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Viersen
Diskussion um Autos in Dülkens Mitte

Viersen: Diskussion um Autos in Dülkens Mitte
Leerstehende Ladenlokale zeichnen ein trauriges Bild der pittoresken Altstadt Dülkens. Das soll sich ändern. Mit der Entwicklung eines Masterplans soll der historische Kern attraktiver werden. FOTO: Kallianteris
Viersen. Rund 100 Interessierte kamen ins Bürgerhaus, um mit der Stadtverwaltung über die Entwicklung des Ortskerns zu diskutieren. Rund eine Million Euro steht an Fördermitteln zur Verfügung, um Dülken attraktiver zu machen Von Jiota Kallianteris

Die Verkehrsführung in der Dülkener Innenstadt ist ein Zankapfel. Schon vor vier Jahren wurde darüber heftig diskutiert. Auch damals ging es um die Öffnung der Lange Straße für Autos, um mehr Frequenz in die verwaiste Ortsmitte zu ziehen. Damals entschieden sich die Bürger gegen eine Öffnung.

Bis heute hat sich nichts an der Situation in der Innenstadt geändert. Leerstehende Ladenlokale zeichnen ein trauriges Bild der pittoresken Altstadt. Das soll sich jetzt ändern. Die Diskussion um eine Öffnung der Lange Straße für den Pkw-Verkehr ist neu entfacht worden. Denn für die Umgestaltung der historischen Innenstadt wird ein immobilienwirtschaftlicher Masterplan erstellt. Er wird mit Hilfe von Fördergeldern des Landes finanziert, Bürger können sich beteiligen.

Die Stadtverwaltung hatte nun zu einem Ideen- und Meinungsaustausch ins Bürgerhaus eingeladen. Rund 100 Interessierte hatten viele Fragen. Zunächst wurde der Ist-Zustand in einer Präsentation beleuchtet, ebenso wurden die Gründe für eine Umgestaltung genannt. Bei aller Notwendigkeit soll der Altstadtcharakter bewahrt werden und kein normaler Durchgangsverkehr stattfinden. Fünf Varianten, um die Verkehrsführung an diese Vorgaben anzupassen, wurden vorgestellt.

Verkehrsplaner empfehlen, den Verkehr als Einbahnstraße ab Westgraben in Richtung Peterboroughplatz zu erlauben. Mit einer Durchfahrtssperre der Lange Straße auf die Viersener Straße sei eine verträgliche Öffnung geschaffen, die überwiegend für Anlieger interessant sei. Probleme mit Fußgängern und Radfahrern könnten durch eine geringe Verkehrsmengenentwicklung ebenfalls vermieden werden, so die Planer.

Nach der Präsentation konnten Bürger Anregungen, Ideen und Bedenken einbringen. Diese wurden an drei Tafeln gesammelt, sie werden nun von der Stadtverwaltung aufgearbeitet, um mit in die Planungsunterlagen für den Förderantrag einzufließen. Dann werden die Anregungen im Herbst in die politischen Gremien eingebracht, die letztendlich darüber beraten und entscheiden. Es steht ein Budget von rund einer Million Euro als Fördergeld zur Verfügung. Das Geld soll in einzelne Teilprojekte fließen.

Auf die Anlieger sollen keine Kosten zukommen. Das Hauptaugenmerk liege auf punktuellen Umgestaltungsmaßnahmen, da die Lange Straße in den 1980er-Jahren als Fahrstraße ausgebaut wurde und daher keine technische Erneuerung oder Verbesserung geplant sei, sagte Beatrice Kamper, Baudezernentin und Technische Beigeordnete. Im Einzelnen sei die Überprüfung der Beitragsfähigkeit des Umbaus bei einer Erneuerung oder Verbesserung aber erforderlich, so Kamper.

"Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität und Erreichbarkeit von Wohnungen und Einzelhandel ohne Durchgangsverkehr zu verbessern. Denn dass etwas gemacht werden muss, ist allen klar. Die Diskussion an den Tafeln war sehr produktiv, auf beiden Seiten", so ihr Resümee. Und weiter: "Wir erhielten neue Impulse. Auch einige Punkte wurden uns aufgezeigt, die wir berücksichtigen sollen. Nur wenige Bürger wünschen, dass alles so bleibt wie bisher. Der Tenor insgesamt ist aber positiv." Ein Dülkener stellte fest: "Wenn man nichts macht, kann man auch nichts erreichen."

Quelle: RP
 
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