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Viersen
Die Schützen ziehen durchs Grenzland

Viersen: Die Schützen ziehen durchs Grenzland
Beim Heimatfest der Schützengesellschaft Börholz-Alst rund um König Peter Hoffmanns nahmen etwa 1000 Schützen und Musiker am Festumzug teil. FOTO: J. Knappe
Viersen. In Börholz-Alst erfüllt sich der neue Generalfeldmarschall einen Traum, die Elmpter feiern ihr ganz besonderes tanzendes Paar und in Schellerbaum bekommen sogar des Kaisers Haustiere einen eigenen Festbogen Von Paul Offermanns

Beim Heimatfest der Schützengesellschaft Börholz-Alst bei gutem Kirmeswetter bildete der Festumzug ein tolles Bild mit etwa 1000 Schützen aus Born, Bracht, Brüggen, Oebel, Lüttelbracht-Genholt, Schaag, Kaldenkirchen-Bruch und aus den eigenen Reihen sowie Musikern. Voran ritten Oberst Georg Boers, Hauptmann Andy Goertz und die Adjutanten: Karl-Heinz Lennackers und Josef Birkmann. Für den Ex-General Friedhelm Lücke ist das die erste Kirmes als Generalfeldmarschall. Für ihn ging ein Traum in Erfüllung: Sein Vater August war bereits der oberste Befehlshaber. Die Deko auf seiner Uniform wurde seinem Rang entsprechend angepasst. Stolz trug er den Marschallstab vom verstorbenen Vorgänger Günter Baldus. Der Klompenball war für die Börholz-Alster wieder ein voller Erfolg. Im Laufe des Vatertages zählten sie mehr als 2000 Menschen. Vier Züge feierten zum Königsspiel von Peter Hoffmanns und seiner Schwester und Königin Elke Jubiläum: Die blauen Offiziere (Major: Christian Ossowski) und der blaue Schillzug (Major: Torben Rettig) sind 20 beziehungsweise 25 Jahre dabei. Die Jägergarde besteht nun über 30 Jahre. Hauptmann Norbert Bülter führt sie an - immer noch mit einer Stärke von zwölf Mann. Der Marinezug gründete sich vor 40 Jahren. Er entstand aus dem FC Staubwolke Alst. Kapitän Heinz Optenplatz schritt dieser Truppe voran. Erster Hauptmann war sein Vetter Karl-Heinz Optenplatz. 1979 wurde er Minister bei seinem Bruder und Schützenkönig Willi. Danach übte er dieses Amt nicht mehr aus. Als Gründungsmitglieder bis heute dabei sind: Karl-Heinz, Heinz, Norbert und Hans-Willi Optenplatz sowie Siegfried Vilcans. Gewehr bei Fuß standen die neuen grauen Feldjäger mit Hauptmann Christoph Voigt.

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Parade für den König: Das Regiment der St.-Laurentius- und St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Elmpt ehrte gestern seine Majestät Frank Nolze. FOTO: J. Knappe

Ein sonnendurchflutetes Schützenfest feierte die St. Laurentius- und St. Hubertus-Schützenbruderschaft Elmpt. 2600 Röschen wurden gedreht für den Königsbogen von Frank und Michaela Nolze, Schilder im Ort sowie für einen Bogen der beiden Minister. "Die Röschen sind in creme-weiß und blau, passend zum Marine-Offizierszug, aus dem wir vier kommen", sagte seine Majestät. Den Ministerbogen teilten sich Markus Terhag, der vor 19 Jahren Schützenkönig war, und Dieter Breidt, der damals schon bei ihm Minister war. Breidt ist ein Oberkrüchtener Jong, der in Overhetfeld wohnt und in Elmpt ein begeisterter Schützenbruder ist. Zackig schritt Heinz Beckers voran - zum ersten Mal in der Rolle des Königsadjutanten. Der Marine-Offizierszug blieb mit neun Mann bestehen. "Sie haben uns bei den Kirmesvorbereitungen stark unterstützt", sagte Frank Nolze. Königssohn Jan Nolze (18) ist Jungjäger. Sein jüngerer Bruder Lennart (16) trug das Kissen mit dem neuen Wimpel des Königs mit dem Motiv eines "tanzenden Paares". Den Wimpel heftete König Frank an die Standarte. "Da meine Königin und ich begeisterte Tänzer sind, zog sich das durch unser ganzes Schützenfest", erzählte er. Auch die Erinnerungsplakette an diese Kirmes hat als Konterfei "ein tanzendes Paar". Die Klompen beim gutbesuchten Klompenball waren beim Königshaus Disko-Fox-mäßig gestaltet. Zur Elmpter Kirmes entwickelte sich aus den herangewachsenen Jungjägern die Laurentius-Offiziere. Durch die Öffnung der Bruderschaft für die Frauen entstand der 1. Mädchen/Frauen-Zug "die Luftflotte", ganz in schwarz mit abgesetztem roten Accessoires.

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"Auf los geht's los", sagte Hans-Willi Joppen, Kaiser der St.-Georg-Schützenbruderschaft Schellerbaum - dann setzte sich der Zug in Richtung Festzelt in Bewegung. FOTO: J. Knappe

Die Schwalmtaler Honschaft Schellerbaum wurde zum Schützenfest der St.-Georg-Schützenbruderschaft bei Kaiserwetter zum Kaiserreich. "Auf los geht's los", sagte Kaiser Hans-Willi Joppen. Der Schützenzug setzte sich in Richtung Festzelt in Bewegung. Dem Kaiser zur Ehr' bildete sich eine Frauengruppe mit 24 Damen ganz in Schwarz, die rosa Schals trugen. Anne Scherer führte diese Einheit als Hauptfrau an. Gut an kam auch der Kinderzug aus zwölf Jungen und Mädchen, den die 14-jährige Hauptfrau Hannah Reinertz leitete. Sie trugen eine rote Schärpe mit vorn St. Georg Schellerbaum und hinten Schützenkinder drauf. Der 2001-Königsbogen des Brüggener Ex-Kämmerers Erich Scholz wurde für Joppen ein imposanter Kaiserbogen. Des Kaisers' Hund Feivel und sein Kater Peter Garfield bekamen sogar einen eigenen Festbogen. Kaiser Hans-Willi (und Kaiserin Marita) standen während des Schützenfestes drei Minister zur Seite: Ex-König Herbert Gerhards (Wirtschaft), Winzermeister Arnold Nuß (Getränke) und Ralf Arntzen-Groh (Finanzen). Letzterer ging in Personalunion: "Über Tag mache ich den Spieß, abends bin ich Minister", sagte Arntzen-Groh (seit April auch "Ritter vom heiligen Sebastianus in Europa"). Er knöpfte seine Spießjacke auf und holte seinen Ministerorden hervor. In Eigenschaft als Spieß war ihm im kleinen Schützenknigge der §9 besonders wichtig: "Der Spieß sieht alles - auch dich." Die neue Erinnerungsplakette an das Kaiserfest 2017 zeigt als Konterfei die heilige Muttergottes. "Wir haben eine 1,20 Meter große Maria im Wohnzimmer stehen. Viele Jahre trug ich bei der Kevelaer-Marien-Wallfahrt das Kreuz vornweg", erklärte Joppen.

Quelle: RP
 
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