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Viersen
"CDU konnte das Herz der Menschen nicht gewinnen"

Viersen. Viersens Vorsitzender Marc Peters begrüßt das neue Jahr mit kritischen Untertönen bezüglich der eigenen Partei.

Am Thema "Flüchtlinge" kommt derzeit kein politischer Akteur vorbei - so auch nicht Viersens CDU-Vorsitzender Marc Peters, der auf dem Neujahrsempfang im Ernst-Klusen-Saal der Festhalle seiner Partei mit seiner Einschätzung zum Thema offensichtlich den Nerv der rund 120 anwesenden Parteimitglieder und Gäste traf. Es dürfe nicht sein, so Peters, dass Bürger sich aus Angst davor, in die rechte Ecke gerückt zu werden, nicht trauten, ihre kritische Haltung zur aktuellen Flüchtlingspolitik zu äußern. "Und wenn anerkannte Verfassungsrechtler attestieren, dass die Bundesregierung in dieser Frage verfassungswidrig und illegal handelt, dann ist das eine Realität, der wir uns - gerade als CDU - stellen müssen." Daneben blickte Peters auch noch einmal auf die Bürgermeisterwahl im vergangenen Jahr zurück. Es sei unbestritten, dass der CDU-Kandidat die größte Kompetenz gehabt habe, aber: "Das Herz der Menschen konnten wir damit leider nicht gewinnen!" Man werde sich zum richtigen Zeitpunkt Gedanken darüber machen, wer bei der nächsten Wahl die größten Chancen gegen Amtsinhaberin Anemüller habe und dann den Bürgerinnen und Bürgern ein neues Angebot machen. Bis dahin wünschte er Anemüller eine glückliche Hand zum Wohle der Stadt. "Allerdings ist zu hoffen, dass man sie nicht nur bei Wohlfühlterminen sieht, sondern auch dort, wo es kontrovers zugeht, wie zum Beispiel bei der Frage der geplanten Windkraftanlage." Die CDU scheue den Dialog mit den Bürgern hingegen nicht und werde sich öffentlich mit kritischen Themen befassen, so auch schon in Kürze mit der Integration der in Viersen lebenden Flüchtlinge.

Für das Jahr 2016 kündigte Peters eine Reihe von Veranstaltungen an, um neue Impulse und Handlungsansätze für die Arbeit der Fraktion zu entwickeln. Als Schwerpunkte nannte er Seniorenpolitik, Familienförderung abseits des Kita-Ausbaus und die Zukunftssicherung des Vereinswesens - weil diese drei Bereiche aus Sicht der CDU elementar für den sozialen Zusammenhalt in einer Stadt seien: "Eine funktionierende Gemeinschaft lebt davon, dass aus vielen Einzelnen ein großes Ganzes wird und man sich gegenseitig hilft - wie in einer Familie, in der jeder jeden unterstützt", so Peters. Deshalb müsse Kommunalpolitik mehr leisten als die bloße Schaffung von Wohnraum und U3-Betreuung in der Kita.

(jon)
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