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Viersen
Das Bad Ransberg wird blitzeblank

Viersen: Das Bad Ransberg wird blitzeblank
Im 25 Meter langen Kombi-Becken wischt Mitarbeiter Patrick Stollenwerk durch die letzten Wasserpfützen, damit sich keine Kalkflecken bilden. Zwei Tage hat es gedauert, bis die 960.000 Liter rausgepumpt waren. Weitere zwei Tage dauert es, bis das Becken wieder voll gelaufen ist. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Viersen. Zwei Wochen lang schrubben die Mitarbeiter Fliesen, polieren Geländer und putzen Schränke. Wenn alles sauber ist, feiern sie das mit aufgepumpten Reifen und viel kaltem Wasser Von Nadine Fischer

In seinen weißen Gummistiefeln stapft Patrick Stollenwerk die steile Rampe zum 3,87 Meter tiefen Edelstahlschwimmbecken runter. Dann greift er sich den großen Bodenwischer und schiebt die letzten Wasserreste Richtung Beckenrand. "Edelstahl ist empfindlich. Wenn auf dem Boden Wasser steht, bilden sich schnell Flecken", sagt der 42-Jährige. Die müsste er dann mit einem speziellen Kalklöser entfernen, und das möchte Stollenwerk vermeiden. Schließlich hat der Fachangestellte für Bäderbetriebe bei der NEW derzeit schon genug zu tun: Gemeinsam mit zehn Kollegen schrubbt er das Bad Ransberg in Dülken. Das sei zwar sehr anstrengend, erzählt der Angestellte. "Aber es macht auch richtig Spaß, mal mit allen Mann auf den Knien zu hängen."

Einmal im Jahr schließt die NEW Bäder den Betrieb zwei Wochen lang fürs Großreinemachen. "Das machen wir in jedem unserer Schwimmbäder so", sagt Klaus Knoche, Abteilungsleiter Bäder. Repariert, gewartet, gestrichen und geputzt wird dann, was sich während des laufenden Betriebs nicht reparieren, warten, streichen und putzen lässt - wie Duschpaneele, Wände und Fliesen in den Umkleidekabinen, die Filteranlage und die restliche Gebäudetechnik. "Wenn natürlich eine Gefährdung der Badegäste besteht, zum Beispiel durch scharfkantige Fliesen, wird sie sofort im laufenden Betrieb behoben", betont Knoche. Wie viel Geld die NEW für die Grundreinigung ausgibt, kann er nicht sagen. "Das schwankt ja jedes Jahr, je nachdem, was repariert werden muss", begründet Knoche. Im Durchschnitt sei die Summe aber fünfstellig.

Während Stollenwerk wieder aus dem großen Edelstahlbecken stapft, kratzen vier seiner Kollegen mit Messern weiße Kalkablagerungen von den Fenstern und den Abdeckrosten der Ablaufrinnen neben dem kleineren Lehrbecken. Ein Angestellter poliert die Edelstahl-Handläufe an der Treppe, eine Mitarbeiterin schiebt eine Schrubbmaschine über den Boden in der Herren-Umkleide, eine andere reinigt mit dem Wasserschlauch die Fliesenfugen der Wärmebank. Seit 1994 arbeitet Stollenwerk im Bad Ransberg. Die zwei Putz-Wochen gehören für ihn immer zu den schönsten des Jahres. "Wir haben ein festes Programm", sagt er.

In der ersten Woche sind meist auch Fremdfirmen im Bad, die zum Beispiel die Decke streichen oder mit Spezialausrüstung hartnäckige Rostflecken entfernen. Die zweite Woche gehört dann den Mitarbeitern, die sonst Beckenaufsicht machen, Putzdienst haben oder an der Kasse sitzen. "Bei uns macht hier jeder alles", erläutert Betriebsleiter Michael Langenfeld. "Auch ich übernehme mal den Beckendienst, wenn es drauf ankommt."

Bevor der Edelstahlboden des 25 Meter langen und bis zu 3, 87 Meter tiefen Kombi-Beckens gereinigt werden kann, muss natürlich das Wasser komplett rausgepumpt werden. "Das dauert zwei Tage", sagt Stollenwerk. Das Becken fasst 960.000 Liter. Während der Wasserstand langsam sinkt, schippern die Hallenputzer schon mit dem Schlauchboot am Rand entlang und schrubben die Fliesen. "Da lagern sich zum Beispiel Körperfette ab", erläutert Stollenwerk. Er ist froh, dass der Boden und ein Teil der Wände mittlerweile eine Hülle aus Edelstahl haben - bis zur großen Renovierung des Bades 2009 waren auch dort Fliesen verlegt, die er reinigen musste.

Wenn die Fliesen sauber, Rost- und Kalkflecken beseitigt sind, befördert die Pumpe aus dem Keller wieder Wasser ins Kombi-Becken. Natürlich wird auch das Jahr über Wasser ausgetauscht: Rund 140.000 Badegäste sind 2017 im Ransberg geschwommen, pro Gast speise die Pumpe während der Betriebszeiten 30 Liter Frischwasser ein, erklärt Langenfeld. Jeder Liter ist mit 0,4 Milligramm Chlor versetzt, die vorgeschriebene Mindestmenge.

Bis das Becken voll ist, vergehen zwei Tage. "Danach dauert es drei Tage, bis das anfangs zwölf Grad kalte Wasser auf 28 Grad geheizt ist", sagt Langenfeld. Doch schon sobald der Boden gerade mit kaltem Wasser bedeckt ist, läuft wieder der Bäderbetrieb: Dann rutschen Mitarbeiter des Ransbergs zum Abschluss der Putzaktion auf Gummireifen die glitschige Rampe runter.

Quelle: RP
 
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