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Viersen
Der TSV Boisheim muss sich gedulden

Viersen: Der TSV Boisheim muss sich gedulden
Baugeräte und Materialien sind auf dem Sportplatz in Boisheim schon vorhanden. Wann es weitergehen kann, ist aber noch nicht klar. FOTO: F.-H. Busch
Viersen. Während 1. FC Viersen, LG Viersen und Dülkener FC mit den Entscheidungen des Sportausschusses vom Montag gut leben können, sind die Boisheimer eher unglücklich. Sie sehen keine schnelle Lösung für den Umbau ihres Sportplatzes. Von David Beineke

Am Sportplatz in Boisheim stehen sechs hochwertige Baumaschinen in Reih und Glied. Dass sie aktuell zur Untätigkeit verdammt sind, hat mit einem Baustopp zu tun, den die Stadt Viersen vor zwei Wochen verhängte. Kurz vor der Sportausschusssitzung am 25. Oktober hatte sich nämlich herausgestellt, dass sich die Kosten für die Umwandlung des Aschen- in einen Naturrasenplatz um 50.000 auf 235.500 Euro erhöhen. Und es war nicht klar, wo das Geld herkommen sollte.

Dieser Umstand und die erhöhten Kosten bei den drei weiteren geplanten Sportplatzmodernisierungen im Stadtgebiet führten zu weiterem Beratungsbedarf und in der Folge zur der Sondersitzung des Sportausschusses am Montag. Die dort empfohlene (endgültig entscheiden muss der Rat nächste Woche Dienstag) Verplanung der Landessportpauschale bis 2023, was zusätzlichen 200.000 Euro entspricht, bei einer gleichzeitigen Erhöhung der Eigenanteile der Vereine von 20 auf 25 Prozent sorgte insbesondere beim TSV Boisheim für betretene Mienen. Vorsitzender Manfred Wynands hatte sich eigentlich erhofft, dass auch eine Lösung für das Problem mit dem Baustopp gefunden wird. Durch die Ausweitung der Sportpauschale sind zwar theoretisch auch die Mehrkosten in Boisheim gedeckt, doch darüber entscheidet erst der Rat in der kommenden Woche endgültig. "Für mich ist die Reihenfolge des Vorgehens unverständlich. Da wird bis 2023 geplant, aber vergessen, unser akutes Problem zu lösen", sagte gestern Rainer Thielmann, nicht nur für die CDU Vorsitzender des Sportausschusses, sondern auch 2. Vorsitzender des TSV. Er befürchtet, dass die Baufirma Kosten für einen weiteren Stillstand der Geräte berechnet, wenn nicht schnell eine Lösung gefunden wird. Dazu will er sich heute noch mal mit Ratsmitglied Fritz Meies (CDU) treffen.

Was die Boisheimer aber auch noch umtreibt, ist, dass sich ihr Eigenanteil durch die neue 25-Prozent-Regel um über 20.000 Euro auf 58.875 Euro steigert. "Wir sind bei unseren Kalkulationen von ganz anderen Zahlen ausgegangen. Die Stadt ist Bauherr und hat Fehler bei den Planungen gemacht. Mit den Mehrkosten haben wir im Grunde nichts zu tun", sagte TSV-Vorsitzender Manfred Wynands, der sich nach der ersten Bauplanung bereiterklärt hatte, im Sinne einer schnellen Abwicklung für den Eigenanteil des Vereins persönlich mit 40.000 Euro zu bürgen. "Für zusätzliche 18.000 Euro mache ich das nicht noch mal", betonte Wynands. Ein weiteres Problem: Für den erhöhten Eigenanteil muss er sich das Okay von den rund 200 Mitgliedern holen. Das könnte den Prozess weiter verzögern, den zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung muss laut Satzung mit einigem Vorlauf eingeladen werden - und die Baumaschinen warten auf ihren Einsatz.

Während die Boisheimer also noch heftig zu knabbern haben an den Beschlüssen des Sportausschusses, sind die anderen betroffenen Vereine weitgehend zufrieden. "Das ist eine gute Lösung, mit der wir leben können", meinten Michael Berghausen, Vorsitzender des 1. FC Viersen, und Elmar Orta, Vorsitzender der LG Viersen, unisono nach der Sportausschusssitzung am Montagabend. Während der 1. FC bei der Umwandlung des Aschenplatzes am Hohen Busch 24.000 Euro mehr Eigenanteil stemmen muss, kommen auf die beiden Vereine bei der gemeinsam geplanten Modernisierung des Stadions 87.500 Euro Mehrkosten zu. Offenbar gibt es aber schon Pläne, wie das Geld aufgebracht werden kann. "Wir brauchen ein modernes Stadion, wegen unserer steigenden Mitgliederzahlen und unseres Hochsprungmeetings", betonte Orta.

Auch der Dülkener FC will sich von dem um 32.500 Euro auf 102.500 Euro gestiegenen Eigenanteil für die Umwandlung des Natur- in einen Hybridrasen nicht bremsen lassen. "Wir sehen das eher so, dass wir durch das zusätzliche Jahr Sportpauschale mehr Geld von der Stadt bekommen. Unter diesen Voraussetzungen werden wir das Projekt auf jeden Fall stemmen", betonte Olaf Gründer, der das Projekt für den DFC leitet, gestern.

Quelle: RP
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