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Serie Tag Des Offenen Denkmals (3)
Der Heimershof - ein Haus mit Charakter

Viersen. Verbrogen in Süchteln-Hagen liegt der Jahrhunderte alte Heimershof. Am Tag des offenen Denkmals kann man ihn besuchen und in die Geschichte eintauchen. Von Ingrid Flocken

SÜCHTELN Den versteckt am Vinnweg 15 in Süchteln-Hagen liegenden Heimershof findet man nur, wenn man hinter den Hof Vinnweg 19 guckt: Dort, an einer alten Eiche vorbei, kommt man zu dem Gebäude, das als ehemaliges Hallenhaus mit seiner tragenden Fachwerkkonstruktion wohl aus dem 16. Jahrhundert stammt. Der Hof passt genau in das diesjährige Thema des Tages des offenen Denkmals "Handwerk, Technik, Industrie". Denn handwerkliches Geschick und technische Begabung waren notwendig, um den Mitte des vorigen Jahrhunderts dem Abriss preisgegebenen Hof zu erhalten, zu restaurieren und wieder bewohnbar machen.

Den Heimershof hat 1965 Gisela Schmiemann vor dem Abriss gerettet, die spätere Gründerin der Süchtelner Heimatfreunde. Sie ließ ihn vollständig restaurieren, dazu gehörte vor allem auch auf der Wetterseite der Giebel aus Feldbrandsteinen, den der Besucher zuerst erblickt, mit der kleinen Mutter-Gottes-Statue in einer Nische. Der Wohnteil in dem ehemaligen Hallenhaus ist hervorragend rekonstruiert, die ursprüngliche Raumaufteilung wurde beibehalten.

Axel Geneschen, der nach langen Jahren der Zusammenarbeit mit Gisela Schmiemann nach ihrem Tode 2006 das Haus erbte, vermietete den Hof zunächst und renovierte gemeinsam mit dem Mieter den gesamten Komplex. Besonders die Dülkener Besucher wird interessieren, dass Gisela Schmiemann viele Jahre lang den "Rittersaal" der Narrenakademie als Sitzungssaal zur Verfügung stellte und dafür mit dem Titel "Doctor humoris causa" geehrt wurde.

Nachdem der Mieter ausgezogen war, bewohnt Geneschen den Hof mit seiner Familie. Er hat die Möbel nicht in einem modernen Möbelhaus gekauft, sondern alle aus zweiter Hand.

Er freut sich immer wieder über die noch erhaltenen Gegenstände wie zum Beispiel den Steintrog im ehemaligen Kuhstall, die rund 200 Jahre alten Lehmstaken an den Wänden, den großen Speicher, der einst für die Lagerung von Naturalien diente, und den Dachstuhl: "Ich sehe genau, welche Balken 50 Jahre alt sind und welche 500 Jahre", erklärt er die Farbunterschiede.

Der Hof wird schon lange nicht mehr bewirtschaftet, er dient nur noch dem - erholsamen - Wohnen. "Das Haus hat Charakter", so Geneschen. "Wenn ich nach Hause komme, fällt aller Stress von mir ab." Über die Geschichte des Hofes hat Geneschen viele Fotoalben und Tagebücher von Gisela Schmiemann vorgefunden, die er gerne vorzeigt.

Denkmalpflegerin Ellen Westerhoff rät, am Tag des offenen Denkmals entweder mit ihr im Bus zum Heimershof zu fahren oder per Fahrrad: Es gibt keine Pkw-Stellplätze dort.

Quelle: RP
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