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Niederkrüchten
Dreck eines Schuljahrs wird weggeschrubbt

Niederkrüchten. Für Schüler haben gestern die Sommerferien begonnen, für die Putzfrauen an der Realschule beginnt jetzt die Hauptarbeit Von Eva-Maria Geef

Im Flur in der ersten Etage der Realschule stehen aufeinander gestapelt Tische und Stühle. Ein Radio dudelt. In einem Klassenzimmer wischt Rita Kort (58) schwungvoll mit einem Lappen über die Tafel. Für die Schüler haben die Ferien begonnen, für das dreiköpfige Reinigungsteam der Schule beginnt jetzt die Hauptarbeit. In den nächsten dreieinhalb Wochen sind Maria Haustein, Rita Kort und Angelika Carnein im Dauereinsatz: Dann heißt es morgens ab 6 Uhr Wände abschrubben, Böden abschleifen und neu versiegeln, Regale, Tafeln und Fenster reinigen, Kaugummis unter Tischen abkratzen und mehr.

"Während wir das Schuljahr abschließen, wird parallel bereits mit der Grundreinigung begonnen", erklärt Schulleiterin Bärbel Buchwald. "Lehrer und Schüler sind angehalten, am letzten Schultag die Klassenräume auszuräumen, damit alles gründlich geputzt werden kann." Außerdem müssen die Schüler alles mit nach Hause nehmen, was für die Reinigung im Weg stehen würde. Fensterbänke und Regale müssen zum Putzen frei sein.

Maria Haustein hat mit der Reinigung der Außentoiletten begonnen, die an den Schulhof grenzen und während der Pausen genutzt werden. Nun schließt sie sich ihren Kolleginnen im ersten Stock an. "Einen Plan zu Beginn der Arbeiten machen wir uns nicht, das hat sich in den Jahren eingespielt", sagt die 62-Jährige lachend. "Die Räume teilen wir uns auf, manchmal arbeiten wir auch parallel in einem. Und die Maschinen müssen wir sowieso zu zweit bedienen." Mit der Maschine wird der Boden gereinigt, danach wird das überschüssige Wasser abgesaugt. In einem weiteren Arbeitsgang wird eine Glänzer-Schicht aufgetragen, die je nach Wetterlage etwa vier Stunden trocknen muss. Nach den Klassenzimmern sind Flure und Treppenhäuser, Büros und Forum dran. Zum Schluss wird der Keller gereinigt, in dem sich Werkräume, die Bibliothek und Medienräume befinden. Für die Reinigung ist allerlei Material vonnöten: "Unsere Putzwagen sind mit mehreren Eimern Wasser für die Reinigung von Tischen und Fenstern, Schwämmen, Wischmops, Fensterledern, Müllsäcken, Toilettenpapier, Seife und Handtüchern bestückt", zählt Angelika Carnein (63) auf. Denn auch die verbrauchten Utensilien in Klassenräumen und Toiletten müssen aufgefüllt werden.

Erstmals haben die Schüler ihre Tische selber in den Flur getragen und gestapelt, dies war eine Bitte des dreiköpfigen Teams. "Bei den Lehrern, mit denen ich darüber gesprochen habe, kam dieser Wunsch auch gut an. So sehen die Schüler auch einmal, was für eine Arbeit das ist", erzählt Kort. Ist jeder Tisch und jeder Stuhl gewischt, tragen die Frauen alles zurück. "Das merken wir dann schon, Muskelkater kriegen wir immer danach", sagt Haustein lachend. Doch bevor am 23. August die Schule wieder beginnt, haben die Frauen erst einmal Urlaub.

Quelle: RP
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