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Viersen
Bürger ärgert sich über Kopfsteinpflaster

Viersen: Bürger ärgert sich über Kopfsteinpflaster
Für Anwohner Ernst Bodden (82) sind Parkanlagen dazu da, dass sie von allen genutzt werden können. Darum wünscht er sich, dass der Belag hinter der Kaisermühle ausgetauscht wird. Er sei uneben und bei Regen glitschig. FOTO: Emily Senf
Viersen. Im Park hinter der Kaisermühle führt ein Weg aus Kopfsteinpflaster um den kleinen See. Ein Anwohner meint, dass der Belag Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, Schwierigkeiten bereitet. Die Stadt will nichts ändern Von Emily Senf

Ernst Bodden gefällt der Park hinter der Kaisermühle richtig gut. Der grüne Rückzugsort ist schattig, ruhig gelegen und bietet Erholung vom Trouble der Innenstadt. Es gibt vier Bänke zum Rasten und eine Wasserfontäne im See in der Mitte. Enten strecken die Köpfe ins Wasser, um an Nahrung zu gelangen, Vögel zwitschern. Jeden Tag durchquert der 82-Jährige den Park mindestens zweimal, einmal auf dem Weg zu seiner Nichte, der er die Zeitung bringt, einmal auf dem Weg zurück. "Es ist eine wunderschöne Parkanlage", sagt Bodden, der nicht weit entfernt wohnt. Allerdings hat sie in seinen Augen einen Haken: "Für Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, ist der Park nichts."

Bodden empfindet das Kopfsteinpflaster, das von drei Eingängen aus einmal um den See hinter der Kaisermühle führt, als gefährlich für Menschen mit Gehhilfe. Mit Rollstuhl und Kinderwagen sei der Weg auch nicht sehr bequem zu bewältigen, da er uneben sei. Die Fugen seien zu groß, moniert der Rentner, Gras wachse dazwischen. "Außerdem sind die Steine bei Regen glitschig", sagt Bodden. Der ehemalige Berufssoldat ist selbst noch gut zu Fuß. Mehrfach in der Woche treibt er Sport, der Park ist für ihn kein Problem. Doch er denke an die anderen, denen es nicht so gut gehe wie ihm, sagt er. "Die schreiben den Park innerlich als Ziel für einen Spaziergang ab, weil sie wissen, wie schlecht der Bodenbelag dort ist."

Zweimal schon hat der 82-Jährige sich mit einer Beschwerde an die Stadt Viersen gewandt. Er wünscht sich einen festen Sandweg, wie etwa in anderen Grünanlage in der Stadt. Nachbar Ernst Höfer, der an diesem Tag mit Bodden in den Park gekommen ist, teilt die Einschätzung des Rentners. Seine Frau sei vor vielen Jahren auf dem Kopfsteinpflaster ausgerutscht und gefallen. "Mit flachen Schuhen", sagt der 78-Jährige. Es sei ein komplizierter Bruch gewesen, manchmal schmerze das Bein noch heute. "Geändert wurde hier seitdem nichts", sagt Höfer.

Marina Jansen von den Städtischen Betrieben hat die Beschwerden Boddens vor einem Jahr beantwortet. Sie sagt damals wie heute: "Der Park ist verkehrssicher." Mitarbeiter würden ihn regelmäßig kontrollieren; dass zwischen den Fugen Gras hervorrage, sei gewünscht. "Das Kopfsteinpflaster passt zum Umfeld der unter Denkmalschutz stehenden Mühle", sagt Jansen.

Allerdings würden noch weitere Gründe gegen einen Austausch der Pflastersteine sprechen. So berge beispielsweise die sogenannte wassergebundene Wegedecke, die sich Anwohner Bodden wünscht, Erosionsgefahr. "Bei Regen würde der Belag in den See laufen", erklärt Jansen. Asphalt komme alleine schon optisch nicht in Frage. "Man will das historische Erscheinungsbild der Mühle und des Parks wahren", sagt Jansen. Zudem würde eine Umgestaltung jeglicher Art inklusive Unterbau und Verdichtung der Decke mindestens 20.000 Euro kosten.

Jansen hat Verständnis für das Anliegen des Anwohners. "Ich kann erkennen, dass es für manche Menschen im Park schwierig sein kann", sagt sie. Doch ändern könne die Stadt das aus den genannten Gründen nicht.

Bodden findet diese Antwort unbefriedigend. "Solche Anlagen sind doch dafür da, dass sie von allen genutzt werden", sagt er. "Diejenigen, die darüber entscheiden, kennen den Wert eines Parks nicht."

Quelle: RP
 
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