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Brüggen
Bunte Bilder, die Geschichten erzählen

Brüggen. Sie brenne für ihre Malerei, sagt Karin van Zoggel. Im Kultursaal der Burg stellt die Brüggenerin nun stark figurative, aber auch gesellschaftskritische Bilder aus. Typisch für ihre Arbeiten sind kräftig leuchtende Farben. Von Sigrid Blomen-Radermacher

Karin van Zoggel ist "unterwegs". Und dies gleich in mehrfacher Hinsicht: in räumlicher, thematischer und künstlerischer. Ergebnisse ihres Unterwegsseins zeigt sie derzeit im Kultursaal der Burg Brüggen in einer großen Einzelausstellung. In 16 Bildern, die von links nach rechts betrachtet werden sollen, entwickelt sie die Ideen ihrer Malerei. "Wie ein Theaterstück", seien die Bilder gehängt, erklärt sie. Von den figurativen, stark erzählerischen Bildern geht es über gesellschaftskritische hin zu den "belanglosen Blumen am Wegesrand". Der Rundgang endet vor zwei ins Auge fallenden Gemälden, in denen jeglicher Gegenstand in Farbe aufgelöst ist. Ob es in dieser Richtung weitergehe? Da mag van Zoggel sich nicht festlegen - alles sei offen.

Karin van Zoggel wurde 1955 in Saarbrücken geboren. Seit 1995 besucht sie regelmäßig Kurse und Seminare von Malern, um die Malerei von Grund auf zu erlernen beziehungsweise das Gelernte zu festigen. Ihr Atelier führt sie in der Atelieretage im Kloster Wegberg, ihr Lebensmittelpunkt liegt seit September 2014 in Brüggen.

Typisch für Karin van Zoggels Bildwelten sind die leuchtenden, die kräftigen Farben. Der Malprozess entwickelt sich über eine Vielzahl von wässrig aufgetragenen Acrylfarben, die sich "von Schicht zu Schicht verdichten". Manche Stellen allerdings werden, "damit das Auge etwas zu tun hat", durchscheinend, gewissermaßen offen gelassen. Die starke Farbigkeit fällt vor allem in der "Rheinpromenade" auf: Nach einem Foto der sommerlichen Promenade, an der eine Menge Menschen lagern, entstand eine Zeichnung, die schließlich zum Bild führte. Häuser und Menschen leuchten, als seien sie von einer Lasershow bestrahlt. Eine Hommage an die Heimat sind die "Brüggener Boulespieler", die "Wanderer" an der Schwalm, der "Laarer Bruch".

Sie brenne für ihre Malerei, sagt Karin van Zoggel - die Lust an der Malerei, aber auch die Verbundenheit mit den Motiven fallen ins Auge. Die Bilder sind realistisch gemalt und assoziieren eine Menge an Geschichten. Man müsse sich als Maler auch mit der Flüchtlingsproblematik auseinandersetzen, meint van Zoggel. Sie tut dies auf ungewöhnliche Weise: Sie malt Nilpferde in die Bahnhofshalle des Bahnhofs Zoo in Berlin, in die Grachten von Amsterdam und Affen in das Folkwang Museum - Wesen in einem fremden Raum, die einen Platz, ihren Platz suchen. Fast schon surreal.

Vielleicht wären einige Bilder weniger mehr gewesen - die figurativen Arbeiten entwickeln doch eine starke Präsenz, die teilweise von den "Nachbarn" gestört wird.

Die Ausstellung "unterwegs" im Kultursaal der Burg Brüggen ist bis zum 6. März zu sehen. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr. Im Februar sind Samstage noch Ruhetage.

Quelle: RP
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