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Niederkrüchten
Drei Firmen sorgen für schnelles Netz

Niederkrüchten. In Niederkrüchten hat der Wettbewerb der Unternehmen um den Breitbandausbau in der Gemeinde begonnen. Die Deutsche Glasfaser, die Deutsche Telekom und Unitymedia sind unterwegs, um Kunden zu werben Von Birgitta Ronge

Plakate, Broschüren, Schreiben im Briefkasten: In diesen Tagen ist so mancher Einwohner der Gemeinde Niederkrüchten recht verwirrt. "Wo kommen plötzlich diese Angebote her?", fragt sich mancher. "Lohnt sich das? Soll ich das machen? Und wenn ja, was soll ich machen?" Grund für die Plakate und Schreiben ist der Wettbewerb der Unternehmen, die in der Gemeinde den Breitbandausbau vorantreiben wollen. Derzeit unterwegs sind die Deutsche Glasfaser und Unitymedia. Auch die Deutsche Telekom will erweitern. Und so kommt es, dass mancher nicht weiß, was wo überhaupt möglich ist, wo die Unterschiede in der Technik sind und was er tun soll.

Darüber, dass mehrere Unternehmen jetzt in Niederkrüchten den Breitbandausbau besorgen wollen, freut sich Bürgermeister Kalle Wassong (parteilos). "Wir wollten eine Konkurrenzsituation, und die ist jetzt schneller eingetreten, als wir dachten", sagt er. Wofür sich die Bürger letztlich entschieden, bleibe ihnen natürlich überlassen, sagt Wassong. Doch er hält auch nicht damit hinter dem Berg, dass er nur eine Technik auf lange Sicht für zukunftsfähig hält: Glasfaserkabel bis in jede Wohnung.

Diese Technik nennt sich "Fiber to the home" (FTTH). Dabei wird eine Glasfaserleitung in jede Wohnung gelegt. Mit dieser Leitung verspricht die Deutsche Glasfaser im Basispaket 100 Megabit pro Sekunde (Mb/s) beim Hochladen ebenso wie beim Herunterladen von Daten - und zwar stabil. Das ist bei anderen Modellen nicht immer der Fall. Die Telekom beispielsweise will Glasfaserleitungen zu den Schaltkästen verlegen, die in den Orten stehen. "Fiber to the curb" (FTTC) heißt das. Dadurch wird das Internet schneller, ergänzt um die Vectoring-Technologie können Nutzer 100 Mb/s im Download erreichen. Doch weil vom Schaltkasten bis zum Haus die Daten noch über die alten Kupferleitungen laufen, ist die Schnelligkeit des Internets davon abhängig, wie nah man am Schaltkasten wohnt: Ist der Kasten nebenan, ist das Internet schnell. Wohnt man fünf Häuser weiter weg, ist es langsamer. Unitymedia hingegen setzt auf den Breitbandausbau mittels Coax-Glasfaser. Damit können Kunden im Augenblick schon bis zu 200 Mb/s im Download erhalten. Die Deutsche Glasfaser wirbt nun im östlichen Teil des Gemeindegebiets um Kunden. Die Leitung kommt aus Tetelrath und wird praktisch wie ein Ring um Schwalmtal gezogen. An den "Rändern" dieses Rings nimmt das Unternehmen auch Teile Niederkrüchtens mit, so der Plan. Für Silverbeek, Varbrook und den südlichen Teil Alt-Niederkrüchtens ist der Anschluss ans Glasfasernetz schon fest geplant. In anderen Ortsteilen - in Laar, Brempt, Gützenrath, Heyen, Dam-Birth und Oberkrüchten - wirbt die Deutsche Glasfaser noch um Kunden. Dort sollen, so Wassong, voraussichtlich Anfang Mai Info-Veranstaltungen angeboten werden. Die Anmeldefrist endet am 4. Juli.

Dass auch Elmpter ein Schreiben der Deutschen Glasfaser erhielten, stellte sich als Irrtum des Unternehmens heraus: Elmpt sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht für den Ausbau vorgesehen, so Wassong. Statt dessen erhalten die Elmpter nun Schreiben von Unitymedia. Das Unternehmen will seine Technik bis Op dem Felde anbieten. Es plant für den 9. Mai, 19 Uhr, eine Info-Veranstaltung im Bürgerhaus. In anderen Bereichen der Gemeinde ist Unitymedia bereits vertreten, beispielsweise in Venekoten, Gützenrath, Brempt und im Herzen von Alt-Niederkrüchten. Und die Telekom wolle für den Ausbau zunächst Elmpt ins Auge fassen, so Wassong.

Dass jetzt gleich zwei Unternehmen, die Deutsche Glasfaser und Unitymedia, das Netz in Niederkrüchten ausbauten, versetze die Gemeinde in eine komfortable Situation, so Wassong - sie müsse nichts dafür investieren. Hätte die Gemeinde die Telekom dabei unterstützen wollen, überall Glasfaserleitungen zu den Schaltkästen zu legen, hätte sie neben Fördermitteln "sicherlich einen Millionenbetrag in die Hand nehmen müssen", sagt Wassong. Beide Unternehmen bauen allerdings nur dann das Netz, wenn die Einwohner der Ortsteile es wollen: Unitymedia braucht ein Ja von 50 Prozent der Haushalte, die Deutsche Glasfaser von 40 Prozent. Bis 2018, so hatte es sich die Gemeinde vorgenommen, sollte der flächendeckende Breitbandausbau umgesetzt sein. Der Bürgermeister ist optimistisch: "Ich denke, wir schaffen das schon dieses Jahr."

Quelle: RP
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