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Niederkrüchten
Dorfbewohner lieben das nachbarschaftliche Miteinander

Niederkrüchten: Dorfbewohner lieben das nachbarschaftliche Miteinander
Das Dorfgespräch war gut besucht: Mehr als 100 Besucher drängten sich in der restaurierten Scheune der Familie Klerks. FOTO: Smets
Niederkrüchten. Beim Dorfgespräch für Blonderath, Ryth, Silverbeek und Varbrook nahm Bürgermeister Kalle Wassong einige Wünsche der Bürger mit Von Jochen Smets

Der Mann ist vor 25 Jahren aus Krefeld nach Ryth gezogen. "Das Leben ist hier entschleunigt", sagt er. Und er freut sich, dass er als Städter von den Dörflern gut aufgenommen worden ist. Gut integriert ist er längst: "Beim Nachbarschaftsfest kürzlich warst du der Letzte", outet ihn eine Nachbarin unter allgemeinem Gelächter.

So sind die Menschen hier in Blonderath, Ryth, Silverbeek und Varbrook: Direkt, unverstellt, herzlich. "Es menschelt", fasst eine Anwohnerin das ausgeprägte Miteinander und Füreinander zusammen. Nachbarn helfen sich, man hält zusammen. Es ist die sechste Station der Dorfgespräche, in denen Bürgermeister Kalle Wassong (parteilos) mit den Bürgern Visionen für die Zukunft der kleinen Ortschaften entwickeln will. Er will erfahren, was die Menschen an ihrer Heimat mögen, was sie erhalten und an Kinder und Enkel weitergeben möchten. Die Resonanz in Blonderath, Ryth, Silverbeek und Varbrook toppt alle Vorveranstaltungen: Mehr als 100 Bewohner drängen sich in der wunderschön restaurierten Scheune der Familie Klerks.

Als es um die Vorzüge des Lebens im Südzipfel der Gemeinde geht, fallen Stichworte, die auch in den anderen Dorfgesprächen in Brempt, Gützenrath, Oberkrüchten, Birth, Boscherhausen, Dam und Overhetfeld zu hören waren: die Landschaft, die Natur, die Ruhe, die Wohnqualität, die gute Autobahnanbindung, neuerdings auch die gute Breitbandversorgung, das lebendige Brauchtum, für das die St.-Brigitta-Schützenbruderschaft der Anker ist.

Aber es gibt es gibt auch dorftypische Besonderheiten. Zum Beispiel viele nicht vereinsgebundene Feste auf nachbarschaftlicher Ebene - "generationsübergreifend und auf Augenhöhe", wie eine Besucherin betont. Dieses Miteinander möchten die Dörfler gerne weitergeben an die nächsten Generationen.

Aus Blonderath, Ryth, Silverbeek und Varbrook nimmt Wassong einige Wünsche und Ideen mit. Eine Außengastronomie am Lindbruch zählt dazu. Oder ein Markt für regionale Produkte, der einmal im Monat mit Essen, Trinken und Musik stattfinden und zum Treffpunkt werden könnte. Oder bezahlbarer Wohnraum insbesondere für junge Menschen. Oder der Erhalt des Freibades. Letzteres ist zwar allgemeiner Konsens, aber nicht ganz so einfach. Das Freibad ist zwar nicht ganz so marode wie das inzwischen geschlossene Elmpter Hallenbad, aber erstens hoch defizitär und zweitens dringend sanierungsbedürftig. Wassong sieht die langfristige Zukunft eher in einem interkommunalen Schwimmbad.

Spannend ist die Idee aus der Bürgerschaft, Kindern ihre Heimat kindgerecht verständlich zu machen. Stichwort: Wie funktioniert unsere Gemeinde? Überschrift: Heimatkunde auf die andere Art.

Quelle: RP
 
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