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Niederkrüchten
Das Ende einer unendlichen Geschichte

Niederkrüchten. Erst ein Bürgerbegehren, dann ein gescheiterter Bürgerentscheid, dann ein von der Kommunalaufsicht kassierter Ratsbeschluss — in Niederkrüchten lief die Entscheidung zu einem neuen Supermarkt nicht ganz rund. Bis gestern Von Birgitta Ronge

Edeka wird's. Das ist das Ergebnis der nichtöffentlichen Ratssitzung, die gestern Abend in Niederkrüchten stattfand. Der Rat war trotz Sommerpause zur Sondersitzung zusammengekommen, um zu entscheiden, wer den Zuschlag für den Bau eines neuen Vollsortiment-Supermarkts im Heineland erhält. Um den Standort konkurrierten Edeka und Rewe. Die Gemeinde Niederkrüchten hatte die Investoren, die die Unternehmen vertreten, angeschrieben. Sie hatten bis zum 12. Juli Gelegenheit, ein Angebot abzugeben.

Einstimmig beschloss der Rat, ein Grundstück an die Prebag Entwicklung GmbH & Co. KG zu verkaufen, damit ein Edeka-Markt gebaut werden kann. Das Grundstück soll rund 9000 Quadratmeter groß sein. Wo an der Overhetfelder Straße es genau liegen wird, ist noch nicht klar. Das ist Teil des nun anstehenden Planverfahrens. Dass das Votum für Edeka ausfiel, sei "letztlich eine Frage des Preises" gewesen, erklärte Bürgermeister Kalle Wassong (parteilos) nach der Sitzung. Er sei "sehr zufrieden, dass es jetzt ein Ergebnis gibt". Und er finde es "nicht negativ, dass es ein Einzelhändler geworden ist, der schon länger vor Ort tätig ist und der nun für die Zukunft planen kann", erläuterte Wassong.

Die Diskussion um die Frage, wo in Elmpt ein Supermarkt gebaut werden soll und vom wem, begleitete die Niederkrüchtener seit drei Jahren. Edeka, derzeit noch am Laurentiusmarkt ansässig, hatte einen Standort für einen größeren Markt gesucht. Die Wahl fiel auf eine Fläche an der Mönchengladbacher Straße. Diese Entscheidung konnten viele Bürger nicht verstehen, ist doch dort Landschaftsschutzgebiet. Dann kam heraus, dass nicht nur Edeka in Elmpt bauen wollte, sondern auch Rewe - was die Ratsfraktionen von Rewe erfuhren, nachdem der damalige Bürgermeister Herbert Winzen (parteilos) den Rat nicht darüber informiert hatte.

Während Rewe an der Mönchengladbacher Straße bauen wollte, nahm Rewe das Heineland in den Blick. Im Juni 2015 stand der Rat vor der Standort-Wahl: Mönchengladbacher Straße oder Heineland? Heraus kam ein Patt. Die CDU beantragte einen Ratsbürgerentscheid, doch in der nächsten Ratssitzung gab es nicht die nötige Mehrheit - zu viele Ratsmitglieder waren verreist.

Die Bürgermeisterkandidaten Bennet Gielen (CDU) und Yvonne Jeurißen brachten ein Bürgerbegehren auf den Weg, um die Bürger entscheiden zu lassen. Beim Bürgerentscheid wurde die erforderliche Stimmenzahl nicht erreicht. Daraufhin tagte der Rat erneut und votierte fürs Heineland, doch ein Ende hatte die Geschichte nicht: Die Kommunalaufsicht stellte fest, dass der Rat den Beschluss so, wie er ihn fasste, nicht hätte fassen dürfen - unter anderem deshalb nicht, weil die Ratsmitglieder ankreuzen konnten, welchen Standort sie wollten.

Die Verwaltung hätte ihnen aber einen Beschlussvorschlag präsentieren müssen, auf den sie mit Ja, Nein oder Enthaltung hätten antworten können. Schließlich tagte der Rat wieder und gab mit 18 zu 15 Stimmen bei zwei Enthaltungen dem Heineland erneut den Vorzug. Und dort, an der Overhetfelder Straße, soll nun ein Edeka-Markt errichtet werden. Wassong zufolge könnte der Bau Ende 2017 beginnen.

Quelle: RP
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