| 00.00 Uhr

Brüggen
Brüggens Feuerwehr zieht Bilanz

Brüggen: Brüggens Feuerwehr zieht Bilanz
Im November rückten die Wehrleute aus, weil ein Mieter seinen Vermieter mit einem Messer bedroht hatte. FOTO: Ahlen
Brüggen. Zu 148 Einsätzen wurden die Löschzüge Brüggen und Bracht 2016 gerufen. Bei ihrer Hauptversammlung hoben die Wehrleute außergewöhnliche Fälle hervor — und überraschten ihren neuen Leiter Von Heike Ahlen

Es gab zweifellos bewegende Momente bei der Jahreshauptversammlung der Brüggener Feuerwehr. Der neue Leiter, Marcel van Montfort, hatte die Aufgabe, neben Detlef Wiedemann auch seinen Vorgänger Werner Gumpert, der die Brüggener Wehr 26 Jahre lang geleitet hatte, offiziell in die Alters- und Ehrenabteilung zu überstellen. Gumpert hatte im Dezember das Feuerwehr-Höchstalter von 63 Jahren erreicht und war nach 26 Jahren als Wehrleiter und 44 Jahren in der aktiven Wehr in den Ruhestand verabschiedet worden. "Du bist länger in der Feuerwehr, als ich alt bin, und länger Wehrleiter, als ich in der Feuerwehr bin", sagte Marcel van Montfort.

Gumpert wurde mit stehenden Ovationen verabschiedet. Er hatte für seinen Nachfolger, der zehn Jahre lang Leiter der Jugendfeuerwehr gewesen war und dieses Amt schweren Herzens aufgegeben hatte, als er zum Wehrleiter bestellt wurde, aber auch noch eine Überraschung. Er hatte bei Kreis-Jugendfeuerwehrwart Christoph Heyer beantragt, dass van Montfort die Ehrennadel der Jugendfeuerwehr in Silber bekommen sollte. Und die hatte Heyer zur Jahreshauptversammlung mitgebracht. Auch hier war der Beifall der Versammlung laut und herzlich.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Claudia Wolters gratulierte bei der Hauptversammlung den Geehrten. FOTO: Ahlen

Die stellvertretende Bürgermeisterin Claudia Wolters (CDU) zollte den Wehrleuten "höchsten Respekt und Wertschätzung". Sie habe bei einem Brand vor elf Jahren selbst erfahren, was es bedeutet, die Feuerwehr zu benötigen und sei noch heute "tief dankbar". Sie sicherte zu, dass Verwaltung und Politik "mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln" die Feuerwehr auch in diesem Jahr unterstützen werden.

148 Alarmierungen hatte es für die Feuerwehr in Brüggen im Jahr 2016 gegeben. Das entspricht in etwa den Vorjahren, als die Wehr 140 und 139 Mal ausrücken musste. In neun Fällen waren im vergangenen Jahr beide Löschzüge gleichzeitig alarmiert worden. 85 Mal war Brüggen alarmiert worden, 63 Mal Bracht. 74 Einsätze waren in Verbindung mit Feuer, 83 Mal ging es um technische Hilfeleistung. Darunter versteht man Verkehrsunfälle, aber auch Öl-, Sturm- und Wasser-Einsätze sowie Türöffnungen.

Einsatz am 26. September 2016 in Bracht: nach Dachdeckerarbeiten war ein Dachstuhl in Brand geraten. FOTO: Ahlen

Außergewöhnlich war der Einsatz in der Nacht des 29. Juli, als die Feuerwehr zu einer Geldautomatensprengung an einem Geschäft an der Borner Straße in Brüggen ausrücken musste.

Ansonsten war die Königstraße in Bracht gleich drei Mal Schauplatz eher außergewöhnlicher Einsätze. Am 26. September war nach Dachdeckerarbeiten ein Dachstuhl in Brand geraten. Die Feuerwehr konnte durch besonnenes Vorgehen die Schäden - die trotzdem für den Hausbesitzer groß waren - eingrenzen. Am 27. Oktober lag der nächste Brandort schräg gegenüber - diesmal im Keller. Im Hausanschlussraum hatte es aus unbekannter Ursache angefangen zu brennen. Das Haus galt danach als unbewohnbar. Ein Mieter hatte sich trotzdem im Haus aufgehalten und geriet am 7. November mit dem Vermieter in Streit. Dabei ging er mit einem Messer auf den Vermieter los, so dass außer der Feuerwehr auch die Polizei, ein Spezialeinsatzkommando und der Rettungsdienst ausrücken mussten.

Für die Feuerwehr beschränkte sich die Arbeit schließlich darauf, die Scherben der durch den Einsatz einer Blendgranate zu Bruch gegangenen Fensterscheibe zusammenzukehren. Der Mieter wurde in eine Klinik eingewiesen.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Brüggen: Brüggens Feuerwehr zieht Bilanz


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.