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Viersen
Caritas zu Irmgardisstift: "Sicherheit ging vor"

Viersen. Der Vorstand des Caritasverbandes weist die Kritik der Süchtelner CDU zurück, man habe die Politik beim Thema Irmgardisstift "hinter die Fichte geführt". Eine Entscheidung soll schnellstmöglich fallen.

"Die Sicherheit der Senioren ging vor", sagt Vorsitzende Dr. Ingeborg Odenthal zu der Ende September einstimmig getroffenen Entscheidung, den Altbau des Irmgardisstifts zu räumen. "Fachleute haben uns darauf hingewiesen, dass die Situation aufgrund der festgestellten Brandschutzmängel kritisch war und erhebliche Risiken für die Bewohner bestanden", erläutert Odenthal. Deshalb habe der Vorstand entschieden, die 45 Bewohner des Altbaus in Zusammenarbeit mit der Heimaufsicht in andere Einrichtungen zu vermitteln.

Die CDU hat dieses Vorgehen kritisiert. Völlig unvorbereitet seien die Bürger und Politik mit der Tatsache konfrontiert worden, dass der Altbau des Irmgardisstifts aus Gründen des Brandschutzes "von jetzt auf gleich" geschlossen werden musste, so die Christdemokraten. "Ein höchst unglückliches Vorgehen", ergänzte Paul Mackes, stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender.

Ingeborg Odenthal: "Es war die schwierigste Entscheidung unserer Amtszeit. Wir waren uns bewusst, was wir damit den Senioren, ihren Angehörigen und unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zumuten mussten. Aber welche Diskussion würden wir heute führen, wenn in dem Gebäude ein Feuer ausgebrochen und Menschen ums Leben gekommen wären?" Sowohl Odenthal als auch Caritas-Geschäftsführer Peter Babinetz haben Verständnis für die Fragen, die in der Öffentlichkeit zu dieser Entscheidung und zur Zukunft des Irmgardisstifts gestellt werden. Sie erinnern daran, dass geänderte gesetzliche Vorgaben den umfangreichen Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes notwendig gemacht hatten. "Vor diesem Hintergrund haben wir von Anfang an gesagt, dass die Entwicklung zu einem Seniorenzentrum und die Erweiterung um den Neubau die einzige Chance darstellte, das Altenheim Irmgardisstift wirtschaftlich zu betreiben", sagt Babinetz. Für dieses Projekt hätten sich sowohl Süchtelner Bürger und Initiativen als auch der Caritasverband in erheblichem Maße finanziell engagiert.

"Wir haben ganz sicher niemanden ,hinter die Fichte geführt', wie es uns jetzt vorgehalten wird", betont Babinetz. Der Caritasverband habe nie vorgehabt, den Neubau ohne den Altbau zu betreiben, wie es die CDU andeute. Nicht von ungefähr seien Planer schon seit Wochen dabei zu prüfen, ob der Neubau mit seinen 40 Altenheimplätzen und den 25 betreuten Wohnungen alleine unterhalten werden kann. Und sie benötigten weiter Zeit, weil viele Detailfragen geklärt werden müssen. "Der Caritasverband ist sich seiner Verantwortung bewusst", erklärt Vorsitzende Odenthal. Wie es mit dem Altbau weitergeht, will der Verband schnellstmöglich entscheiden.

(jon)
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