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Viersen
Die Bibel mit dem Leben verbinden

Viersen. Die Viersenerin Raphaela Hedwig Ernst hat ihr erstes Buch geschrieben. Sie stellt einen Bezug her zwischen Bibeltexten und Lebenssituationen Von Bianca Treffer

Mit ihrem Buch "In seiner Spur" hat die Viersenerin Raphaela Hedwig Ernst ein ungewöhnliches Werk geschrieben. Morgen um 20 Uhr stellt sie es - bei Klaviermusik und Wein - in der Buchhandlung im Kaisereck, Rathausgasse 3, in Viersen vor (Eintritt: fünf Euro).

Darin setzt sie sich mit dem Lukasevangelium auseinander. Geplant war das nicht. "Eigentlich ist das Buch zufällig entstanden", erzählt Ernst lächelnd. Die Gemeindereferentin und Krankenhausseelsorgerin, die auch als Exerzitienbegleiterin tätig ist, legte schon immer gern Gedanken schriftlich nieder. Während ihrer Exerzitienausbildung begann sie, zu biblischen Texten Impulse, Gebete und Gedichte zu schreiben. Von der Arbeitsgruppe, in der sie dies vortrug, erhielt sie positive Rückmeldung. "Viele meinten, ich sollte mich doch um eine Veröffentlichung bemühen", erinnert sich Ernst. Doch ihre Arbeiten blieben in einem Ordner, der immer dicker wurde.

Vor zwei Jahren brach sich Ernst den linken Knöchel, war an ihre Wohnung gefesselt. "Wenn man in der dritten Etage wohnt und auf Krücken unterwegs ist, geht man nicht so oft raus", sagt sie. Zeitgleich fragte eine Kollegin aus dem Kempener Krankenhaus, ob sie nicht etwas Biblisches für einen Verlag erstellen wollte. Ernst dachte sich: "Warum nicht?"

Schnell hatte sich die 55-Jährige für das Lukasevangelium entschieden. "Es vermittelt ein sehr schlüssiges, einstimmiges und barmherziges Gottesbild", schildert die aus der Eifel stammende Frau. Sie begann Impulse, Gedichte und Gebete zu schreiben, die sich auf einzelne Bibelstellen bezogen. Dabei war ihr wichtig, dass sie das Evangelium so vermittelte, wie sie die Worte selbst versteht. Ernst arbeitet schon wieder, als ihr Buch im Februar 2015 Jahres fertig war. Doch sie wollte einen anderen Verlag; eine Freundin schlug den Verlag Bibelwerk vor. Die Viersenerin rief mutig dort an, sprach auf einen Anrufbeantworter. Der Cheflektor war begeistert und bat um ihr Werk. Der Verlag wollte das Buch zum "Jahr der Barmherzigkeit" herausbringen. "Am 24. Dezember kamen die ersten Exemplare bei mir an. Das war berührend für mich, meine Texte als ganzes Buch zu erleben", sagt Ernst.

Am Montag, 27. Juni, 18 Uhr, gibt es eine Lesung in der Kapelle des Lobbericher Krankenhauses.

Quelle: RP
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