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Serie - Wer macht was im Brüggener Rathaus?
Die erste Anlaufstation für alle Brüggener

Serie - Wer macht was im Brüggener Rathaus?: Die erste Anlaufstation für alle Brüggener
Manuela Schmidt arbeitet beim Bürgerservice im Brüggener Rathaus. Den größten Teil ihrer Arbeit machen Ausweis- und Meldeangelegenheiten aus. Die Mitarbeiter verkaufen aber auch Karten für Veranstaltungen, geben Müll- und Windelsäcke aus, beglaubigen Zeugnisse oder helfen dabei, einen Wohngeld-Antrag zu stellen. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Viersen. Manuela Schmidt arbeitet im Bürgerservice im Rathaus in Brüggen. Derzeit kommen täglich Menschen, die in Urlaub fahren möchten und feststellen, dass ihr Pass abgelaufen ist. Schmidt und ihre Kolleginnen helfen dann weiter. Von Birgitta Ronge

Brüggen In vielen Büros ist es in den Sommerferien ruhig, im Bürgerservice im Brüggener Rathaus nicht. "Im Gegenteil", sagt Manuela Schmidt und lächelt, "wir haben jetzt mit Ausweisangelegenheiten richtig viel zu tun." Denn viele Bürger, die jetzt in Urlaub fahren möchten, stellen plötzlich beim Blick auf Personalausweis oder Reisepass fest, dass das Dokument abgelaufen ist. Also muss ein neues her - und das schnell. "Manche, die kommen, sind ganz aufgeregt: ,Wir fahren morgen', heißt es dann", berichtet Schmidt. Sie und ihre Kolleginnen beruhigen die Leute - und stellen einen vorläufigen Personalausweis oder Reisepass aus.

Ausweisangelegenheiten und Meldeangelegenheiten machen einen großen Teil der Arbeit im Bürgerservice aus. Etwa 50 Prozent der Tätigkeit entfällt auf diese Bereiche. Wer nach Brüggen zieht, meldet sich im Bürgerservice an, wer innerhalb der Gemeinde umzieht, meldet sich dort um, und wer in eine andere Stadt oder Gemeinde zieht, meldet sich beim Bürgerservice ab.

Darüber hinaus gibt es viele Bescheinigungen, die man beim Bürgerservice beantragen oder direkt bekommen kann: Aufenthaltsbescheinigungen, Auskünfte aus dem Gewerbezentralregister, Untersuchungsberechtigungsscheine für junge Leute, die eine Ausbildung beginnen, Fischereischeine. Wer eine Beglaubigung braucht, zum Beispiel fürs Zeugnis, geht zum Bürgerservice - ebenso wie derjenige, der ein Führungszeugnis braucht, Müll- oder Windelsäcke haben möchte oder einen Hund an- oder abmelden will.

Was viele nicht wissen: Die Mitarbeiter im Bürgerservice - vier sind es in Brüggen, zwei in der Verwaltungsstelle in Bracht - nehmen auch Anträge für andere Verwaltungsteile entgegen und leiten sie weiter, so erspart man sich manchen Weg. "Wir möchten für die Bürger die Wege so kurz wie möglich machen", sagt Schmidt. "Praktisch, wenn man die meisten Dinge an einer Stelle erledigen kann." Denn auch wer einen Wohnberechtigungsschein benötigt, sich von den Rundfunkgebühren befreien lassen oder Wohngeld beantragen will, kann sich an den Bürgerservice wenden. "Wir haben die Formulare, und Hilfe beim Ausfüllen gibt es hier auch", sagt Schmidt. Nicht zuletzt werden auch Fundsachen beim Bürgerservice abgegeben. Die Aufgaben, die der Bürgerservice übernimmt, sollen in Brüggen und Bracht in absehbarer Zeit identisch sein. Schon jetzt können Brachter viele Dinge im Bürgermeisteramt erledigen, zum Beispiel einen neuen Ausweis beantragen. Ist die Verwaltung im Herbst erst ins Nachbarhaus eingezogen, werden die Aufgaben des Bürgerservices noch erweitert. Dann soll man dort all das erledigen können, was man auch in Brüggen erledigen kann.

An ihrem Beruf schätzt Manuela Schmidt besonders den Umgang mit Menschen. Das sei schön und sehr abwechslungsreich, sagt die 46-Jährige: "Man kann sich nicht darauf vorbereiten, was kommt, wenn die Tür aufgeht." Aber gerade diese Überraschungen mag sie. Die Verwaltungsangestellte begann im Schulverwaltungsamt, wechselte dann zur Tourist-Information in der Burg. Dort habe sie den Umgang mit Menschen gelernt, erzählt Schmidt. Nach zehn Jahren in der Burg ging sie in Elternzeit. Als die vorbei war, kehrte sie in die Verwaltung zurück. Seit 2008 ist sie jetzt beim Bürgerservice. Dieses Büro unten im Rathaus, gleich neben dem Eingang, ist die erste Anlaufstelle für alle Brüggener. "Die meisten Menschen sind sehr freundlich", hat Schmidt festgestellt. "Nur manchmal, wenn wir noch Unterlagen brauchen, die für die Bearbeitung einer Sache notwendig sind, dann meinen Bürger schon mal, wir wollten ihnen was. Das ist aber häufig Unwissenheit."

Schließt sie die Rathaustür nach Feierabend hinter sich, fährt Schmidt heim nach Overhetfeld. Dort wuchs sie auf, dort wohnt sie noch. Weil sie schon so lange bei der Gemeindeverwaltung in Brüggen arbeitet, kennt sie sich in der Burggemeinde allerdings besser aus als in Niederkrüchten, meint Schmidt schmunzelnd: "Ich weiß mehr über die Straßen in Brüggen als über die in meiner Heimatgemeinde."

Quelle: RP
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