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Viersen
Dreistadtmöhnen übernehmen die Macht

Altweiber in der Region Viersen
Altweiber in der Region Viersen FOTO: Busch
Viersen. Unter Schirmen tanzend starteten die Narren in die Hochphase des Karnevals. Et jecke Flöckche und et tolle Treffersche waren dabei.

Prinz Christian I. eröffnete gestern um 13.30 Uhr auf dem Alten Markt den Straßenkarneval. Leider hatte das Regenwetter viele Dülkener abgehalten, teilweise sah man mehr Polizisten als Besucher. Doch die echten Karnevalisten sangen mit Wolfgang Schäfer das "Halleluja", und als die Dölker Möhne auf den Marktplatz kamen, da war sofort Stimmung.

Zunächst kletterte das Boisheimer Prinzenpaar, Juppi I.und Martina I., auf den Bühnenwagen - erstmals waren die Boisheimer zur Eröffnung des Dülkener Straßenkarnevals gekommen. So meinte Moderator Erich Schmitz, Präsident des Vaterstädtischen Vereins, dass im nächsten Jahr vielleicht Boisheim gestürmt werde. Dann folgte das Dülkener Prinzenpaar, Christian I. und Melanie I., und Erich Schmitz holte dann auch Maik I. und Kylie I., das Dülkener Kinderprinzenpaar, auf die Bühne.

So war der Rathaussturm in Viersen FOTO: Theo Titz

Eine tolle Schau zogen die Dreistadtmöhnen mit ihrem Sturm auf das alte Rathaus ab: Die Abteilung Dülken unter Leitung von Obermöhn Ingeborg Gartz hatte prominente Unterstützung erhalten: Bürgermeisterin Sabine Anemüller, ebenfalls in Möhnen-Schwarz gekleidet, trat gegen ihre eigenen Leute aus dem Rathaus an. Hausherr Norbert Dahmen, Ortsbürgermeister Michael Aach und Vizebürgermeister Hans-Willy Bouren sahen von oben nur auf Regenschirme und mussten gegen ihre "Chefin" verteidigen, die mit den beiden Prinzenpaaren und den Möhnen die Rammen gegen die Rathaustür drückten. Ein Schuss aus der Konfettikanone zeigte den Sieg an, die Bürgermeisterin stellte sich zu ihren Leuten und überreichte den Möhnen den Rathausschlüssel.

Prinz Uwe III. und Ihre Lieblichkeit Marion I. mussten in Süchteln mit Regenschirmen ausgerüstet werden. So gelangten sie trocken in die Volksbankfiliale, wo sich die Dreistadtmöhnen, Abteilung Dülken, auf den Rathaussturm vorbereiteten. Zu "Rock me" präsentierten zehn Möhnen ein Tänzchen, um dessen Choreographie sich Tanja Müller gekümmert hatte, dann machten sich die Möhnen an den Sturm des Rathauses. Sie hatten ihre Taktik geändert: Statt mit dem Feuerwehrwagen und Tatütata auf die Front des Rathauses zuzustürmen und den Einstieg durch die Fenster zu wagen, peilten sie diesmal den direkten Weg an.

Das war der Rathaussturm in Viersen-Dülken FOTO: Theo Titz

Paul Schrömbges machte es den Möhnen nicht leicht. Er hatte noch schnell den Rathausschlüssel umdrehen können, und die Frauen mussten Frühsport machen: Nur wer hoch genug sprang, hatte die Chance, den Schlüssel zu bekommen. Für die durchtrainierten Frauen war das aber kein Problem, und Möhn Margret Maier verstand es, sich Einlass zu verschaffen. Dem Rathausteam fiel es nicht schwer, zu kapitulieren und mit den gut gelaunten Möhnen zu feiern.

In Viersen setzte Prinz Edi I., der per Pferd auf den Rathausmarkt zog, in Sachen Eroberung des Rathauses auf seine Prinzessin Daniela II. - denn mit Blick auf Bürgermeisterin Sabine Anemüller erklärte er, gegen eine Frau nicht antreten zu wollen: "Ich habe mein Leben lang noch nie gegen Frauen gekämpft, sondern sie erobert", rief Edi I. den Möhnen zu, die sich auf die Seite Anemüllers gestellt hatten. Prinzessin Daniela II. bewies dann aber, dass sie im Erobern top ist: Beim Kaffeebecher-Werfen schlug sie Anemüller zwar nur knapp, aber als es daran ging, Senatspräsident Frank Schifffers die Haare zu stylen, wuchs sie über sich hinaus. Die blau-rote Stehfrisur überzeugte auch Viersens erste Frau. "Frank, ich bin besiegt. Ihr könnt reinkommen", erklärte Anemüller und gab das Rathaus frei.

Quelle: RP
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