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Kreis Viersen
Chaos auf dem Weg in die Niederlande

Kreis Viersen. Am Donnerstag ergoss sich eine Blechlawine über Venlo und Roermond. Auf den Autobahnen 52 und 61 gab es Unfälle. Wegen des deutschen Feiertags durften Lkw nicht fahren. Sie füllten Parkplätze und Seitenstreifen der Autobahnen. Von Ludger Peters

Unfälle auf den Autobahnen, kilometerlange Staus auf der A 61 und der A 52, völlig überlastete Parkplätze in und um Roermond sowie von Lkw komplett zugeparkte Parkplätze und Seitenstreifen entlang der niederländischen A 67 (Eindhoven-Venlo) – der "Tag der Deutschen Einheit" hat vor allem bei unseren Nachbarn tiefe Eindrücke hinterlassen. "Es ist in jedem Jahr beim Tag der Einheit so in unserem Land", meinte ein Polizeisprecher am Abend.

Bei einem Verkehrsunfall auf der A 52 in Richtung Roermond wurden in Höhe Elmpt fünf Personen zum Teil schwer verletzt. Die Polizei berichtet, dass ein 29-Jähriger gegen 15.30 Uhr mit einem VW Golf am Ende eines Staus auf den BMW eines 45-Jährigen auffuhr. Die Unfallbeteiligten fuhren auf den Seitenstreifen, um den Sachschaden abzuwickeln. Gleichzeitig näherte sich eine 24 Jahre alte Frau mit einem Mercedes dem Stauende. Als sie bremste, verlor sie die Kontrolle über ihr Auto, es prallte gegen die rechte Seitenschutzplanke und dann gegen den Golf auf dem Seitenstreifen. Der wiederum wurde gegen den Renault eines 24-jährigen Mannes geschoben. In dem Pkw saßen außerdem eine 28 Jahre alte Frau und ein sieben Monate alter Säugling. Die Mercedesfahrerin sowie der Säugling im Renault wurden schwer verletzt. Der 28 Jahre alte Beifahrer im Mercedes, der Fahrer des Renaults und seine 28-jährige Mitfahrerin wurden leicht verletzt. Der Gesamtschaden wird auf 46 500 Euro geschätzt.

Bereits am frühen Morgen des Donnerstags waren die Parkplätze am Outletcenter in Roermond überfüllt. An den Ausfahrten der A 73 und der verlängerten A 52 wiesen Schilder auf weiter entfernte Parkplätze hin. Aber die darauf angegebenen 15 Minuten Fußmarsch zum Outlet wollten viele Besucher nicht antreten: Sie suchten ihr Heil darin, irgendwo im Umfeld doch ein Plätzchen zu finden. Dass seit Monaten an der Maasbrücke in Roermond gearbeitet wird, verstärkte das Verkehrschaos noch. Fahrzeuge mit Kennzeichen für Frankfurt, Göttingen, Hannover oder Münster ließen darauf schließen, dass man sich auf eine Einheitsfeier jenseits der Grenze eingerichtet hatte.

Die Baustelle auf der A 61 zwischen Kaldenkirchen-Süd und Kaldenkirchen erwies sich für Niederlande-Besucher als unliebsame Bremse. Es bildeten sich mehrere kilometerlange Staus. Auch hier gab es Unfälle, die allerdings meist glimpflich für Insassen abliefen. In Venlo selbst waren Parkplätze rar, bei schönem Wetter bummelte ein großer Anteil der westdeutschen Bevölkerung durch die Innenstadt.

Probleme gab es bereits im Laufe der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag auf niederländischen Autobahn-Parkplätzen. Weil Lkw zwischen 22 Uhr am Mittwoch und 22 Uhr am Donnerstag nicht auf deutschen Straßen fahren durften, steuerten Fernfahrer die Rastplätze an. Sie waren bald überfüllt. Lkw wichen zum Parken auf die Seitenstreifen aus. Ein Polizeisprecher berichtete, dass die Lkw dort geduldet würden, so lange sich keine gefährlichen Situationen ergäben. Gegen 20 Uhr am Donnerstag musste die Polizei dann doch eingreifen. Die Abfahrt Geldrop auf der Autobahn in Richtung Venlo war durch stehende Lkw blockiert. Die Polizei räumte hier den Seitenstreifen. FRAGE DES TAGES

Quelle: RP
 
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