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Viersen
"Die Physiker" in der Werner-Jaeger-Halle

Viersen. Lobberich Womöglich ist Friedrich Dürrenmatts Komödie "Die Physiker" aus dem Jahr 1961 heute aktueller denn je. Es geht um die Verantwortung der Wissenschaft. Etwa, ob ein Forscher seine Ergebnisse in die Hände der Politik geben darf, wohl wissend, dass dies großen Schaden anrichten kann. Das Stück, das aus dem Abendspielplan des Rheinischen Landestheaters Neuss stammt und von Reinar Ortmann inszeniert wurde, war nun auch in der Werner-Jaeger-Halle zu sehen.

Drei scheinbar verrückte Physiker leben in einer psychiatrischen Klinik. Ernesti hält sich selbst für Einstein und Beutler denkt, er wäre Newton. Der dritte Physiker, Möbius, behauptet, ihm erscheine der König Salomo. Alle drei ermorden ohne offensichtlichen Grund ihre Krankenschwestern. Doch nichts ist so, wie es scheint. Nach und nach merkt das Publikum, dass die einzige Irre die Anstaltsleiterin selbst ist. Vor allem die Leistung der Schauspieler, die als Möbius (Philipp Alfons Heitmann), Einstein (Joachim Berger) und Newton (Stefan Schleue) auf der Bühne standen, überzeugte.

Die Rollen als Wahnsinnige und das Gefühl, zwischen der eigenen Freiheit und der Rettung der Menschheit hin- und hergerissen zu sein, brachten sie glaubhaft an das Publikum. Die kühle und ernste Stimmung des Dramas vermittelte Ortmanns Stück spürbar. So auch durch die Atmosphäre einer sterilen Klinik, die durch die geradlinige schwarz-weiße Kulisse und die Kostüme der Patienten, die alle einen grauen Overall trugen, veranschaulicht wurde.

Trotzdem sorgte das Stück auch für einige Lacher. Obwohl Ortmann das Drama auf 80 Minuten gekürzt hat, zogen sich einzelne Dialoge in die Länge. mh

Quelle: RP
 
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