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Niederkrüchten
Die Verwaltung soll schlanker werden

Niederkrüchten: Die Verwaltung soll schlanker werden
Im Rathaus in Elmpt wird sich zum Sommer einiges ändern. Bürgermeister Kalle Wassong möchte die Verwaltung komplett umbauen. FOTO: Busch
Niederkrüchten. Wenn Klaus Blech in einigen Wochen das Rathaus in Elmpt verlässt, folgt kein neuer Beigeordneter. Bürgermeister Wassong möchte die Verwaltung umstrukturieren Von Birgitta Ronge

Klaus Blech hat am Freitag ein Jubiläum gefeiert: Seit 50 Jahren ist er im öffentlichen Dienst tätig. Blech wird voraussichtlich der letzte Beigeordnete sein, dem ein Niederkrüchtener Bürgermeister zu einem Dienstjubiläum gratulieren kann. Denn das Amt des Beigeordneten gibt es in der Gemeinde bald nicht mehr. Der Gemeinderat beschloss in seiner jüngsten Sitzung die dafür erforderliche Änderung der Hauptsatzung der Gemeinde, nach der in Paragraph 11 ein hauptamtlicher Beigeordneter gewählt wird, der allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters ist.

Grund für die Änderung sei nicht nur die Einsparung, das machte Bürgermeister Kalle Wassong (parteilos) in der Ratssitzung deutlich. Und Grund sei auch nicht nur der Vergleich mit anderen Kommunen ähnlicher Größe. Vielmehr gehe es darum, das Vertrauen in die Verwaltung zu stärken, in der es Personen mit dem entsprechenden Know-how gebe, betonte Wassong. Er gab auch zu, dass ihm der Schritt nicht leicht gefallen sei. Doch für eine zukunftsfähige Verwaltung sei es sinnhaft, über eine Verschlankung nachzudenken. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Wilhelm Mankau gab ihm recht: Seine Fraktion habe schon vor 13 Jahren darauf hingewiesen, dass Niederkrüchten nicht unbedingt einen Beigeordneten brauche. Die Verschlankung der Organisation sei zeitgemäß. Nachbarkommunen hätten auch keine Beigeordneten, und dort funktioniere es auch.

So votierte der Rat bei einer Enthaltung dafür, dass nach der Beendigung der Dienstzeit des jetzigen Beigeordneten die allgemeine Vertretung des Bürgermeisters nicht mehr von einem Wahlbeamten, sondern von einem Laufbahnbeamten des Höheren Dienstes wahrgenommen werden solle.

Bevor er Bürgermeister wurde, war Wassong nicht nur bischöflicher Beauftragter zur Prävention von sexualisierter Gewalt im Bistum, sondern nebenberuflich auch als Organisationsberater tätig. Diese Fähigkeiten möchte er in die Umstrukturierung im Rathaus einbringen. Die Verwaltung, so kündigte Wassong im Gespräch mit unserer Redaktion an, werde komplett umgebaut. Die Mitarbeiter würden "mitgenommen", versicherte Wassong. Heute wolle er in einer Mitarbeiterversammlung in Grundzügen erläutern, wohin die Reise gehen soll. Die Verwaltung sei, obwohl relativ klein, in viele Bereiche unterteilt. Künftig soll die Zahl der Fachbereiche von vier auf drei, die Zahl der Produktgruppen von elf auf fünf reduziert werden. "Wir haben sortiert, überlegt, was wohin gehört, was Sinn macht", so Wassong. "Nun müssen wir gucken, um welche Dinge wir uns wie kümmern wollen."

Die Umstrukturierung betrachtet Wassong auch als ein Signal an die Mitarbeiter. "Ich habe hier eine Mannschaft vorgefunden, die leistungsfähig und fit ist, und mit der wir in den nächsten Jahren gut aufstellt sind", so Wassong. Er sei von ihrem Können überzeugt. Daher habe er der Politik auch vorgeschlagen, dass ein Laufbahnbeamter als allgemeiner Stellvertreter reiche.

In der Verwaltung wird es neue Leitungsfunktionen geben. "Die Mannschaft steht", so Wassong - allerdings muss der Rat dazu noch den politischen Beschluss fassen. An die Stelle des allgemeinen Vertreters könnte Hermann-Josef Schippers treten, der derzeit den Fachbereich Ordnung und Soziales leitet, "ihn werde ich der Politik vorschlagen", erklärte Wassong. Durch den Verwaltungsumbau entfällt eine Stelle im höheren Dienst (A13).

Noch ist Klaus Blech im Dienst, noch bleibt im Rathaus auch für die Bürger alles wie gewohnt. Erst im Sommer soll die neue Verwaltungsstruktur umgesetzt werden.

Quelle: RP
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