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Brüggen
Burggelände soll umgestaltet werden

Brüggen: Burggelände soll umgestaltet werden
So könnte die Burgpromenade am Ufer einmal aussehen. Landschaftsarchitekt Andreas Hermanns schlägt eine lange Bank vor sowie Stufen, die zum Wasser führen. FOTO: Hermanns
Brüggen. Ist der Pachtvertrag unter Dach und Fach, plant ein Arbeitskreis die Neugestaltung. Die Fraktionen entsenden Vertreter Von Birgit Sroka

Für die Burg Brüggen und das umgebende Gelände soll der neue Pachtvertrag bald abgeschlossen werden. Bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftförderung, Stadtmarketing und Tourismus zeigte sich Bauamtsleiter Dieter Dresen zuversichtlich, dass die Burggemeinde und die Eigentümerfamilie Strötges in Kürze den Vertrag unterzeichnen können. Ist der Pachtvertrag abgeschlossen, will die Gemeinde mit der Planung für eine neue Gestaltung des Geländes beginnen.

Dazu soll es einen Workshop geben. Dort wollen Vertreter der Fraktionen, Mitglieder der Familie Strötges, Mitarbeiter der Brüggener Gemeindeverwaltung sowie des Planungsbüros Hermanns über den Maßnahmen-Katalog sprechen, den Landschaftsarchitekt Andreas Hermanns im vergangenen Jahr erarbeitet hat. Sie wollen Maßnahmen priorisieren und die Detailplanung für die Umgestaltung von Burgwall und Burggelände weiter ausarbeiten. Das Interreg-Projekt "Kulturgeschichte digital" bilde einen wesentlichen Teil, erklärte Dresen, doch der Maßnahmenkatalog des Landschaftsarchitekten gehe weit darüber hinaus.

Sozialpädagoge Eric Loll steuert den Bus durchs Grenzland. FOTO: Busch

Am Workshop teilnehmen wollen Claudia Wolters, Thomas Schmidt und Jürgen Offermanns für die CDU, Thomas Jäger und Manuel de Sousa für die SPD, René Bongartz und Ulrich Siebert für die Grünen, Rolf Gersemann für die AWB sowie Christian Wolters für die UBW.

Nur die FDP-Fraktion benannte keinen Teilnehmer. "Wir stehen der gesamten Thematik bezüglich der Burg - Pachtvertrag, Museum und Außengelände - kritisch gegenüber", erklärte Andreas Bist für die Freien Demokraten mit. "Solange es keinen aus unserer Sicht optimalen Pachtvertrag gibt, werden wir auch noch niemanden für den Arbeitskreis benennen."

24 Konfliktpunkte hat der Landschaftsarchitekt benannt, für die er in seinem Entwicklungskonzept Maßnahmen vorschlägt. Mit der Umsetzung ist ein hoher finanzieller Aufwand verbunden. Konflikte sieht der Planer unter anderem durch Teile, die marode sind und Unfallgefahren bergen - etwa durch unzureichende Absturzsicherungen, vorstehende Schrauben oder fehlende Holzbohlen, durch die unzureichende Barrierefreiheit, durch Stolperfallen oder dunkle, nicht einsehbare Bereiche, aber auch durch eine unzureichende Beleuchtung, durch Sitzmöbel, die für den Ort und seine Bedeutung nicht angemessen seien, einen nicht zeitgemäßen Spielbereich für Kinder, teilweise marode Treppenaufgänge, fehlende Handläufe und ein fehlendes Bewirtschaftungskonzept für die Wallbepflanzung.

Was man tun könnte, listet der Planer ebenso auf. Oberste Priorität habe die dauerhafte Sicherung des Burgwalls, um die weitere Erosion des Walls zu verhindern. Erhöhte Aufmerksamkeit solle aus seiner Sicht auch der Burggrabenpromenade zuteil werden, weil diese eine wichtige innerörtliche Verbindung darstelle. Dort empfiehlt Hermanns eine lange Bank - als Ort des Verweilens und der Kommunikation.

Das eigentliche Umfeld der Burg könnte durch kleinere Maßnahmen aufgewertet werden, rät Hermanns. So könnte man etwa auf der Rasenfläche den ehemaligen Grundriss der Burg darstellen, für Burggelände, Rasenfläche und Burginnenhof Nutzungskonzepte entwickeln, den Zugang zur Burg aktuellen Regeln entsprechend wirklich barrierefrei gestalten, den Spielpunkt am Burgtor überarbeiten und die Außengastronomiefläche nach Möglichkeit zurückbauen und auf der eigentlichen Platzfläche einzurichten.

Quelle: RP
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