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Niederkrüchten
Charmanter Blick auf den Niederrheiner

Niederkrüchten. Mit Stefan Verhasselt war ein scharfer Beobachter und liebenswürdiger Botschafter des Niederrheins in der Begegnungsstätte zu Gast Von Jürgen Karsten

Er tourt seit zehn Jahren mit seinem Kabarett-Soloprogramm durch die Lande: Stefan Verhasselt, der gebürtige Straelener, der jetzt in Kempen lebt, ist mit seiner wohltönenden Stimme vielen Hörern von WDR 4 bestens bekannt als Radiomoderator. Er ist aber längst auch ein hervorragender Botschafter der Region zwischen Rhein und Maas, wenn er mit seinem Niederrhein-Programm die Menschen erfreut, wie mit dem 4.0-Programm "Wer kommt, der kommt" in der Begegnungsstätte in Niederkrüchten.

Verhasselt kennt die speziellen Eigenarten und die besonderen Formulierungskünste der Niederrheiner bestens und weiß haargenau seine Mitmenschen zu beobachten und liebevoll zu karikieren. Er tut dies nie verletzend, immer fair und nie unter der Gürtellinie, mit seinem besondere Charme und einer Liebenswürdigkeit, die jeder Kritik die Häme und Boshaftigkeit nimmt. Nur wer seine Heimat so liebt und selbst jederzeit die Bodenhaftung behält, wie er das tut, kommt so authentisch rüber. Das Publikum ging - typisch Niederrhein! - gut gelaunt und offen mit und reagierte schlagfertig auf die gesetzten Pointen.

Im Beisein des ehemaligen Landrats Peter Ottmann, dem Chef der Biologischen Station Krickenbecker Seen, Ansgar Reichmann, und Bürgermeister Karl-Heinz Wassong ging ein kurzweiliger Abend über die Bühne. In lässiger Pose setzte Verhasselt in bester Nachfolge seines Idols Hanns Dieter Hüsch mit der besonderen Spezies des "homo niederrheinensis" auseinander. Der spricht gerne von "meistens immer", bestellt im Lokal einen "ganzen Tisch" und sagt gerne, dies sei "ein Tun", wenn er mehrere Dinge gleichzeitig macht. Auch das Wort "Betuppen" für Betrügen mildert den kriminellen Vorgang deutlich ab, eine weitere regionale Eigenart.

Er charakterisiert die "Hintertürchen-Offenlasser", die sich stets eine Option erhalten, ob sie nun zu einer Feier kommen oder nicht, die Menschen "mit Schöpp", also dem "Merkel-Mund" mit herabgezogenen Mundwinkeln. Er kennt die "Tischabwehr-Strategen", die sich den Gast von ihrem angestammten Frühstückstisch im Restaurant fernzuhalten wissen, und setzt sich mit den "Zu-Früh-Aufstehern" im ausrollenden Flugzeug auseinander. Zum "Ärgerscheit" kann er werden, wenn Gäste notorisch zu spät kommen oder Eltern viel zu früh bei den Kindern vor der Tür stehen.

Herrlich in Mimik und Gestik seine Parodien auf die Mütter, die mit ihren Kindern darüber diskutieren, welches Eis sie bestellen sollten, und die veganen "Bio-Tanten" bei ihren Einkäufen mit dem Jutesack. Daneben erinnert er sich gerne mit dem Publikum an Dinge aus der Jugendzeit, bringt seine schon berühmten drei Tanten ins Gespräch. Er geht auch auf Aktuelles ein: den Blitzmarathon, bei dem "der Jäger" wie immer die Autofahrer jagt, den 90. Geburtstag der Queen, den Enkeltrick. Vieles hat der Zuschauer so oder so ähnlich selbst schon erlebt, an manches erinnert man sich gerne zurück. Und alles wird launig dargeboten, so dass es ein überaus lebendiger Abend wird. Zugabe, Autogramme, Selfies mit dem Botschafter des Niederrheins.

Quelle: RP
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