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Bastian Füsers
Der Mann im Kita-Team - na und?

Viersen. Seit Februar leitet Bastian Füsers den katholischen Kindergarten in Schaag.

Schaag Seit knapp vier Monaten leitet Bastian Füsers Leiter die katholische Kindertagesstätte St. Anna. Männer sind immer noch eine Seltenheit in diesem Beruf, denn mehr als 96 von 100 Fachkräften im Land sind Frauen.

Wieso haben Sie sich für den Beruf des Erziehers entschieden?

Füsers Ich bin Erzieher geworden, weil ich gerne Menschen ein Stück auf ihrem Lebensweg begleite und versuche ihnen zu dabei helfen, ihre Persönlichkeit zu entwickeln. Es ist ein abwechslungsreicher und vielseitiger Beruf.

Was ist für Sie das Spannendste an ihrer Arbeit?

Füsers Die Abwechslung macht den Tagesablauf spannend, denn neben Gesprächen mit Kindern, Eltern, den Kolleginnen, Vertretern des Trägers, des Jugendamtes und sonstiger Institutionen kommt eine Menge an Verwaltungsarbeit hinzu. Fast "nebenbei" hat man noch Feste und Veranstaltungen zu organisieren und - wie in dem Falle des Umbaus hier - noch für den reibungslosen Ablauf zu sorgen. Mit den Kolleginnen bespreche ich den wichtigen pädagogischen Teil der Arbeit und tausche mich fachlich aus.

Wie hat Ihr Team auf den männlichen Leiter reagiert?

Füsers Von den Kolleginnen wurde ich sehr positiv aufgenommen. Ich fühle mich hier in Schaag sehr wohl. Ich denke, es sollte zur Selbstverständlichkeit werden, dass Männer diesen Beruf ergreifen.

Wie haben die Eltern reagiert?

Füsers Ähnlich. Sie haben es mir sehr leicht gemacht, mich willkommen zu fühlen

Und die Kinder?

Füsers Kinder sehen es, so glaube ich, nicht als etwas Besonderes an, dass ein Mann die Einrichtung leitet. Weil ich vorrangig im Büro arbeite, hat es bei dem einen oder anderen Kind etwas gebraucht, den Kontakt aufzubauen. Aber mittlerweile dürften mich alle Kinder kennen. Sie besuchen mich schon häufiger im Büro. Ich muss eine Haarspange befestigen, oder sie wollen mir einfach mal etwas mitteilen.

Hat sich im Team etwas geändert?

Füsers Das kann ich nicht beantworten. Ich kenne die Situation vorher nicht. Was könnte sich denn Ihrer Meinung nach verändern?

Nun ja, haben Sie technisches Verständnis? Bringen sie Kindern Schrauben oder Sägen bei?

Füsers Jeder im Team bringt Können und eigene Fähigkeiten ein. Wir haben taffe Erzieherinnen im Team, die schrauben und sägen können. Da müssen nicht Klischees bedient werden. Zumal mein Aufgabengebiet eher im Büro am Schreibtisch bei der Verwaltung und Organisation zu suchen ist. Im Übrigen haben wir einen Bildungsauftrag. Ich glaube, Sie unterschätzen das Berufsfeld der Erzieher.

Binden Sie denn nun die Väter mehr in ihre Alltagsarbeit ein, beispielsweise mit speziellen Vater-Kind-Aktionen?

Füsers Ich bin erst seit Februar hier. Das war noch kein Thema für uns. Selbstverständlich werden in jeder Einrichtung die Väter eingebunden. Daran ändert sich nichts, es ist gleichgültig, ob ein Mann oder eine Frau die Einrichtung leitet.

Verhalten Kinder sich Ihnen gegenüber anders?

Füsers Nein.

INGE VON DEN BRUCK STELLTE BASTIAN FÜSERS DIE FRAGEN.

Quelle: RP
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