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Viersen
Der Wettbewerb der jungen Vorleser

Viersen: Der Wettbewerb der jungen Vorleser
Der elfjährige Philipp, Schüler der Liebfrauenschule Mülhausen, las aus dem Buch "Wunder" von Raquel J. Palacio vor. Die berührende Geschichte eines Außenseiters wurde 2014 mit dem Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. FOTO: Knappe
Viersen. Im Forum des Kreishauses in Viersen traten gestern 21 Schüler an. Die Sechstklässler hatten sich bereits in ihren Klassen und Schulen durchgesetzt und so für die Teilnahme am Vorlesewettbewerb qualifiziert Von Eva-Maria Geef

Nur drei Minuten Zeit hatten die 21 Schüler, die gestern beim Regionalentscheid des aktuellen Vorlesewettbewerbs mitmachten: Innerhalb dieser Zeit mussten sie die Jury davon überzeugen, dass sie sehr gut und damit besser als die anderen Teilnehmer lesen können.

Denn nur zwei Kinder kommen beim 59. Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels in die nächste Runde. Nach Qualifikationen innerhalb der Stadt-, Kreis-, Bezirks- und Landesebene geht es für die Sechstklässler bis zum finalen Entscheid innerhalb des Bundesfinales, das im Juni stattfinden wird. Bundesweit treten Kinder von mehr als 7000 Schulen an.

"Bewertet werden die Lesetechnik, Interpretation sowie die Textauswahl", erläutert Deutschlehrer Joachim Littke, Co-Leiter des Kompetenzteams und Jurymitglied des Wettbewerbs. Gleich zu Beginn gibt es im Sitzungssaal des Kreishaus-Forums in Viersen eine Überraschung: Alle der 21 angemeldeten Schüler aus den weiterführenden Schulen des Kreises sind anwesend, keiner durch Krankheit verhindert. "Ich glaube, das habe ich noch nie erlebt", sagt Schulrätin Martina Hans in ihrer Begrüßungsansprache sichtlich erfreut.

Sie versucht zunächst, den Kindern etwas von ihrer Aufregung zu nehmen: "Ihr werdet das alle gut über die Bühne bringen, schließlich habt ihr schon bewiesen, dass ihr das gut könnt." Denn alle Teilnehmer haben sich zuerst in ihrer Klasse und dann in ihrer Schule durchgesetzt und sich so für die Teilnahme innerhalb des Regionalentscheids qualifiziert.

Die elfjährige Lea, Schülerin der Anne-Frank-Gesamtschule Viersen, ist trotzdem aufgeregt. "Es ist schon schwieriger, vor so vielen anderen Leuten zu lesen." Sie habe die letzten beiden Tage viel geübt und vor dem Wettbewerb in der Schule auch nochmals ihren Text aus dem Buch "Eins-a-Ausreden" von Tom Gates vor der Klasse vorgelesen. "Meine Lehrerin hat mir noch einen Tipp gegeben: Deutlich lesen und Blickkontakt mit der Jury halten."

Auch der elfjährige Philipp von der Liebfrauenschule Mülhausen ist etwas nervös. Er hat sich den Rahmen des Entscheids anders vorgestellt: "Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Kinder mitmachen. Aber ich versuche, mir positive Gedanken zu machen: Das klappt schon!" Philipp liest aus dem Buch "Wunder" von Raquel J. Palacio. Für Jurymitglied Anja Hausmann ist der Nachmittag auch etwas Besonderes: "Ich bin zum ersten Mal dabei und bestimmt genauso aufgeregt wie die Kinder", sagt die Buchhändlerin lachend. Sie sei noch kein "alter Hase" in Sachen Bewertung, nehme aber die Herausforderung an. Ihr Anspruch an die Schüler: "Ich lege Wert auf die richtige Betonung und wie beispielsweise im Vorlesefluss mit Kommata oder Schachtelsätzen umgegangen wird."

Hausmann hat auch die Bücher ausgesucht, aus denen die Kinder in der zweiten Runde Auszüge lesen müssen. Die 21 Teilnehmer kommen aus den beiden Regionalgruppen Kreis Viersen Nordost beziehungsweise Südwest. Aus diesen werden jeweils drei Kinder ausgewählt, die dann in einer zweiten Runde einen ihnen unbekannten Text lesen müssen. Aus diesen sechs Kindern werden dann zwei Sieger gekürt, die im Frühjahr zum Regionalentscheid des Regierungsbezirks Düsseldorf fahren dürfen.

Quelle: RP
 
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