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Kreis Viersen
Busverbindungen sollen besser werden

Kreis Viersen: Busverbindungen sollen besser werden
Ist das Bus-Angebot im Kreis Viersen gut, so wie es jetzt ist? Oder müssten vielleicht Uhrzeiten geändert, andere Haltestellen angefahren werden? Wie sind die Busse ausgelastet? All das wird in den nächsten zwei Jahren geprüft. FOTO: Busch
Kreis Viersen. Die Verkehrsgesellschaft Kreis Viersen (VKV) beginnt mit der zweiten Fortschreibung des Nahverkehrsplans. Sie will den Plan besser an die Bedürfnisse der Kunden anpassen. Ein Planungsbüro unterstützt den Kreis dabei Von Birgitta Ronge

Die Busverbindungen im Kreis Viersen sollen besser werden. Das ist das Ziel der zweiten Fortschreibung des Nahverkehrsplans, mit dem die Verkehrsgesellschaft Kreis Viersen (VKV) jetzt beginnt. Die Gesellschaft koordiniert damit die Fahrpläne für die Buslinien im Kreis Viersen. Der Nahverkehrsplan selbst stammt aus dem Jahr 1997, eine erste Fortschreibung gab es 2004. Jetzt sollen die Schrauben erneut weitergedreht werden - damit der Plan besser zu den heutigen Bedürfnissen der Kunden passt.

Denn seit der Plan aufgestellt wurde, hat sich viel verändert: Die Menschen werden älter, möchten aber mobil bleiben. Gibt es Busse, die sie zum Arzt oder zum Einkaufen in die Stadt bringen, können sie weiterhin auf dem Land wohnen, auch wenn sie selbst nicht mehr Auto fahren können. Schüler fahren mit dem Bus zur Schule, Studenten zum Bahnhof, um weiter zur Uni zu kommen. Auch Pendler wohnen auf dem Land, die mit Bus und Bahn zur Arbeitsstelle fahren möchten.

Die VKV hat jetzt ein Planungsbüro damit beauftragt, den Kreis bei der Nahverkehrsplanung zu unterstützen. Der Aufsichtsrat der VKV beschloss in seiner jüngsten Sitzung die Zusammenarbeit mit der Planersocietät Dortmund, die schon von anderen Kommunen im Gebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) mit Aufgaben der Nahverkehrsplanung betraut wurde, sich mit der Materie also auskennt. Bis Ende 2017 soll die Nahverkehrsplanung stehen. Bis dann alles abgestimmt und veröffentlicht ist, dauert es voraussichtlich noch zwei Jahre. Anfang 2020 soll der neue Plan dann wirklich umgesetzt werden.

An der VKV sind die neun Kommunen im Kreis beteiligt. Dadurch sind auch alle Städte und Gemeinden eingebunden, erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende der VKV, Marcus Optendrenk. Die Kommunen können den Planern sagen, wo es Probleme bei den Busverbindungen gibt, und ihnen sagen, was sich Bürger wünschen. Dazu gibt es zum Teil schon Daten: Der öffentliche Nahverkehr war Thema bei der Erstellung des Masterplans für den Kreis Viersen, ebenso bei der Leader-Bewerbung in Brüggen, Niederkrüchten und Schwalmtal. "Wir bitten die Kommunen, sich Gedanken zu machen: Wo gibt es Optimierungspotenzial?", erklärt VKV-Geschäftsführer Thomas Heil. Optendrenk fügt an: "Jede Kommune liefert ihre Bausteine zu. Wir bündeln."

Die Planer werden viele Daten sammeln. Sie werden beispielsweise die Altersstruktur der Bevölkerung aufnehmen und aufschreiben, wo es neue Gewerbegebiete oder Versorgungseinrichtungen gibt. Stichprobenartig werden sie in Bussen mitfahren, sich ansehen, wie die Busse ausgestattet sind, wie die Information an den Haltestellen aussieht, wie es um die Sauberkeit bestellt ist. Stichprobenartig werden auch die Fahrgäste gezählt.

Vielleicht stellt man dabei auch fest, dass manche Busse nur von sehr wenigen Menschen genutzt werden, oder nur zu bestimmten Zeiten Fahrgäste haben. Sei der Bedarf nicht da, müsse man sich fragen, warum der Steuerzahler dieses Angebot bezahlen solle, meint Optendrenk. Er verweist auf den Taxibus, der auf sechs Linien im Kreis, unter anderem in Niederkrüchten, unterwegs ist: Wer den Bus braucht, ruft an. "Solch ein differenziertes Angebot ist wirtschaftlicher", sagt Optendrenk. Und das Geld, das man dabei spare, könne man an anderer Stelle nutzen, um ein Angebot zu verbessern, das dort benötigt werde. Zu den Ideen, wie man das Angebot verbessern könnte, gehört auch ein Mobilitätsberater - jemand, der Menschen erklärt, wie sie einen Fahrplan lesen, wie sie die richtige Fahrkarte kaufen, und wo sie umsteigen müssen, um von A nach B zu kommen. Mancherorts gibt es schon Mobilitätsberater. Für ältere Menschen etwa sei solch eine persönliche Beratung eine große Hilfe, sagt Optendrenk: Manche hätten Hemmungen, einfach mal mit dem Bus zu fahren, sich durchzufragen. Sei diese Hemmschwelle einmal überwunden, weil ein Berater einmal mitgefahren sei, klappe das Busfahren gut. Nun hat auch die VKV das Planungsbüro gebeten zu prüfen, ob für den Kreis Viersen ein Mobilitätsberater sinnvoll wäre.

Quelle: RP
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