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Viersen
Die Welt mit dem Rad erfahren

Viersen. Der Dülkener Walter Leppers bricht heute auf, um die Erde zu umrunden.Vier Jahre lang will der 62-Jährige alle Länder und Kontinente bereisen. Ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Von Dominique Schroller

Die Welt in ihrer ganzen Viefalt zu erfahren – davon hat Walter Leppers immer geträumt. Mit jedem Tritt in die Pedale etwas neues zu entdecken, Wind und Wetter, Hitze und Kälte auf der Haut zu spüren und Menschen zu begegnen, reizt den Dülkener. Er hat schon viele ferne Länder bereist, doch es waren immer Abenteuer auf Zeit. Seine Sehnsucht, die Erde ganz zu umradeln blieb – bis heute.

Mit gepackten Satteltaschen und voller Vorfreude auf das, was vor ihm liegt, nimmt der 62-Jährige nach dem Frühstück Abschied von seiner Familie und lässt seine Heimat hinter sich. Er wagt den Aufbruch ins Ungewisse. "Mein erstes Ziel ist Innsbruck. Dort wohnt meine Cousine. Bei ihr werde ich einen Tag pausieren, um für die schweren Alpenetappen Kraft zu sammeln", berichtet der Dülkener. Er ist zuversichtlich, die ersten 800 Kilometer in sechs Tagen zurückzulegen.

Täglich im Schnitt 80 Kilometer

Für die gesamte Reise hat er sich ein tägliches Pensum von 80 Kilometern vorgenommen. Mal wird die Strecke länger, mal kürzer sein. Walter Leppers will sich unterwegs treiben lassen. "Das Spannende ist, morgens loszufahren, ohne zu wissen, wo ich abends ankomme." Das Fahrrad ist für ihn das ideale Fortbewegungsmittel. "Es ist langsam genug, um viel zu sehen und schnell genug, um voran zu kommen. Auf diese Weise bin ich nahe an den Menschen und der Natur und jederzeit in der Lage, anzuhalten."

Sein Ziel ist es, auf entschleunigte Art zu reisen und seine Umgebung in sich aufzusaugen. "Wer einmal durch die Wüste gefahren ist, lernt einen Schluck Wasser ganz anders zu schätzen. Solche Erfahrungen machen reich." Abseits von Touristenströmen und Sehenswürdigkeiten will er sich ganz auf die verschiedenen Länder und ihre Bewohner einlassen. "Die Akropolis muss ich nicht sehen. Mich faszinieren Landschaften. Die Traumstraße von Pakistan am Himalaya entlang nach China oder die Anden in Südamerika ziehen mich magisch an."

Obwohl Walter Leppers mit Ausnahme von ein bisschen Englisch keine Fremdsprache spricht, ist er sich sicher, überall verstanden zu werden. "Bisher hatte ich noch nie Probleme. Irgendwer kann immer einige Brocken deutsch oder englisch und zur Not helfen Hände und Füße." Zwei Bücher mit Bildern von wichtigen Wörtern, auf die er zeigen kann, hat er aber vorsichtshalber eingepackt. Sollte es Schwierigkeiten mit Behörden geben, kann der 62-Jährige Empfehlungsschreiben in verschiedenen Sprachen vorweisen. "Falls ich mit Militär zu tun habe, zeige ich einen Brief meiner einstigen Einheit bei der Fernspähkompanie."

Über die Sitten und Gebräuche in den unterschiedlichen Kulturkreisen hat sich der Dülkener ebenfalls informiert. "In muslimischen Ländern essen die Leute nur mit der rechten Hand. Die Linke gilt als unrein. So etwas sollte ich wissen, wenn ich irgendwo zu Gast bin." Angst hat der Weltumradler nur vor der Einsamkeit. "Ich werde viel Zeit haben nachzudenken und mich selbst besser kennen zu lernen." Er ist sicher, dass ein anderer zurückkehrt, als der, der in das Abenteuer seines Lebens aufgebrochen ist.

Quelle: RP
 
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