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Schwalmtal
Drogerie für Schlossbräu-Fläche?

Schwalmtal: Drogerie für Schlossbräu-Fläche?
2011 wurde der Sudturm der Schlossbrauerei in Waldniel abgerissen. Nun laufen die Planungen für eine Folgenutzung des Geländes. FOTO: Busch
Schwalmtal. Seit Dezember letzten Jahres liegen die Pläne, was sich auf dem Gelände der ehemaligen Schlossbrauerei in Waldniel tun soll, auf dem Tisch. Teilweise warten die Bürger schon darauf, dass endlich die Bagger anrollen und sich etwas tut, teilweise wird immer wieder die Frage laut, ob man dort nicht neben Netto auch einen Drogeriemarkt ansiedeln könne. Von Heike Ahlen

Der fehle nämlich, seit Schlecker in der St.-Michael-Passage seine Pforten geschlossen habe. Im Dezember hatte der Rat beschlossen, die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines Bebauungsplans auf den Weg zu bringen. Um das korrekt zu tun, muss ein "Sondergebiet Nahversorgung" ausgewiesen werden. Und dafür wiederum benötigt man ein Gutachten, in dem die maximale Verkaufsfläche für die Geschäfte festgeschrieben wird.

In einem solchen Gutachten wird danach geschaut, welche Auswirkungen eine Neu-Einrichtung an der gewünschten Stelle auf den vorhandenen Einzelhandel im Ort und in der Umgebung hat. Das Ergebnis vorweg: Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass durch die Ansiedlung eines Drogeriemarktes dort kein "Zentraler Versorgungsbereich" in Schwalmtal oder den Nachbarkommunen in einem abwägungsrelevanten Umfang betroffen sei. Vor allem sei keine Schließung eines strukturprägenden Betriebes in den Zentren zu erwarten.

Das bedeutet, dass die Lebensmittelanbieter in den Zentren von Amern und Waldniel, die Drogerie- und Parfümerie-Artikel als "Randsortiment", also in geringer Auswahl, anbieten, schon Einbußen zu erwarten hätten, wenn auf dem Gelände der alten Schlossbrauerei ein Drogeriemarkt gebaut würde, dass sie aber nicht in ihrer Existenz bedroht seien.

Der Netto-Markt, der dort entstehen soll, soll eine Größe von etwas mehr als 1000 Quadratmetern haben, dazu sind 600 Quadratmeter Drogeriemarkt und gut 50 Quadratmeter Backshop geplant. Aktuell sind in dem Komplex ein Lidl mit 700 Quadratmetern Verkaufsfläche, der den Standort aber verlassen will, sowie eine Metzgerei- und eine Bäckerei-Filiale untergebracht. Die "Alte Schlossbrauerei", wie das Gebiet auch in den Plänen genannt wird, ist als Nahversorgungsstandort für die angrenzenden Wohngebiete - die vorhandenen und die, die sich in Planung und Entstehung befinden - eingestuft.

Um einen Lebensmittelmarkt mit einer Verkaufsfläche von bis zu 1500 Quadratmetern als Nahversorger zu etablieren, muss der Umkreis von etwa einem Kilometer von mindestens 3000 Menschen bewohnt sein, die dort einkaufen könnten. Im Fall der Schlossbrauerei sind es 3516 - Tendenz mit der weiteren Erschließung der Burghof-Baugebiete steigend.

Auch Fußwege dorthin, eine Busanbindung und die Forderung, dass nicht mehr als 100 Parkplätze entstehen dürfen, gehörten mit zu der Abwägung, die die Gutachter zu treffen hatten. Am Ende kam von Seiten des Gutachters ein klares "Ja" zum Standort Schlossbrauerei - für Netto und einen Drogeriemarkt. Die Politik nahm das im Planungsausschuss zustimmend zur Kenntnis.

Die Schlossbrauerei war über Jahrzehnte eines der Wahrzeichen Waldniels. 1880 hatte Heinrich Leven das Brauhaus ins Register eintragen lassen, die Tradition bestand da wohl schon deutlich länger. 1906 entstand der Name "Schloß-Brauerei".

Anfang der 1990er-Jahre kam der Niedergang, im Juni 1996 schloss die Brauerei ihre Pforten. Nachdem das Areal jahrelang als Tummelplatz für unvernünftige Mutproben gedient hatte, rückten im Juni 2011 die Bagger an, um die Gebäude abzureißen. Seitdem warten die Anwohner auf den Neuanfang, der jetzt in Sichtweite rückt.

Auf dem Gelände soll ein Netto-Markt entstehen. Außerdem sind ein großer Drogeriemarkt und ein Backshop geplant.

Quelle: RP
 
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