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Viersen
Bürger-Anstöße mit Dominoeffekt

Viersen: Bürger-Anstöße mit Dominoeffekt
Für die Viersener Südstadt sind neben den bereits gelaufenen Projekten - wie der Umgestaltung des Festhallenvorplatzes (oben) und des Gereonsplatzes - weitere Aktivitäten geplant. FOTO: Busch
Viersen. Mit Hilfe des Verfügungsfonds gewinnt die Viersener Südstadt an Potenzial. Anträge für weitere Fördergelder sind gestellt. Von Bianca Treffer

Mittelalterliche Manierkunde, Mehrgenerationentheater, ein deutsch-griechisches Kulturfest, Viersen open art - die Palette der Aktivitäten ist lang und vielschichtig. Aber so verschieden die Projekte auch sind, eins haben sie alle gemeinsam. Engagierte Bürger setzen sie mit Hilfe des Verfügungsfonds im Rahmen des Großprojektes "Soziale Stadt - Perspektive Südstadt" um. Seit 2011 sind so 61 Projekte in den unterschiedlichsten Handlungsfeldern in der Viersener Südstadt realisiert worden.

Wobei insgesamt Gelder in Höhe von 58.926 Euro flossen. "Wir haben viel bewegt", fasst Walter Jenniches, Projektkoordinator Südstadt, zusammen. Der Großteil der Aktivitäten entfiel mit 26 Projekten auf den Bereich Stadtteilkultur. Im Bereich Kinder, Jugend und Familie waren es 17 Aktivitäten, der Bereich "Integration" schlug mit acht Angeboten zu Buche. Vieles, was als einzelnes Projekt entwickelt wurde, entpuppte sich zu einem Dauerbrenner und zog teilweise nächste Aktivitäten nach sich. "Das internationale Frauenfrühstück ist ein solcher Dauerbrenner", sagt Jenniches.

FOTO: Busch, Franz-Heinrich sen. (bsen)

Gerade Nachhilfe, Hausaufgabenbetreuung und Sprachangebote haben zudem direkte positive Auswirkungen. Es seien viele kleine Bausteine, die für sich allein vielleicht teilweise sogar unbedeutend erscheinen würden, aber im Kontext gesehen, der Südstadt einen großen Schub gegeben haben, fügt der Projektkoordinator an. Er selber ist immer wieder begeistert, wie sich die Bürger einbringen, welche Ideen sie entwickeln und so ihren Stadtteil zu etwas ganz Besonderem machen. Finanziell lagen die Projekte bislang zwischen knapp 200 und 2000 Euro, wobei die Bürger 20 Prozent als Eigenanteil aufbringen müssen. Meist konnten dabei Sponsoren für die benötigten Summen gewonnen werden.

Als einen Riesenerfolg bezeichnet Jenniches das Immobilienmanagement mit dem Hof- und Fassadenprogramm. Im Rahmen des speziellen Programms gab es bislang über 100 Beratungen und rund 40 realisierte Maßnahmen. "Es ist ein wirksames Konzept um Privateigentümern klar zu machen, welches Potenzial in ihren Gebäuden steckt. Das Tolle dabei ist, dass viele Bürger nachziehen und dies nicht nur über das Hof- und Fassadenprogramm. Etliche haben ihre Häuser in Eigenregie energetisch saniert oder verschönert", bemerkt Jenniches. Ein Anstoß mit Dominoeffekt.

Die Fortführung des Verfügungsfonds wird nicht nur von den Viersener Bürgern gewünscht, sondern auch von der Stadt Viersen. Daher sind entsprechende Anträge bei der Bezirksregierung gestellt. Falls es zu einem positiven Entscheid kommt, würden der Stadt von 2016 bis 2019 nochmals 50.000 Euro für bewohnergetragene Projekte zur Verfügung gestellt. Das Südstadtbüro an der Großen Bruchstraße ist auf jeden Fall bis Ende des Jahres gesichert und auch eine halbe Stelle für das Stadtteilmanagement.

Für die Südstadt sind neben den bereits gelaufenen Projekten wie Umgestaltung Festhallenvorplatz, Lyzeumsgarten, Casinogarten und evangelische Kirche sowie dem laufenden Projekt Gereonsplatz, weitere geplant. Die Große Bruchstraße an sich steht an und die Anne-Frank-Gesamtschule, Standort Lindenstraße, soll eine umfassende energetische Sanierung samt barrierefreiem Umbau erhalten.

Wobei hier, laut Jenniches, später auch Räume für das Bürgerbüro entstehen könnten. Zu den weiteren Planungen gehören die Südstadteingänge und die Gestaltung des Umfeldes an der Grabeskirche. Bei letzterem soll eine Kooperation zwischen Kirche und Stadt Viersen erfolgen, wie es auch schon beim Umfeld der evangelischen Kirche der Fall war.

Quelle: RP
 
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