit Bastelaktionen dafür, dass das Zusammenleben gut funktioniert. Doch dann kündigt sich spontan Agnes' Mutter Cécile Adolon (Irene Bejko) an - und das bedeutet für Agnes, Tochter einer reichen Hoteldynastie, eine Katastrophe. Ihre Mutter denkt, sie residiere standesgemäß in einer Villa - und befinde sich nicht in einer Irrenanstalt. In kurzer Zeit wird aus der verrückten Wohngruppe, in der jeder einen Knall hat, ein Villenhaushalt.

Weiterer ungebetener Besuch taucht auf, und so nimmt das Chaos seinen Lauf. Anstatt sich das Stück in Ruhe anzusehen, durfte Regisseur René Heimes selbst mitspielen - und das in einer Doppelrolle, als Hans und als Reporter Freddi. Doppelrollen meisterten auch Ralf Prinz und Monika Luxa-Westermann, neben der Psychiaterin war sie eine berlinernde Tuppertante. Denn von vier Neuzugängen der Spielschar sprangen im Laufe der Proben drei ab. Denise de Witte stand in Brüggen zum ersten Mal auf der Bühne, Sarah Hormes hatte ihre Premiere als Hauptdarstellerin.

(maof)
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