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Brüggen
Das Runde muss ins Eckige

Brüggen: Das Runde muss ins Eckige
Manfred Küsters hat für seine Arbeit alte Schallplattenhüllen samt Innenleben genutzt. Küsters, Jahrgang 1955, wurde in Krefeld geboren, heute lebt und arbeitet er in Grefrath. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Brüggen. Für eine Ausstellung im Kultursaal der Burg Brüggen haben sich Mitglieder des Künstlerkreises Facette Niederrhein mit der Quadratur des Kreises beschäftigt. Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag um 11 Uhr. Von Birgit Sroka

Insgesamt stellen die niederrheinischen Künstler 22 Arbeiten im Kultursaal aus. Der Künstlerkreis ist eine Vereinigung von Künstlerinnen und Künstlern vom Niederrhein. Gegründet wurde die Gruppe 1988 in Tönisvorst. Regelmäßig finden seitdem Einzel- und Gruppenausstellungen statt.

"Das Thema ,Quadratur des Kreises' musste erst einmal durch die Gehirnwindungen der Mitglieder", sagt der Grefrather Manfred Küsters schmunzelnd. Auf sehr unterschiedliche Weise näherten sie sich dem Thema. Teils nahmen sie es wörtlich, so wie Küsters, der alte Schallplattenhüllen und die Platten für seine Arbeit verwendete, teils philosophisch. So zeigt beispielsweise Gertrud Röthlein aus Meerbusch ein Paar an einem runden Tisch, das durch einen langen Gang voneinander getrennt ist. Am Ende ist ein Lichtschein zu sehen. Jutta Küsters präsentiert ein Wandobjekt aus einem Ring, in den sie kleine Figuren integrierte, die versuchen, nach oben zu kommen. Es gibt einen Hoffnungsschimmer: Eine Figur ist aus dem Kreis ausgebrochen, sie hat es nach oben geschafft. "Ich bin von der Redensart ausgegangen", sagt Jutta Küsters. "Menschen, die sich abrackern und alles versuchen, immer und immer wieder." Die Kaldenkirchenerin Andrea Thielen-Hirt hat das Thema so aufgegriffen: "Wir wollen immer alles perfekt machen und das Unmögliche möglich. Man zerreibt sich dabei. Wem wird man gerecht: Sich selbst oder anderen?" Darum hat sie in ihre Arbeit ein Hamsterrad integriert. Claudia Janßen hat das Thema umformuliert. Unter dem Titel "Quadratur des Globus" widmet sie sich dem Kontrast zwischen der westlichen und der afrikanischen Welt. "Manchmal wird man von den Schicksalen in Afrika berührt, wir verleugnen die Probleme dort aber gerne", sagt die Willicherin. Durch einen Zeitungsartikel fand sie die Inspiration für ihr Werk.

Neben ihnen stellen Anne Dore Trapp, Anette Grübnau, Peter Drießen, Roswitha Gärtner-Köfer, Isolde Schmitz-Becker, Karin Schütte, Peter Steves und Klaus Schlebusch im Kultursaal aus. Auch die Besucher der Ausstellung können sich einbringen: Sie können auf einer großen Leinwand eigene Gedanken zum Thema "Quadratur des Kreises" aufschreiben. Bei der Eröffnung am Sonntag sind die Künstler anwesend. Der Querflötist Maximilian Zelzner begleitet die Veranstaltung musikalisch.

Info Die Ausstellung im Kultursaal der Burg Brüggen, Burgwall 4, ist ab Sonntag, 3. September, zu sehen. Die Ausstellung endet am 15. Oktober. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr.

Quelle: RP
 
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