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Viersen
Das Alte Testament in Tönen

Viersen. Niederkrüchten Denkt man an die Vertonung von Psalmen, fallen einem fast automatisch gregorianische Melodiemuster ein. Wie anders dagegen alttestamentarische Texte auch in Musik gesetzt werden können, war in Niederkrüchten zu hören. Feierlich wurde in der Kirche St. Bartholomäus die Ausstellung "Lebensraum Psalmen" mit einem Konzert beendet, das mit Psalmvertonungen von Ludwig van Beethoven und Antonín Dvorák eine spannende Musik bot. Weihbischof Karl Bortsch und Pastor Alexander Schweikert setzten vor und zwischen den Musikbeiträgen einen passenden theologischen Rahmen; sie erläuterten, dass Psalmen zu den ältesten bekannten Gebeten gehören.

Beethovens sechs geistliche Lieder op. 48 und Dvoráks biblische Lieder op. 99 haben nichts von der Gleichförmigkeit, die für die Gregorianik typisch ist. Je nach Text wechselt der Charakter der Musik. Feierlich klingt es, wenn Beethoven "Die Himmel rühmen" vertont. Bedrohliche Züge nimmt seine Musik an, wenn es heißt "Meine Lebenszeit verstreicht". Mit dissonanten Schärfen charakterisiert Dvorák die Passage "Rings um den Herrn sind Wolken und Dunkel". Eine adäquate Ausführung garantierten Volker Mertens (Bassbariton) und Giovanni Solinas (Orgel).

Mertens' ohnehin kräftige Stimme fand im Hall der Kirchenakustik noch eine natürliche Verstärkung. Solinas unterstrich den unterschiedlichen Charakter der Texte durch passende Registrierung. (gho)

Quelle: RP
 
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