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Viersen
Bürger kritisieren Pläne für Josefskirche

Viersen: Bürger kritisieren Pläne für Josefskirche
Die Stadt will das Umfeld der Josefskirche mit dem Förderprogramm "Soziale Stadt" umgestalten. Die Bürger wünschen sich den Erhalt der alten Bäume. FOTO: busch
Viersen. Die Bürger wollen die alten Bäume rund um die (Grabes-)Kirche erhalten. Doch die Stadt will insgesamt zwölf Bäume fällen lassen. Von Bianca Treffer

Die Umgestaltungspläne der Stadt Viersen für das Umfeld der Josefskirche stießen bei den Besuchern der Bürgerinformation auf wenig Gegenliebe. Zwölf Bäume will die Stadt fällen lassen, darunter die drei alten Linden neben der Kirche, die beiden Nadelbäume vor dem Gebäude und die Pappel neben dem Gemeindezentrum. "Wichtige und wertvolle Bäume wollen wir erhalten", sagte Christian Ewers vom städtischen Ingenieurteam. Er sagte, dass die zur Fällung vorgesehenen Bäume den Umbau nicht überstehen würden und daher vorher entfernt werden müssten.

Zudem wolle man mit dem neuen Grün ein edles zurückhaltendes Ambiente erreichen. Ewers wies auch darauf hin, dass es nach der Umgestaltung mehr Grün geben würde. Vor der Kirche entsteht eine große Treppe mit Mauer und einer Rampe von 4,5 Prozent Steigung.

Die Parkplätze von der Kirchfläche kommen weg und werden in die neuen Parkflächen integriert. An der Straße An der Josefskirche entstehen acht Plätze. Dazu kommen zwei Parkbuchten, zehn vor dem Gemeindezentrum und 27 Parkplätze auf dem Gelände, das derzeit auch zum Parken genutzt wird. Es befindet sich teils im städtischen , teils im kirchlichem Besitz. Geplant sind auch eine neue Beleuchtung und eine Bank.

Bereits bei der Bürgerbefragung im März hatten die Bürger den Erhalt der Bäume gewünscht und vorgeschlagen, diese in die Gestaltung einzubeziehen. Das war jetzt erneut eine Forderung. Ludwig Mertens hob die ökologische Bedeutung der großen Bäume hervor, die nicht nur für Sauerstoff sorgen, sondern auch ein Lebensraum für Tiere sind. "Beim Bau können die Bäume entsprechend geschützt werden. Es gibt eigens technische Richtlinien dafür und bei der Verkehrspflicht ist es so, dass jährliche Kontrolle und eine Pflege die Grundlage sind, um Problemen aus dem Weg zu gehen", sagte Mertens mit Blick auf mögliche Schäden, die durch Bäume entstehen könnten.

In den Reihen der städtischen Mitarbeiter wie Christian Ewers wurden bei diesen Argumenten immer wieder die Köpfe geschüttelt. Einer der Besucher nannte die Versammlung eine Alibiveranstaltung: "Die Wünsche der Bürger wurden bislang nicht berücksichtigt und werden es auch zukünftig nicht." Die Vertreter der Verwaltung erklärten dagegen, man wolle versuchen Anregungen einfließen zu lassen.

Almut Grytzmann-Meister, Vorsitzende des BUND Kreis Viersen, fragte Pfarrer Roland Klugmann direkt, wie er sich künftig die Pflege vorstelle: "Wie sollen die nächsten 20 Jahre aussehen, wenn Sie es bis jetzt nicht geschafft haben, die Anlage zu pflegen? Und warum sollen 80 Prozent der Umgestaltung von Privatgelände, das der Kirche gehört, von unseren Steuergeldern bezahlt werden? Wer zahlt die neuen kirchlichen Parkplätze?" Der Kirchenvorstand wäre sich bewusst, was er entscheide, alle Bedingungen des Vertrages würden erfüllt und zur finanziellen Lage werde er nichts sagen, so äußerte sich der sichtlich aufgebrachte Pfarrer.

Auch die Musterplatte, die das zukünftige Pflaster zeigte, stieß bei den Bürgern auf keine Begeisterung. Diese Pflasterung würde eine völlige Versieglung des Platzes nach sich ziehen - anders als zurzeit. "Weitere Flächenversiegelungen sollen doch vermieden werden. Wenn ich Flächen in meinem Garten versiegle, muss ich entsprechende spätere Gebühren bezahlen", sagte eine Bürgerin. Der Bodenbelag passe nicht zu einer neugotischen Kirche, war eine weitere Stimme zu hören. - "Wir bauen den Platz, wie wir ihn jetzt schön finden. Jetzt ist unsere Zeit", sagte Ewers. Eine Aussage, bei der sich viele Bürger ihren Teil dachten.

Quelle: RP
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