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Brüggen
Diebe stehlen 500 lebende Forellen

Brüggen: Diebe stehlen 500 lebende Forellen
Burkhard und Martin Strötzel staunten nicht schlecht: Aus ihrem Zuchtbecken verschwanden über Nacht rund 500 der insgesamt 1700 Forellen. FOTO: Heike Ahlen
Brüggen. In der Nacht zu Mittwoch brachen die Täter in eine Forellenräucherei in Brüggen ein. Sie hebelten den Zaun auf und entwendeten 500 Forellen aus einem Zuchtbecken. Die Polizei glaubt, dass sie in einem großen Fahrzeug kamen. Von Heike Ahlen

Das war kein schöner Morgen für Burkhard (61) und Martin (49) Strötzel. Als die Brüder, die seit März gemeinsam eine Forellenbrat- und Räucherei an der Swalmener Straße betreiben, Mittwoch gegen 9 Uhr zu ihrem Gelände kurz vor der niederländischen Grenze kamen, fiel ihnen sofort auf, dass etwas nicht stimmte. "Dort hinten waren Bretter aus dem Zaun raus, und die kleine Hütte war aufgebrochen", sagt Burkhard Strötzel und deutet ganz ans Ende des Geländes. Die Brüder haben inzwischen das Loch im Zaun wieder verbrettert.

Aus der Hütte fehlte eine Wat-hose. Und beim Blick an den hölzernen Zaun wurde schnell klar: Da sind auch zwei riesige Kescher verschwunden. Mit einem unguten Gefühl begab sich das Brüderpaar zu den Forellen. Am Becken der Portionsforellen ganz hinten war dann klar, was geschehen ist.

Das Brüderpaar betreibt eine Forellenräucherei, verarbeitet so genannte Portionsforellen mit einem Gewicht von 350 bis 500 Gramm. FOTO: Ahlen Heike

Normalerweise fressen die 1700 Tiere dort morgens und abends jeweils etwa 1700 Gramm Futter. Nach gut einem Kilo waren die Tiere aber satt. "Das bedeutet, dass mindestens 500 Tiere weniger da sind als gestern Abend", sagt der Züchter. Genaue Zählungen könne er aber nur vornehmen, wenn er das Wasser aus dem Zuchtbecken komplett ablässt.

Den Schaden schätzen die beiden Eigentümer auf insgesamt etwa 2000 Euro. Portionsforellen sind die Tiere, die etwa 350 bis 400 Gramm wiegen und sich vor allem auf den Tellern von Restaurants finden. Neun Monate bis ein Jahr dauert es, bis aus einem Ei eine Forelle dieser Größe geworden ist.

Die Tatzeit wird durch die Polizei auf den Zeitraum zwischen 2 und 4 Uhr in der Nacht zu gestern eingegrenzt. Eine Zeit, in der es auf der Anlage absolut stockfinster ist. Der Weg um die Becken herum ist im Dunkeln nicht ungefährlich, es finden sich etliche Stolperfallen.

Die Brüder sind ratlos und traurig, sie werden auf dem Schaden sitzen bleiben. Erst im Frühjahr hatten sie begonnen, sich hier eine Existenz aufzubauen. Am Wochenende kommen zahlreiche Ausflügler aus einem großen Einzugsbereich hierher. "Wir werden vor allem im Düsseldorfer Raum ein wenig als Geheimtipp gehandelt", sagt Martin Strötzel.

Die beiden sind überzeugt, dass der oder die Täter die Örtlichkeit gekannt haben müssen - oder einen großen Beleuchtungsaufwand getrieben haben. Weil die Aktion, falls jemand in der einsamen Gegend um diese Uhrzeit unterwegs war, eigentlich nicht unbemerkt geblieben sein müsste, hofft die Polizei auf Zeugenhinweise.

Völlig unklar ist auch noch, was der oder die Täter mit dieser großen Zahl Tiere vorgehabt haben könnten. "Ohne eine entsprechende Sauerstoffversorgung im Wasser kann man sie nicht lebend transportieren", sagt Burkhard Strötzel.

Die Polizei geht davon aus, dass die Täter ein größeres Transportmittel zum Abtransport genutzt haben müssen.

Hinweise - auch von Menschen, die etwas beobachtet haben und sich erst jetzt einen Reim darauf machen können - erbittet sie an das Kriminalkommissariat West unter der Telefonnnummer 02162 377-0.

Quelle: RP
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