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Brüggen
DLRG besorgt um Schwimmausbildung

Brüggen: DLRG besorgt um Schwimmausbildung
In seinem Brief bittet der Leiter der Ortsgruppe, Dirk Schmitz, "herzlichst, aber auch eindringlich" darum, dass man Lösungen und Argumente sucht, um beide Bäder zu erhalten. Derzeit wird über die Wirtschaftlichkeit der Bäder diskutiert. FOTO: Ahlen/RP
Brüggen. In einem offenen Brief hat sich der Geschäftsführer der DLRG-Ortsgruppe Brüggen-Bracht, Dirk Schmitz, an den Rat und die Gemeindeverwaltung gewandt. Er bittet darin um den Erhalt der Bäder in Brüggen und Bracht Von Birgitta Ronge

Nach den Ferien soll das Hallenbad in Bracht wieder für den Schwimmunterricht der Schulen geöffnet werden. Die Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Brüggen-Bracht soll zunächst weiterhin im Brüggener Bad trainieren. Das Brachter Bad war im Herbst geschlossen worden, weil in der benachbarten Turnhalle Flüchtlinge untergebracht wurden. Turngeräte hatte man im Bad zwischengelagert.

Der Geschäftsführer der DLRG-Ortsgruppe, Dirk Schmitz, hat sich nun in einem offenen Brief an die Ratsmitglieder und an die Gemeindeverwaltung gewandt. Darin bittet er, "dass Sie nach Lösungen und Argumenten suchen, um die beiden Schwimmbäder in Bracht und Brüggen auch zukünftig zu erhalten".

Im Brachter Bad zählte die 250 Mitglieder starke DLRG rund 80 Kinder, die montags zwischen 16 und 21 Uhr zum Training kamen. In Brüggen trainiert die DLRG nun ebenfalls montags - von 17.30 bis 20 Uhr. Für die Kleinen sei 17.30 Uhr zu spät, erläutert Schmitz im Gespräch mit unserer Redaktion - das Angebot der DLRG richtet sich an Kinder ab drei Jahre. Doch er wolle der Gemeindeverwaltung keinen Vorwurf machen, sicherlich lasse die mit sich reden, wenn es um die Zeiten gehe. Aber um die geht es Schmitz nicht. Er fürchtet, dass aus der Übergangs- eine Dauerlösung wird, die DLRG nie mehr nach Bracht zurückkehren kann. Deshalb schrieb er den Brief. Denn derzeit wird über die Wirtschaftlichkeit der Bäder diskutiert. Beide Bäder bescheren der Gemeinde jährlich ein Defizit von rund 350.000 Euro.

Ihren Schwerpunkt hat die Ortsgruppe in der Schwimmausbildung. "Wir machen aus Nichtschwimmern Schwimmer und aus Schwimmern Rettungsschwimmer", sagt Schmitz. Und die Nachfrage steigt stetig: Jedes Jahr erhält die DLRG so viele Anfragen, dass sie Wartelisten führen muss. Sollten Bäder geschlossen werden, fürchte er, "dass wir ein Volk von Nichtschwimmern werden", erklärt der Ortsgruppenleiter. Für die Schwimmausbildung sei das Brachter Bad "genial", findet Schmitz: Es ist kleiner als das Brüggener Bad, dadurch übersichtlicher. Es verfügt komplett über einen Hubboden. Sein Wunsch: "Die alten Strukturen wieder herzustellen und beide Bäder in Betrieb zu halten."

Unterstützung erhält die DLRG vom Gemeindesportverband. "Wir würden es bedauern, wenn das Bad geschlossen werden würde", sagt Vorsitzender Paul Offermanns. Sollte das geschehen, müsste sich die Gemeinde etwas einfallen lassen, "sonst sind alle zusammengedrängt in Brüggen". Er werde darauf drängen, dass nicht nur im Betriebsausschuss über das Thema gesprochen werde, sondern auch im Jugendpflege- und Sportausschuss. Man dürfe nicht nur über Kosten reden, es gehe auch um den Sport.

Dass die Öffnung nach den Ferien nur für Schulen gelte, habe seine Gründe, teilte der Vorsitzende des Betriebsausschusses, Jürgen Offermanns (CDU), in einer Stellungnahme seiner Partei mit. Nach der Schließung müsse eine Testphase zeigen, "ob alles wie früher läuft". Er hält es für unsinnig, die Belegungspläne nun zu ändern, um nach ein oder zwei Wochen zurückzurudern.

Eine Zusage, dass das Brachter Bad bald wieder Vereinen zur Verfügung steht, gibt die CDU nicht. Sie verweist darauf, dass zunächst in beiden Bädern eine Bestandsaufnahme der Gebäude und technischen Einrichtungen gemacht werde und beide Bäder ohne Unterschied auf den Prüfstand müssten.

Bei allen Überlegungen stehe im Vordergrund, dass jedes Kind und jeder Schüler die Möglichkeit habe, "zumindest im Rahmen des Grundschulsportunterrichts das Schwimmen zu erlernen, und dass über das Schulschwimmen hinausgehende Angebote möglichst erhalten bleiben sollten".

Quelle: RP
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