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Viersen
Das Leben der Heiligen im mystischen Licht

Viersen: Das Leben der Heiligen im mystischen Licht
Die Bilder wirken wie mehrfach belichtet, sind unscharf. Eben dies verleiht den Fotografien ihre magische Wirkung. FOTO: Link & Kress
Viersen. Das Fotografenpaar Anna E. Link und Marc-Daniel Kress zeigt im Kunstpavillon in Dülken Heiligen- und Christus-Darstellungen. Von Sigrid Blomen-Radermacher

Das Leben der Heiligen ist ebenso faszinierend wie magisch - anders wären sie keine Heiligen. Es sind Männer und Frauen, die nach ihrem Tod heiliggesprochen wurden, weil sie sich zu Lebzeiten durch ein besonderes Verhalten auszeichneten oder sie und ihr Wirken mit übernatürlichen Phänomenen in Verbindung gebracht wurden.

Über 6000 Heilige werden gezählt. Vielen davon sind in Kirchen, Klöstern und am Wegesrand Denkmäler gesetzt. Mal bildhauerisch wertvoll, mal nur deshalb wertvoll, weil sie eine hohe Bedeutung für die Gläubigen besitzen. Das Fotografenpaar Anna E. Link und Marc-Daniel Kress ist ihnen in der Fotoserie "Das Leben der Heiligen" nahe gekommen. Eine Auswahl ihrer fotografierten Heiligen und Christus-Darstellungen zeigen sie jetzt im Kunstpavillon.

Die Fotografien machen es dem Betrachter zunächst nicht leicht, der Spur zu folgen: Die Bilder wirken wie mehrfach belichtet, sind unscharf. Teilweise sind Details so prominent ins Bild gesetzt, dass sie kaum noch zu erkennen sind. Sie sind rätselhaft: Wo kommt dieses Licht her, wo jenes Wundmal? Doch genau dies verleiht den Fotografien ihre magische Wirkung. Das Verschwommene, Verschleierte, die farbliche Intensivierung und rätselhafte Beleuchtung führen die Heiligen dahin zurück, wo sie ihren Ursprung haben: in die unerklärliche Magie ihres Lebens, das nicht mehr von dieser Welt ist und das zu glauben einen Glauben voraussetzt.

Wenn auch nicht religiös, so seien die Heiligen, sagt Anna Link, ihr doch sehr nah gerückt. Sie sei um die Skulpturen herumgegangen, um die rechte Perspektive zu entdecken, und habe dabei herausgefunden, dass manche Heilige sich einer Fotografie verschlössen, während andere ihr sozusagen zugelächelt und sich offen für eine Abbildung gezeigt hätten. Alles begann mit einem in Kauf genommenen "Fehler": 2005 stießen Link und Kress in der Krypta einer Kirche in Lissabon auf einen Gekreuzigten, dessen expressiven Ausdruck sie festhalten wollten. Aufgrund des Fotografierverbots mussten sie ohne Blitz und Stativ aufnehmen. Das war der Anfang einer Serie, in der alle Funktionen einer automatischen Kamera ausgeschaltet sind, in der die Kamera geschüttelt wird, die Fotografen sich bewegten, in der die Belichtungszeiten lang sind. Es ist weniger Fotografie als "Lichtmalerei", wie Kress die Resultate nennt.

Quelle: RP
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