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Viersen
Das rosa Racing-Team aus Süchteln

Viersen: Das rosa Racing-Team aus Süchteln
Bis Sonntag muss alles gut klappen, denn dann gibt es die Ferkelrennen auf der Kreistierschau, bei denen jeweils fünf der kleinen rosa Rennschweinchen an den Start gehen. FOTO: Busch
Viersen. Renntraining einer etwas anderen Art betreiben Ronja Gütges, Laura Hessen und Martin Bontenackels. Die drei trainieren junge Schweinchen für die Ferkelrennen der Kreistierschau am kommenden Sonntag. Von Natascha Becker

Lautes "Quick-Quick" begrüßt Ronja Gütges, Laura Hessen und Martin Bontenackels, kaum dass sie um die Ecke der Stallanlagen gebogen sind. Acht Ferkel drängen sich gegen das Gitter ihres Außengeheges und freuen sich sichtlich, die drei Mitglieder der Süchtelner Landjugend zu sehen. "Mittlerweile kennen sie uns und verbinden unser Erscheinen mit einer leckeren Portion Futter", meint Gütges lachend.

Aber bevor die gibt, ist Arbeit angesagt. Die acht Ferkel befinden sich im Renntraining. Seit rund zwei Wochen üben Gütges, Hessen und Bontenackels mit den inzwischen 14 Wochen alten Tieren das Laufen in einer mit Gittern abgesteckten Bahn. Bis Sonntag muss alles gut klappen, denn dann gibt es die Ferkelrennen auf der Kreistierschau, bei denen jeweils fünf der kleinen rosa Rennschweinchen an den Start gehen. "Wir trainieren extra mehr Tiere, damit sie bei den insgesamt vier Rennen abwechselnd starten können und keines der Tiere Stress bekommt", erklärt Bontenackels, der auf dem elterlichen Hof, der ein Ferkelaufzuchtbetrieb ist, täglich mit Schweinen zu tun hat.

Als die acht Jungtiere auf den landwirtschaftlichen Betrieb am Raderweg zwecks Training einzogen, war die Startbox noch ein Fremdkörper für sie. "Wir haben die Ferkel mit Futter in die Boxen gelockt, damit sie sich daran gewöhnten und merkten, dass ihnen darin nichts passiert", informiert Hessen. Schnell kriegten Willi, Camilla, Lotta, Rudi, Babe, Pinki, Susi und Lilli mit, dass es etwas Leckeres gab, wenn man in die Boxen mit dem Gitter vor der Nase wanderte.

Der nächste Schritt war das Schließen der Startboxen von hinten. Aber mit Futter vor der Nase war das ebenfalls kein Problem. "Danach ging es darum, sie zum Laufen zu ermuntern", berichtet Gütges. Wie immer war auch hier Futter das Zaubermittel. Es gab einen Trog, gefüllt mit Ferkelaufzuchtfutter, der am Ende der Bahn aufgestellt war. Genauso flott, wie die acht Ferkel die Box kennengelernt hatten, kriegten sie mit, dass der Schnellste am längsten ohne die anderen am Futtertrog fressen konnte. "Im Prinzip braucht man nur viel Geduld und Ruhe, wenn man mit den Ferkeln trainiert, dann klappt das", bemerkt Hessen.

Es gab aber noch mehr Trainingselemente. Weitere Mitglieder der Landjugend fungierten als Publikum, das Lärm machend am Rand der Bahn stand, damit die Tiere sich auch daran gewöhnten. Mittlerweile sind die Schweinchen nicht nur cool, sondern absolut zutraulich geworden und lassen sich sogar gerne streicheln. Ihren ersten Einsatz, quasi die Generalprobe, hatten die Ferkel bei der Höfe-Tour in Nettetal. Laut ihrer drei Trainer hätten sie das prima gemacht und zudem noch für viel Gelächter gesorgt, als zwei der Rennschweine ausbüchsten.

Mittlerweile sind die ersten fünf Ferkel in die Starbox gewandert und warten, die Nase Richtung Ausgang, auf das Startzeichen. Bontenackels legt den Hebel um und mit einem Schlag öffnen sich die Startboxen. Lilli, Babe, Rudi, Camilla und Lotta traben heraus, wobei Babe nach wenigen Metern in einen lustigen Renngalopp übergeht und damit die Spitze übernimmt. "Beim Training ist die Bahn nur zwölf Meter lang. Beim eigentlichen Rennen sind es rund 40 Meter", informiert Ronja Gütges.

Bevor es am Sonntag in den Transporter geht, ist noch Waschen mit einem speziellen Schweineshampoo angesagt, damit die Rennschweinchen richtig rosa glänzen. Und wenn beim Rennen die Sonne scheint, geht Sonnencreme in den Einsatz, denn Schweine haben eine empfindliche Haut. Übrigens, es sind allesamt Mädels, auch wenn sie teilweise Jungennamen tragen. Einen Favoriten haben die drei Trainer unter den Ferkelmädels schon ausmachen können, aber der wird natürlich nicht verraten.

Quelle: RP
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