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Viersen
Die Bürgerwünsche stehen hinten an

Viersen: Die Bürgerwünsche stehen hinten an
Die Stadt hat Pläne: Das Gelände rund um das ehemalige Süchtelner Höhenbad soll umgestaltet werden. FOTO: Busch
Viersen. In Sachen Bebauung des ehemaligen Süchtelner Höhenbades gibt es offene Fragen, Kritik und Anregungen der Bürger. Von Bianca Treffer

Der Verlust von Grün, der Wegfall von Stellplätzen, keine konkreten Angaben zur Abwicklung des Bauverkehrs, Fragen hinsichtlich der geplanten Lärmschutzwand - die rund 50 Besucher, die sich in der Hauptschule Süchteln eingefunden hatten und sich über den Vorentwurf der Stadt Viersen zur Bebauung des ehemaligen Süchtelner Höhenbad informierten, zeigten sich nicht allesamt glücklich über die geplante Gestaltung des ehemaligen Schwimmbad- und Skatergeländes. Nachdem im Mai die Verwaltung zu einer Bürgerwerkstatt eingeladen hatte, bei der sich jeder Interessierte mit Wünschen, Anregungen und Kritik einbringen konnten, ging es nun mit dem daraus entstandenen Vorentwurf in die nächste Runde.

Allerdings gab es auf den Planskizzen nicht viele Unterschiede zu sehen. Zwar waren die damals aufgetretenen Einwände und Bemerkungen der Bürger, farblich markiert auf den beiden Varianten A und B zu sehen, aber das war es auch. Es handelt sich nach wie vor um eine Bebauung mit vier dreigeschossigen Punkthäusern mit je fünf Wohneinheiten und weiteren 18 Einfamilienhäusern, wobei die Zahl der Wohneinheiten auf 38 zurückgegangen ist. Das ist aber weniger auf den Wunsch der Bürger zurückzuführen, sondern auf die Wünsche der bereits Kaufinteressierten, die vielfach aus dem Düsseldorfer Einzugsgebiet kommen. "Die GMG hatte das Projekt dort kürzlich vorgestellt", berichtete Jörg Clasen von der Stadtentwicklung.

Die geplanten Grundstückgrößen von 500 Quadratmeter sind sichtlich vergrößert worden. Die aktuelle Planung basiert auf der Planung B, die ansonsten 41 Wohneinheiten beinhaltet hätte. Drei Einzelhäuser fallen so weg. Die Erschließung des neuen Wohngebietes wird über die Schlegelstraße in Höhe der Hegel- bzw. Kantstraße erfolgen. "Eine Variante, die auch bei der Bürgerwerkstatt befürwortet wurde und besser realisierbar ist", sagt Clasen.

Nach wie vor entfällt der Stellplatz vor dem ehemaligen Höhenbad, was bei vielen Bürgern aufgrund der jetzt schon angespannten Parkplatzsituation, wie es die Bürger beschrieben, auf Unverständnis stieß und auch bei der vorausgegangenen Bürgerwerkstatt ein Knackpunkt war. Man habe einen vernünftigen Parkplatz, der nun für viel Geld zurückgebaut würde, um für ein Einfamilienhaus auf einem Grundstück mit 750 Quadratmeter zu weichen. Es sei unverständlich, drückte einer der Bürger seinen Unmut aus. Zumal auch der Schulbus den Parkplatz als Wendemöglichkeit nutzt. "Wir werden weitere Stellplätze an anderer Stelle schaffen", kündigte Clasen an. Nichtsdestotrotz verringert sich die Stellplatzzahl nach der Planung von 79 auf 62 Plätze.

Aufgrund dessen, dass die Punkthäuser weiter zurückgerückt sind und sich mehr in der Mitte der Fläche konzentrieren werden, wünscht sich die Stadt vom späteren Investor, dass er dort eine Tiefgarage anlegt. Doch ob diese Realität wird, hängt vom Investor ab. Wobei noch nicht feststeht, wer die Punkthäuser bauen wird. Eine genaue Lösung für den Schulbus ist noch nicht in Sicht. Die Frage, welche Bäume letztendlich erhalten bleiben, konnte die Stadt nicht konkret beantworten.

Clasen betonte, dass es sich um einen Wohnpark handele und dieser als solcher auch einen Parkcharakter habe, was heißt, dass soviel Bäume wie möglich erhalten bleiben sollten. Definitiv steht fest, dass der Spielplatz in die Mitte verlegt wird und nicht, wie in der Bürgerwerkstatt angeregt, am angestammten Platz bleibt. Das Problem der Gärten, die sich bislang auf die Grünfläche des Spielplatzes mittels Tore öffnen, löst die Stadt durch einen kleinen Weg, der an den Gärten vorbeiführen wird. Bedenken von Seiten der Bürger kamen hinsichtlich des Bauverkehrs. Schon der Abriss des Höhenbades und der damit verbundene Verkehr sei problematisch gewesen, klagten Anwohner.

Für Diskussion sorgte auch die geplante Lärmschutzwand, die sich zwischen zwei und 3,50 Meter bewegen soll. Wieso braucht das Neugebiet eine solche Wand und der Altbestand bekommt sie nicht, lautete eine Bürgerfrage.

Andere sorgen sich um mögliche Kosten, die entstehen könnten, wenn die Kanalisation verändert werden muss. Man habe heute teilweise schon Rückstaus, die Keller unter Wasser setzen würden. Die Frage: Was geschieht bei einer zusätzlichen Belastung durch das Neubaugebiet? Anliegerkosten für Anwohner schließt die Stadt aus. Die Kosten liefen allein über die Neubebauung, die innerhalb der nächsten zwei Jahre realisiert werden soll.

Quelle: RP
 
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