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Brüggen
Burggemeinde fördert Haus-Sanierung

Brüggen: Burggemeinde fördert Haus-Sanierung
Die Gemeinde ließ im Sommer die Kreuzherrenschule energetisch sanieren. Sie erhielt ein Pultdach und Energiesparfenster. Damit auch Bürger leichter Fachleute für die Sanierung des eigenen Hauses finden, gibt es jetzt ein Info-Portal. FOTO: Busch
Brüggen. Die Gemeinde Brüggen hat sich dem Netzwerk "Altbauneu" der Energieagentur NRW angeschlossen. Das Internetportal soll Hauseigentümern helfen, die richtigen Handwerker zu finden, wenn es an die energetische Sanierung geht Von Birgitta Ronge

In der Burggemeinde gibt es rund 5000 Gebäude mit etwa 7000 Wohnungen. 80 Prozent der Häuser wurden vor 1995 gebaut - und damit zu einer Zeit, in der es noch keine Energieeinsparverordnung (EneV) gab. Neue Häuser müssen heute die Vorgaben dieser Verordnung erfüllen. Eigentümer älterer Gebäude können ihre Häuser energetisch sanieren lassen, damit den Energieverbrauch und die Kosten senken.

Für alle, die darüber nachdenken, das Haus energetisch sanieren zu lassen, bietet die Gemeinde Brüggen einen neuen Service an: Die Gemeinde hat sich dem Netzwerk "Altbauneu" angeschlossen, einer Initiative der Kommunen und Kreise in Nordrhein-Westfalen. Koordiniert wird das Netzwerk von der Energieagentur NRW, das Klimaschutz-Ministerium unterstützt es. Die Mitgliedschaft kostet die Kommune rund 2000 Euro im Jahr - dafür gibt es Infomaterial, das die Kommunen an die Bürger weitergeben können, Netzwerktreffen und ein umfangreiches Info-Portal im Internet, das Wissenswertes bündelt und Adressen von Energieberatern, Architekten und Handwerkern auflistet.

Eben das, sagt Brüggens Klimaschutzmanagerin Denise Lange, habe man sich in der Gemeinde gewünscht, als die Burggemeinde ihr Klimaschutzkonzept auflegte: "Das Ganze sollte gebündelt und möglichst einfach gestaltet sein." So können Interessierte nun im Info-Portal von "Altbauneu" (www.alt-bau-neu.de/brueggen) nachlesen, was man alles am Haus verändern kann, um es energetisch zu sanieren, und welche Fachleute es gibt. Etwa 425 Gebäude in der Brüggen sind alte Schätzchen, sie wurden vor dem Jahr 1919 errichtet. Der überwiegende Teil der Häuser stammt aber aus den 1960er- und 1970er-Jahren, sagt Lange. An vielen dieser Häuser sei über Jahrzehnte nichts gemacht worden, "vielleicht hat man mal die Heizung ausgetauscht, weil sie nicht mehr funktionierte." Häufig komme erst mit einem Eigentümerwechsel der Impuls, etwas zu machen, sagt Lange. "Aber auch, wenn man noch im Haus wohnt, ist eine energetische Sanierung möglich", fügt die Klimaschutzmanagerin hinzu. "Die Sanierung lässt sich zum Beispiel mit einem Umbau für mehr Barrierefreiheit kombinieren, damit man möglichst lange dort wohnen kann." Auch könne man über eine Sanierung nachdenken, wenn die Kinder etwa das Haus später übernehmen wollen, oder wenn man weiß, dass man das Haus verkaufen will: Durch eine Sanierung lasse sich vielleicht ein höherer Kaufpreis erzielen.

In vielen Fällen wüssten Hauseigentümer, was sie machen lassen wollten, sagt Lange - neues Dach oder neue Heizung etwa. Wer nicht sicher sei, was man machen sollte, sollte sich Hilfe holen. "Ich würde jedem raten, sich zunächst an eine unabhängige Stelle zu wenden, etwa an die Verbraucherzentrale oder an die Energieagentur", sagt Lange. "Die kommen raus, gucken sich mit Ihnen das Haus an und erklären auch, was man zuerst machen sollte und was man später machen kann." Denn nicht jeder, das weiß auch die Klimaschutzmanagerin, kann gleich umfangreiche Sanierungsmaßnahmen bezahlen. Sie wirbt aber dafür, sich schlau zu machen - auch über Fördermöglichkeiten für einzelne Maßnahmen und günstige Kredite.

Den Energieverbrauch der gemeindeeigenen Gebäude hat die Klimaschutzmanagerin im Blick. Zu den größten Energieverbrauchern zählen die Schulzentren. Wurden in den vergangenen Jahren schon die Gebäude der Gesamtschule am Standort in Brüggen saniert, war in diesem Sommer die Kreuzherrenschule dran, die ein neues Pultdach und Energiesparfenster erhielt. Im kommenden Jahr beginnen die Arbeiten am Schulzentrum in Bracht. Dafür wurde 2016 ein Sanierungskonzept erstellt. "Die Fördermittel sind angemeldet", sagt Lange. Mit dem Förderbescheid werde sich entscheiden, welche Maßnahmen man umsetzen könne.

Quelle: RP
 
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