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Brüggen
Brüggens Feuerwehr schlägt Alarm

Brüggen: Brüggens Feuerwehr schlägt Alarm
Das Feuerwehrgerätehaus an der Börholzer Straße in Bracht - hier mit Wehrleiter Marcel van Montfort am Fahrzeug der Einsatzleitung - ist zu klein. Eine Erweiterung des Gebäudes würde Schätzungen zufolge rund 510.000 Euro kosten. FOTO: Heike Ahlen
Brüggen. Eine Analyse zeigt, dass die Freiwillige Feuerwehr der Burggemeinde dringend mehr Mitglieder und mehr Platz in den Gerätehäusern braucht. Schwachpunkte sind die Standorte in Born und Lüttelbracht Von Birgit Sroka

"Die erste Hilfe muss innerhalb von acht Minuten am Brandort eintreffen - mit neun Einsatzkräften. Das sind zwei Trupps, einer mit Atemschutz und ein Sicherheitstrupp", erklärt Feuerwehrmann Stephan Leewen in der jüngsten Hauptausschusssitzung. In einer Präsentation demonstriert der geprüfte Rettungsmanager und Sicherheitsbeauftragte der Freiwilligen Feuerwehr, warum Brüggen momentan auf alle Gerätehäuser angewiesen ist und was dringend passieren muss.

Es geht um die Hilfsfristen. Das sind die Zeiten, in der die Feuerwehr am Ort des Geschehens eintreffen muss. Für die erste Hilfsfrist haben die Feuerwehrmänner acht Minuten Zeit, an einem möglichen Brandort anzukommen, um Menschen etwa aus einem brennenden Haus noch retten zu können. Danach beginnt die zweite Hilfsfrist, denn nach zwanzig Minuten ist von einer akuten Brandausbreitung auszugehen. "Das sind Zahlen, die so nach anerkannten Regeln festgelegt sind", sagt Leewen.

Im Rahmen einer Standortanalyse hat sich die Leitung der Feuerwehr in Brüggen mit der personellen und betrieblichen Situation der Gerätehäuser für die Löschzüge Brüggen und Bracht sowie für die Löschgruppen in Born und Lüttelbracht beschäftigt. Ergebnis: Es besteht dringender Handlungsbedarf. Die Feuerwehr brauch mehr Mitglieder und mehr Platz in den Gerätehäusern. "Eine Grundvoraussetzung für die Menschen, die in die Freiwillige Feuerwehr eintreten möchten ist, sie mit allem auszustatten. Und es ist zumindest ein Spind für die Sachen der Leute nötig. Das ist hier nicht so gegeben", bemängelt Leewen.

Die Feuerwehr zeige trotz ungünstiger Bedingungen eine Leistungsfähigkeit mit Zahlen, hinter denen man sich nicht verstecken müsse, erklärt Leewen. Er geht Löschzug für Löschzug auf Einsätze und die Zeit ein, in der die Wehrleute am Gerätehaus eintreffen, und die Zeit, die sie bis zum Einsatzort benötigen. Deutlich wird, dass Born einen Schwachpunkt darstellt. Hier gibt es ein Fahrzeug und sieben Mitglieder. "21 wären nötig, um einen Personalfaktor von drei zu erzielen. Da ist dringend Personal nötig", macht Leewen deutlich. Der Standort sei wichtig, um im Falle eines Brandes in Born rechtzeitig vor Ort zu sein: Weder von Bracht noch von Brüggen aus würde Born innerhalb der ersten Hilfsfrist erreicht werden. Ein weiterer Schwachpunkt ist Lüttelbracht, obwohl der Standort zwischen den Ortsteilen perfekt ist. Hier gibt es nur ein Fahrzeug - ohne Atemschutz, ohne Leiter und ohne Pumpe. "Also ist kein Erstangriff möglich. Beispielsweise das Heidecamp ist nur von diesem Standort innerhalb der Hilfsfrist zu erreichen", sagt Leewen. Er lobt, dass es hier 17 Wehrleute gibt.

Die Analyse zeigt, dass von Bracht aus bei Einsätzen 36 Plätze in Fahrzeugen vorhanden sind, im Schnitt aber nur zwölf Wehrleute ausrücken. "Wenn wir das an Mitgliedern aufnehmen wollten, was wir eigentlich müssten, dann haben wir aber keinen Platz, die Leute im Gerätehaus unterzubringen", so Leewen. Sich kreuzende Fahrzeuge bei einem Einsatz sind nicht nur hier ein Problem: Auch in Brüggen ist nicht genug Platz für die mit Autos ankommenden Feuerwehrleute und abfahrende Einsatzwagen. Die Ausrückzeiten seien an allen Standorten gut. Im Schnitt rücken die Löschzüge fünf Minuten nach Alarmierung aus, in Born nach sechs Minuten - vorausgesetzt, es sind genügend Wehrleute erreichbar. Mit Kreisen zeigt Leewen in der Präsentation, wie sich die Gebiete überschneiden, die in der Hilfsfrist erreicht werden können. Würde etwa im Weihersfeld ein neues Gerätehaus gebaut werden, könnte man wahrscheinlich die Ausrückzeit nicht mehr halten, da dann die Wehrleute zu weit weg wohnen.

Auch auf die Gesundheit geht Leewen ein, denn es gibt nicht genug Platz, die mit Schadstoffen belastete Kleidung nach einem Einsatz vernünftig zu lüften. "In Bezug auf Unfall- und Arbeitsschutz ist die Situation nicht tragbar", betont Bürgermeister Frank Gellen (CDU).

Quelle: RP
 
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