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Schwalmtal
Den richtigen Ausbildungsplatz gefunden

Schwalmtal. Im Juni zählte die Agentur für Arbeit 3866 Bewerber für einen Ausbildungsplatz, aber nur 2642 Ausbildungsplätze. Wer einen Platz sucht, sollte flexibel sein und Alternativen checken, rät Dirk Strangfeld von der Arbeitsagentur Von Birgitta Ronge

Wenn die Sonne brennt, ist Dominik Donath draußen. Und wenn es in Strömen regnet oder schneit, auch. Der 23-jährige Hinsbecker macht eine Ausbildung zum Forstwirt bei Hubert Jöpen, der eine Firma für forttechnische Arbeiten in Schwalmtal-Eschenrath führt. Und Forstwirte sind eben immer draußen. Das stört Donath aber überhaupt nicht. "Ich bin sehr naturverbunden, und es macht Spaß, mit den Maschinen zu arbeiten", sagt der junge Mann. Dass man dabei hart körperlich arbeiten muss - mit einer elf Kilogramm schweren Kettensäge stundenlang hantiert - spürt er täglich. "Man kann gut schlafen abends", sagt Donath und lächelt. Jahrelanges Karate-Training hat ihn fit gemacht für den Job.

In der Firma Jöpen informierten sich gestern Landtags- und Bundestagsabgeordnete über das Thema Berufsausbildung. Gemeinsam mit Dirk Strangfeld, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Krefeld, besuchten Martina Maaßen MdL (Grüne), Dietmar Brockes MdL (FDP), Udo Schiefner MdB (SPD) und Christian Pakusch, Büroleiter bei Uwe Schummer MdB (CDU), drei beispielhafte Betriebe im Kreis Viersen: die Firma Jöpen, in der Donath seine Ausbildung zum Forstwirt absolviert, das Restaurant De Wittsee, wo die Ausbildung zum Koch im Mittelpunkt stand, und die FastCon GmbH in Dülken, wo sich die Gäste über die Ausbildung zum Fachlageristen informierten. In Schwalmtal stellten die Besucher Jöpen und seinem Auszubildenden viele Fragen, wollten etwa wissen, welche Voraussetzungen ein Azubi bei Jöpen mitbringen müsse. Der 55-Jährige stellte klar: "Ich muss gucken, ob es passt", etwa über ein Praktikum. Und nein, man müsse nicht unbedingt einen Realschulabschluss haben, um bei ihm einen Ausbildungsplatz zu bekommen, er nehme auch einen Azubi mit Hauptschulabschluss. Wenn es passt, darf der Azubi auf die Unterstützung seines Meisters zählen - und der auf die Hilfe der Arbeitsagentur, wie Jöpen lobte: Er stellte beispielsweise fest, dass die Mathe-Kenntnisse seines Auszubildenden nicht so gut sind - trotz Realschulabschluss. In Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur erhält Donath nun einmal in der Woche Nachhilfe in Mathe. Martina Maaßen wollte wissen, was man denn in der Ausbildung so lerne - "ich kann mir kaum vorstellen, dass man drei Jahre Fällen lernen muss". Doch die Arbeit des Forstwirts, auch das machte Jöpen deutlich, geht weit über Baumfällungen hinaus. Die Forstwirte kümmern sich beispielsweise um Schnitt- und Pflegemaßnahmen oder schneiden Lichtraumprofile. Jöpen und seine Mitarbeiter pflanzen auch neue Bäume - jährlich 30.000 bis 50.000 Stück.

So gehören für den Auszubildenden an der Berufsschule und in der Waldarbeitsschule auch Forsttechnik und Naturschutz zu den Unterrichtsfächern. Für Donath ist die Ausbildung genau die richtige, das hat er nach fast einem Jahr längst festgestellt. Sein Ziel: eine feste Stelle nach der Ausbildung. "Herr Jöpen sagt, wenn ich gut bin, kann ich hier bleiben", sagt Donath, "und ich habe das Ziel, gut zu werden".

Quelle: RP
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