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Serie Vhs-Dozenten Bianca Goertz
"Die VHS ist das Urbild der Erwachsenenbildung"

Viersen. In unserer neuen Serie stellen wir in loser Folge die Dozenten an der Kreis-Volkshochschule vor. Von Angela Wilms-Adrians

Kreis Viersen Als Bianca Goertz im März zur Direktorin bei der Kreisvolkshochschule Viersen wurde, war dort gerade der große personelle Umbruch im Gang: Von acht Fachbereichsleitern wechselten sechs, zudem wurden in der Verwaltung drei Stellen neu besetzt. Damit hatte die 45-Jährige nicht nur die Bereiche Gesellschaft und Politik inne, sondern führte auch die noch unbesetzten Stellen kommissarisch mit. Goertz nahm es als Chance, den eigenen Erfahrungshorizont zu erweitern. "Ich habe es gerne gemacht", sagt die Mutter eines siebenjährigen Sohnes und versichert, im Team am Willy-Brandt-Ring den notwendigen Rückhalt erfahren zu haben.

Im Grunde entspricht die Aufgabenvielfalt ihrer "bunten Biografie". Die Diplom-Pädagogin und Psychologin hatte während des Studiums nebenher eine kaufmännische Ausbildung durchgezogen und im Bereich Logistik gearbeitet. "Irgendwann" war sie bei der Arbeitsagentur in der Berufsberatung "gelandet", später an der Universität bei Drittmittelprojekten in der betrieblichen Aus- und Weiterbildung tätig. "Das war eine gute Basis für die Arbeit hier", stellt die in Krefeld wohnende VHS-Direktorin fest und ergänzt: "Berufsberatung ist immer noch ein Steckenpferd von mir". Auch wenn ihr die interne Umbruchsituation einen arbeitsintensiven Auftakt bescherte, schwärmt sie: "Ich kann mir keine schönere Arbeit vorstellen als bei der VHS. VHS ist das Urbild der Erwachsenenbildung, der Partizipation an Bildung für alle". Goertz lobt das Pädagogen-Team, die Dozentin und die Verwaltung, die ihr den Rücken freihalte. Sie sieht sich als Teil eines Teams, das den Weg ebnet und Ideen vorgibt. "Ich bündele Arbeit und versuche, Schnittstellen zwischen den Fachbereichen heraus zu filtern und transparent zu machen. Die Gesellschaft und die Anforderungen an den Einzelnen sind immer komplexer geworden. Es wäre fatal, isolierte Inhalte anzubieten", betont sie. In den Bereichen Philosophie und Kunst, Sprache und EDV, Sprache und Kochen sieht sie eine solche Verzahnung schon realisiert. Goertz sieht sich auch als Motor, um zusätzliche Projektmittel zu akquirieren, zum Beispiel für einen zusätzlichen Deutschkurs für Flüchtlinge.

Zu ihren Wünschen gehört eine stärkere Einbindung von jungen Menschen, die oft eher schwierig zu gewinnen seien. Da sieht sie Potenzial im EDV-Bereich, in Eltern-Kind-Kursen und vor allem in einer Zielgruppe, die bereits ins Haus kommt: in der Gruppe derer, die auf dem zweiten Bildungsweg die Schulausbildung nachholen. Hier würde sie gerne mit Zusatzangeboten beim Übergang von Schule in den Berufseinstieg helfen. Denn sie weiß: "Bei denen, die sich entschließen, die Schule nachzuholen und das auch durchziehen, ist eine hohe Motivation vorhanden. Da ist ein Potenzial, das auf dem Arbeitsmarkt oft nicht gesehen wird."

Überzeugt von der Qualität der vielfältigen VHS-Angebote, will Goertz diese noch stärker ins allgemeine Bewusstsein rücken. Hier vertraut sie etwa- natürlich grenzübergreifend - auf die Kreativität im Fachbereich Digitale Medien.

Quelle: RP
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