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Viersen
Der Glücksstern reist mit nach Amerika

Viersen: Der Glücksstern reist mit nach Amerika
Ende August startet Annika Küppenbender in die USA. Erst geht es nach nach Chicago, dann nach Minneapolis. FOTO: Busch
Viersen. Im Rahmen des Parlamentarischen Partnerschafts-Programms erfüllt sich für Annika Küppenbender ein Traum. Sie hat ein zehnmonatiges Stipendium für die USA erhalten. Die ersten Kontakte zu den Gasteltern sind schon geknüpft. Von Natascha Becker

Dem 28. August fiebert Annika Küppenbender mit großer Spannung entgegen. Denn an diesem Tag startet in Frankfurt das Flugzeug, das die 17-jährige Schülerin des Wirtschaftsgymnasiums vom Berufskolleg Viersen zunächst nach Chicago und dann nach Minneapolis bringt. In einem kleinen Vorort der Großstadt wird Annika für zehn Monate leben. Sie ist nämlich die aktuelle Stipendiatin vom SPD-Bundestagsabgeordneten Udo Schiefner und geht über das Parlamentarische Partnerschafts-Programm (PPP) in die USA.

"Ich zähle die Tage bis zur Abreise", verrät Annika mit vor Begeisterung blitzenden Augen. Die Waldnielerin, die nach der Realschule gezielt auf das Wirtschaftsgymnasium wechselte und dort derzeit die Stufe elf besucht, träumt seit langem von einem Aufenthalt in den USA. Als ihre Englischlehrerin ihr großes Interesse an einem Auslandaufenthalt mitbekam, mache sie die Schülerin auf das PPP aufmerksam. Das war kurz vor Bewerbungsende. Annika musste nicht lange überlegen. Sie füllte spontan das Online-Bewerbungsformular aus. Kurze Zeit später gingen die Informationen für die eigentliche Bewerbung ein. "Ich hatte dann zwei Wochen Zeit einen vorgedruckten Lebenslauf auszufüllen, eine Selbstbeschreibung zu verfassen sowie Zeugnisse und Lehrerreferenzen abzugeben", erinnert sich die 17-Jährige. Die Unterlagen gingen an die Austauschorganisation GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit), die das PPP betreut.

Zweieinhalb Wochen später flatterte die Einladung für ein Auswahlgespräch in Düsseldorf ins Haus. Diesmal galt es ein Referat zu TTIP auf deutsch zu verfassen und einen Englischtest zu bestehen. Es folgte ein persönliches Gespräch mit Schiefner. "Die GIZ hatte drei Kandidaten ausgewählt. Wobei ich die letztendliche Entscheidung treffen musste, was wirklich keine einfache Sache war, da alle qualitativ gleichwertig waren", berichtet Schiefner. Seine Entscheidung fiel dann auf Annika und damit erstmals auf eine Schülerin vom Wirtschafsgymnasium. "Ich habe es gar nicht glauben können, als der Anruf kam. Ich übte gerade für einen Mathetest, als das Telefon klingelte, ich ran ging und die GIZ dran war, um mir mitzuteilen, dass ich das Stipendium erhalten habe. Damit hätte ich nie gerechnet", strahlt Annika.

Es gab Freudentränchen und das nicht nur bei der 17-Jährigen, sondern auch bei ihrem Vater, der sich riesig für seine Tochter freute. Ihre Gastfamilie, bei der Annika die zehn Monate leben wird, hat sie schon per Skype kennengelernt. "Ich habe stundenlang mit Rose und Brian geskypt. Sie sind total nett. Sie haben zwei erwachsene Söhne, die bereits eigene Familien haben, und zwei Hunde namens Ashley und Rupert. Zeitgleich mit mir wird eine dänische Austauschschülerin da sein, mit der ich auch schon geskypt und mich gut verstanden habe", erzählt Annika.

So wurden schon erste Planungen für Picknicks und Wasserskifahren an einem der großen Seen geplant. Zudem weiß Annika, dass sie auf jeden Fall Skifahren lernen möchte, schließlich gehört dort reichlich Schnee zum Winter. Das erste Vorbereitungsseminar in Berlin liegt inzwischen hinter der 17-Jährigen und langsam macht sie sich Gedanken, was in den Koffer soll. "Meine Gastfamilie gab mir den Tipp nicht zuviel einzupacken. Die Winter werden dort bis Minus 30 Grad kalt und entsprechende Bekleidung kauft man am besten vor Ort", sagt Annika. Ihren Glücksbringer, einen kleinen Plüschstern, packt sie aber auf jeden Fall ein. Die Familie, insbesondere ihren vierjährigen Bruder Colin, wird sie vermissen, da ist sie sich sicher. "Colin hat gemeint, er würde mir einen Brief schreiben und sagen, dass es ihm gut geht", verrät Annika mit einem Schmunzeln. Mail-Adressen haben die Waldnielerin und Schiefner bereits ausgetauscht, damit während des Austauschjahres Kontakt gehalten werden kann.

Quelle: RP
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